Sandhausen Sieben starke Minuten im Spiel gegen Sandhausen

Sandhausen / Thomas Jentscher 03.12.2018
Der 1. FC Heidenheim dreht erstmals in dieser Saison einen 0:1-Rückstand und schlägt seinen „Lieblingsgegner“ Sandhausen mit 2:1.

Das war die perfekte Antwort nach der Heimpleite gegen Paderborn – der FCH feierte mit dem 2:1 beim SV Sandhausen seinen zweiten Auswärtssieg der laufenden Runde und klettert wieder auf Rang sieben der Tabelle. Aufgrund der guten Abwehrleistung war es kein unverdienter Sieg, offensiv reichten den Heidenheimern sieben starke Minuten zu zwei Toren durch Arne Feick und Denis Thomalla.

Die erste Halbzeit FCH gegen Sandhausen.
Die erste Halbzeit FCH gegen Sandhausen. © Foto: dpa-Grafik

Trainer Frank Schmidt wollte der Mannschaft vom Paderborn-Spiel die Chance zur Rehabilitation geben, musste dann aber doch einen Wechsel vornehmen. Timo Beermann hatte im Training einen „Pferdekuss“ abbekommen, dafür rückte Arne Feick wieder in die Startformation.

Sandhausen hatte schon vor der Partie mächtig die Motivationstrommel gerührt und begann auch äußerst giftig. Mit gutem Pressing setzten die Gastgeber den FCH unter Druck, ein Ballverlust führte schon nach gut einer Minute zur ersten Chance, Marnon Busch rettete aber zur Ecke.

Sonntagsschuss zum 1:0

Dennoch fiel das 1:0 in diesem Moment unerwartet: Nach einem Abstoß von Kevin Müller kam der Ball postwendend zurück und landete bei Philipp Förster, der hielt aus gut 20 Metern einfach mal drauf, der Ball segelte über Müller hinweg und rutschte von der Unterkante der Latte ins Tor.

Auch in der Folge bestimmten die Platzherren das Geschehen, waren immer wieder ein Tick schneller und konnten oft nur durch Fouls der Heidenheimer gestoppt werden. Doppelt Glück hatte der FCH, als Försters Schuss in der 30. Minute haarscharf am langen Eck vorbei ging und dessen dort postierter Kollege die Stiefelspitze nicht mehr dran brachte.

Es dauerte 33 Minuten bis zum ersten vernünftigen Angriff der Heidenheimer, nach guter Flanke von Busch wurde Sebastian Griesbecks Kopfball von einem Verteidiger noch abgelenkt. Das war aber ein Signal, kurze Zeit später bissen sich die Schmidt-Schützlinge dann im gegnerischen Strafraum fest.

Glück auf Heidenheims Seite

Und sie hatten – ebenso wie Sandhausen beim 1:0 – das nötige Glück. Thomallas Versuch der Ablage misslang, der Ball landete aber bei Feick, der von der linken Strafraumecke abzog. Sein Schuss wurde von Philipp Klingmann noch abgefälscht und flutschte so dem sichtlich irritierten SV-Keeper Marcel Schuhen zum Ausgleich durch die Arme.

Stark war, wie der FCH sofort nachsetzte. Nach einem Eckball bot sich mehrfach die Chance, am Ende scheiterte Norman Theuerkauf an Schuhen. Doch es gab erneut Ecke, die brachte Marc Schnatterer stark herein und Thomalla konnte aus kurzer Distanz unbedrängt zum 1:2 einschießen – direkt danach war Halbzeit.

Die zweite Halbzeit FCH gegen Sandhausen.
Die zweite Halbzeit FCH gegen Sandhausen. © Foto: dpa-Grafik

Die zweiten 45 Minuten waren dann von intensiver Abwehrarbeit geprägt, nach vorne gelang dem FCH so gut wie nichts mehr. Sandhausen versuchte alles, wechselte noch einige Offensivkräfte ein und hatte auch Chancen. Korbinian Vollmann schlug in aussichtsreicher Position über den Ball (58.), seinen nächsten Schuss blockte Theuerkauf. Auch die eingewechselte Andrew Wooten und Kevin Behrens hatten Chancen, bei einer weiteren Möglichkeit liefen sich Behrens und Fabian Schleusener selbst über den Haufen.

Schnatterer als Verteidiger

Letztlich überstanden die Heidenheimer mit großem Engagement und ein bisschen Glück alle gefährlichen Situationen. Bezeichnend war, wie Kapitän Schnatterer immer wieder hinten aushalf und sich dabei als exzellenter Verteidiger präsentierte. Die letzte Viertelstunde hatte der FCH dann alles im Griff und durfte am Ende den ersten Sieg (überhaupt ersten Punktgewinn) nach 0:1-Rückstand in dieser Saison bejubeln.

Sandhausen bleibt also der Lieblingsgegner der Heidenheimer, denen im 17. Duell den zehnte Sieg (bei sechs Unentschieden) gegen die Badener glückte. Der Lohn: Rang sieben, 13 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz und nur vier Rückstand auf Platz drei.

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