Heidenheim / Thomas Grüninger Der Heidenheimer Coach macht seiner Mannschaft ein „Riesenkompliment“ für die zweite Halbzeit.

Selten hat Frank Schmidt so für sein Team geschwärmt wie gestern Abend nach dem 2:1-Sieg gegen Union Berlin. „Ich ziehe meine Mütze vor der Mannschaft“, sagte der Heidenheimer Trainer – und bezog sich dabei vor allem auf die Vorstellung nach der Pause.

Man habe gesehen, was echte Mentalität sei: „Wenn man gegen einen solch starken Gegner, der bisher erst zwei Spiele verlor, so zurückkommt, sofort auf Angriffsmodus schaltet und dann einer für den anderen da ist“, erklärte Schmidt. Der Sieg gegen die Köpenicker sei „eine Blaupause des DFB-Pokalspiels gegen Bayer Leverkusen“ gewesen.

Vor der Pause nicht das Spiel, das Schmidt erwartet

Natürlich habe der FCH auch Glück gehabt, weil die Berliner ihrerseits „drei bis vier hundertprozentige Chancen“ hatten, aus denen sie kein Kapital schlugen. „Aber wir haben uns heute reingeschmissen. Es war für mich ein Wahnsinnsspiel, was die zweite Halbzeit betrifft – diese Emotionen, dieser Glaube an den Sieg. Ich bin ja schon ein paar Jahre dabei, aber das gehört zu den Top 3.“

Bei aller Freude verhehlte Schmidt freilich nicht, dass es vor der Pause noch nicht das Spiel war, dass er sich von seiner Mannschaft erhofft hatte. Der Fehler zum 0:1 passte zu den jüngsten Erfahrungen. Wenn man die Gegentore aus dem Spiel gegen Regensburg einbeziehe, habe der FCH nun „untypisch für uns, schon dreimal mitgeholfen“. Nach dem Rückstand jedenfalls sei klar gewesen: „Wir müssen diese erste Halbzeit überstehen.“ Dann seien in der Pause ein paar Dinge angesprochen worden – mit entsprechender Wirkung.

Die ersten zehn bis 15 Minuten nach Wiederbeginn sah auch Berlins Trainer Urs Fischer als entscheidend an: „Wir haben ansonsten ein sehr gutes Spiel gemacht, hätten aber mehr aus unseren Chancen machen müssen.“ Den FCH-Sieg bezeichnete der Schweizer als „verdient, aber trotzdem glücklich.“

Bildergalerie FC Heidenheim schlägt Union Berlin 2:1

Nach Torwart Müllers Patzer drehen Glatzel und Schnatterer die Partie und bescheren Heidenheim einen 2:1-Sieg gegen Union Berlin.