Den Schwaben half beim 1:3 (1:1) gegen Darmstadt 98 auch ein Treffer des scheidenden Torjägers Mario Gomez nicht, dennoch kehrt der VfB Stuttgart nach einjähriger Abstinenz in die Bundesliga zurück.
Gomez (42.) sorgte mit seinem Abschiedstor in Stürmermanier für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Das reichte jedoch nicht, weil Serdar Dursun (32.) mit seinem 16. Saisontreffer, Matthias Bader (53.) und Tobias Kempe (88.) im letzten Spiel von Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis erfolgreich waren. Darmstadt beendete die Partie nach der Gelb-Roten Karte gegen Victor Palsson (66.) nur mit zehn Mann.
Echte Zweifel am VfB-Aufstieg hatte es in den vergangenen Tagen nicht mehr gegeben. Zwar kassierte der Stuttgarter Traditionsklub in einer selten souveränen Saison immer wieder Rückschläge, vor dem 34. Spieltag hatte er sich mit drei Punkten und elf Toren Vorsprung auf Platz drei aber eine sehr komfortable Ausgangssituation erspielt.
Es war daher genug Zeit, Gomez in den Mittelpunkt zu rücken. Der ehemalige Nationalspieler, der 2007 mit dem VfB die Meisterschaft gewann, wird seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag beim künftigen Bundesligisten nicht verlängern. Ob er seine Karriere bei einem anderen Klub fortsetzen wird, ist sehr fraglich.
"Er ist einer der besten Stürmer überhaupt in Deutschland. Er hat es verdient, einen würdigen Abschied zu bekommen", sagte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vor dem Anpfiff am Sky-Mikrofon. Trainer Pellegrino Matarazzo, unter dem Gomez vor allem in der entscheidenden Saisonphase nur Statist war, schenkte dem Angreifer in seinem 230. und letzten Pflichtspiel für den VfB einen Startelf-Einsatz.
Gomez' Teamkollegen suchten ihn immer wieder im Sturmzentrum, allein Gefahr entstand in einer zunächst langatmigen Partie nicht. Dursuns sehenswerter Fallrückzieher nach einem Fehler des VfB-Keepers Gregor Kobel war das erste Highlight und der erste Darmstädter Torschuss überhaupt. Zehn Minuten später traf dann Gomez - und in der leeren Arena ertönte der "Mario Gomez Button"-Sound als Tormusik.
Nach der Pause blieb der VfB gefährlich, vergaß jedoch das Verteidigen. Der unbedrängte Bader nutzte die Schludrigkeiten der Gastgeber, ein Gomez-Treffer auf der anderen Seite wurde wegen einer Abseitsposition im Vorfeld nicht anerkannt. In der 82. Minute wurde Gomez unter Applaus ausgewechselt.
Nun beginnt für den VfB endgültig die Planungsphase für die Bundesliga. Der im vergangenen Sommer eingeleitete Umbruch soll weiter fortgesetzt werden. Inwieweit die Routiniers Gonzalo Castro, Holger Badstuber und Daniel Didavi dabei eingeplant sind, ist noch offen.