Heidenheim Robert Strauß: „Ich war wieder giftig“

Robert Strauß: „Was zählt ist das Jetzt, nur der Augenblick. Das haben wir super umgesetzt.“
Robert Strauß: „Was zählt ist das Jetzt, nur der Augenblick. Das haben wir super umgesetzt.“ © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 16.04.2018
Robert Strauß und Kevin Kraus lieferten die richtige Antwort auf ihre jüngsten Patzer.

Im Fußball geht alles ziemlich schnell. Niemand konnte diesen Satz gestern mehr bestätigen, als die beiden Abwehrspieler Kevin Kraus und Robert Strauß. Rechtsverteidiger Strauß musste vor einer Woche beim 2:3 in Nürnberg nach einem verhängnisvollen Fehler, der zum 1:1 geführt hatte, schon nach 37 Minuten vom Feld.

Innenverteidiger Kraus sah beim 1:2 in Kiel nicht gut aus, verlor zwischenzeitlich seinen Stammplatz und kehrte am Sonntag in die Startelf zurück. Beide Akteure boten eine starke Leistung, Kraus gelang sogar sein zweiter Saisontreffer zum vorentscheidenden 3:1 in der 79. Minute.

Natürlich sei es „eine gemischte Gefühlswelt“, wenn man plötzlich nicht mehr im Kader steht, sagte der 25-jährige Innenverteidiger. „Aber ich bin jetzt auch schon ein bisschen länger im Fußballgeschäft und weiß, wie schnell alles geht. Ich will der Mannschaft helfen – egal in welcher Rolle. Heute hatte ich meine Rolle auf dem Platz.“

Keine Analyse nach dem Nürnberg-Spiel

Niemand wolle einen Fehler machen, aber ab und zu passiere es eben doch, „dass man mal den Ball nicht trifft oder bei einem Zweikampf zu spät dran ist“, sagte Robert Strauß. Wichtig sei es dann, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sich weder mit der Vergangenheit zu beschäftigen, noch mit der Zukunft. „Was zählt ist das Jetzt, nur der Augenblick. Das haben wir super umgesetzt.“

Nach dem Spiel in Nürnberg habe man erst gar keine Analyse mehr gemacht, sich die Szenen gar nicht mehr angeschaut. Dadurch sei es gelungen, den Kopf frei zu bekommen und sich auch vom zwischenzeitlichen 1:1 gegen Düsseldorf nicht negativ beeindrucken zu lassen. „Das war das Wichtigste, dass wir nach dem 1:1 nicht umgefallen sind, weiter gut verteidigt haben und Nadelstiche nach vorne setzen konnten“, bekräftigte auch Kevin Kraus.

Auf den Platz gebracht wofür der FCH steht

„Wir haben wieder auf den Platz gebracht, wofür der FCH eigentlich steht. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Strauß und freute sich auch über die eigene Leistung, obwohl ihn eine dicke Beule an der Stirn noch ein paar Tage an das Spiel erinnern wird: „Ich war wieder giftig, ich war wieder drin.“

Klar ist aber auch, dass der Abstiegskampf nach dem Sieg noch lange nicht beendet ist. „Der Druck bleibt gleich, es hat sich nichts verändert. Wir müssen von vier weiteren Endspielen ausgehen“, macht sich Strauß nichts vor. „Aber das“, erklärte er weiter, „ist unser Job. Heute haben wir gezeigt, dass wir damit umgehen können.“

Strauß und Kraus dürfen sich nun auf jeden Fall Hoffnung machen, dass sie im Saisonfinale weiter erste Wahl bleiben, denn Frank Schmidt hatte zuvor schon angekündigt, dass er in den letzten Spielen auf personelle Kontinuität setzen möchte.