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Für den früheren Fußball-Nationaltorhüter Uli Stein ist die positive Entwicklung bei Eintracht Frankfurt ein Vorbild für den Krisenclub Hamburger SV.

„Vor sieben Jahren ist die Eintracht letztmals in die Bundesliga aufgestiegen und hat sich seither nahezu kontinuierlich weiterentwickelt, unter schwereren Rahmenbedingungen, als man sie in Hamburg vorfindet“, sagte der Ex-Torwart, der lange Jahre für beide Bundesligavereine gespielt hat, in seiner „Kicker“-Kolumne. „Dieser Weg der Frankfurter zurück nach oben taugt als Vorbild für den taumelnden HSV.“

In der Europa League sei Eintracht Frankfurt im Halbfinale „erhobenen Hauptes gegen den wohl stärksten Gegner in diesem Wettbewerb ausgeschieden“. Was nach dieser Saison auf jeden Fall bleibe, sei „der enorme Imagegewinn bei allen, die sich für Fußball begeistern, aber auch bei potenziellen neuen Spielern“.

Die Hamburger, die den sofortigen Wiederaufstieg durch ein 1:4 in Paderborn praktisch verspielt haben, geben ihm Rätsel auf. „In vieler Hinsicht bleibt mir unerklärlich, was mit meinem Ex-Club in der 2. Liga passiert ist. Wahrscheinlich hat sich die permanente Drucksituation, in der sich die Mannschaft im Vergleich zur Konkurrenz aus Berlin und Paderborn befand, negativ ausgewirkt“, schrieb Stein. „Nebengeräusche um nicht mehr verlängerte Verträge und einige unglückliche Spiele führten in der Summe schließlich zu dieser Verunsicherung, der selbst hartgesottene Profis nicht mehr Herr wurden.“

Bei einem erneuten Anlauf müsse der hanseatische Verein nun „mit viel Feingefühl eine Mannschaft nach Qualität und Perspektive und nicht nach Namen zusammenstellen“, forderte Stein. „Sportvorstand Ralf Becker traue ich das zu“, sagte der frühere DFB-Auswahlspieler. „Den Beweis, ein erfolgreicher Trainer im Profigeschäft zu sein, hat Hannes Wolf nachhaltig dagegen noch nicht erbracht“, meinte der 64-Jährige. „Diese Position gilt es für mich zu hinterfragen.“