Für den Sprung auf Tabellenplatz zwei hat VfB-Torschütze Daniel Didavi gern auf eine Party verzichtet. Einen Tag nach seinem 30. Geburtstag leistete der Spielgestalter mit einem sehenswerten direkt verwandelten Freistoß einen wichtigen Beitrag zum 2:0 (0:0) der Stuttgarter gegen den SSV Jahn Regensburg. In einer Partie mit zwei nach Videobeweis aberkannten Treffern nutzten die Schwaben den Ausrutscher des Hamburger SV aus - und zogen am Konkurrenten vorbei auf den direkten Aufstiegsplatz der 2. Fußball-Bundesliga.

„Ich wollte es heute allen nochmal beweisen, dass es noch nicht vorbei ist“, sagte Didavi am Samstag mit einem Schmunzeln und einem Blick auf sein zunehmend reifes Fußball-Alter. „Gestern habe ich gar nichts gemacht, weil ein wichtiges Spiel war. Morgen mit der Familie gibt es vielleicht auch eine Torte.“

Stuttgarter nun vor HSV

Der Blick auf die Tabelle dürfte nicht nur Didavi erfreuen, wenn er dann nachträglich seinen Geburtstag genießen darf. Mit drei Punkten liegt der VfB Stuttgart nun vor dem Hamburger SV, der das Stadtduell mit dem FC St. Pauli überraschend mit 0:2 verlor. Und ist vorerst gleichauf mit Tabellenführer Arminia Bielefeld, der am Sonntag aber wieder davonziehen kann. „Unterm Strich war es ein verdienter Sieg“, bilanzierte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. „Ich bin zufrieden, wie sich die Mannschaft weiterentwickelt.“

Dank des Doppelschlags von Didavi und Gonzalo Castro (58./59. Minute) haben die Stuttgarter unter dem neuen Coach nun 13 von bisher 15 möglichen Punkten geholt. Mit dem insgesamt sechsten Heimsieg in Serie schaffte das Team den nächsten Schritt zur erhofften Rückkehr in die höchste Spielklasse. Regensburg machte es dem VfB zwei Wochen nach dem 0:6-Debakel gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld vor 46 924 Zuschauern phasenweise schwer und ist vorerst Siebter.

Videobeweis sorgt für Aufregung

Vor den Treffern hatte der Videobeweis für die größten Aufreger gesorgt. Gleich zwei Tore - eins für den VfB und eins für Regensburg - erkannte Schiedsrichter Harm Osmers zunächst an - und nach dem Sichten der TV-Bilder wieder ab. Zunächst hatte VfB-Mittelfeldspieler Orel Mangala mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze zwar ins rechte Toreck getroffen (19.). Der Aktion war aber ein Foul vorangegangen. Defensivspieler Atakan Karazor hatte nach der Ecke den Regensburger Max Besuschkow umgerissen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit landete der Ball nach einem Zweikampf zwischen dem Regensburger Kapitän Marco Grüttner und VfB-Torhüter Gregor Kobel im Tor. Osmers entschied nach dem Videobeweis aber doch auf Foul. Es sei beides „berechtigt zurückgenommen“ worden, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.

Didavis famoser Freistoßtreffer habe der Elf dann noch mehr Sicherheit verliehen. Der zweite Treffer fiel nach Vorlage von Silas Wamangituka. Gute Chancen der Gäste durch den Kopfball von Grüttner in den Anfangsminuten sowie Chima Okoroji (68.) machte VfB-Torhüter Gregor Kobel mit starken Paraden zunichte.