Aue / Thomas Grüninger In der erwartet kampfbetonten Partie beim Tabellenvierzehnten Erzgebirge Aue kehrt der FCH mit einem 1:0-Sieg in die Erfolgsspur zurück.

Fünf Minuten waren im Erzgebirgsstadion gespielt, als Robert Andrich mit einem kuriosen Treffer für das Tor des Tages sorgte. Der Neuzugang aus Wiesbaden konnte fast mühelos durchs Zentrum marschieren, wurde erst gar nicht richtig angegriffen und zog dann einfach ab. Die indisponierte Auer Abwehr stand in dieser Szene gewissermaßen Spalier.

Was zu diesem frühen Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Es war bereits das Endergebnis einer Partie, die teilweise sehr hart umkämpft war. Auf Heidenheimer Seite musste Norman Theuerkauf bereits nach knapp einer halben Stunde verletzt vom Feld. In der Schlussphase sah dann auch noch der Auer Filip Kusic nach einem rüden Foul an Denis Thomalla die rote Karte.

Folgt nun der Aufstiegskampf?

Der Heidenheimer Auswärtssieg hatte – zumindest kurzfristig – auch Auswirkungen auf die Tabelle. So rückte der FCH zwischenzeitlich auf Platz vier vor, verkürzte den Abstand zur drittplatzierten Union Berlin, die zeitgleich nicht über ein 2:2 gegen Jahn Regensburg hinauskam, auf drei Punkte. Am Ostersonntag könnten die FCHler mit einem Heimsieg gegen St. Pauli ihre Ambitionen unterstreichen und vielleicht doch noch intensiv ins Aufstiegsrennen eingreifen.

FCH-Trainer Frank Schmidt stellte seine Startelf gegenüber der jüngsten 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln auf drei Positionen um: Der zuletzt gesperrte Theuerkauf verteidigte bis zu seinem Ausscheiden wieder auf der linken Abwehrseite. Denis Thomalla und Maurice Multhaup durften beginnen, Marc Schnatterer und Nikola Dovedan nahmen zunächst auf der Bank Platz. Dort saß erstmals nach seiner Rückkehr zum FCH auch Robert Leipertz, der allerdings nicht zum Einsatz kam.

Die Heidenheimer begannen schwungvoll, konnten schon in den Anfangsminuten einige Mal gefährlich in den Strafraum der „Veilchen“ eindringen. Nach Andrichs Führungstor in der fünften Minute hatten auch die Gastgeber ihre erste Möglichkeit durch den stets gefährlichen Pascal Testroet. Kevin Müller war aber zur Stelle.

Andrich hätte am Freitagabend endgültig zum Helden werden können, hätte er seine Riesenchance auch in der 33. Minute genutzt, als er allein vor Aues Schlussmann Martin Männel auftauchte, ihn aber nicht überwinden konnte.

Nach der Pause versuchten die Gastgeber, die am Ende ihre vierte Niederlage in Serie hinnehmen mussten, Druck zu machen und hatten weitere Möglichkeiten durch Testroet. Heidenheim versuchte, über Konter gefährlich zu bleiben. Viele Aktionen wurden aber nicht sauber zu Ende gespielt, und wenn es doch einmal klappte, dann fehlte die von Schmidt vorher noch eingeforderte Effektivität vor dem gegnerischen Tor. So als Niklas Dorsch nach einem Konter zum Schuss kam, den aber Dominik Wydra im letzten Moment noch blocken konnte (66.).

Zum Schluss eine rote Karte

Hektisch wurde es dann in der Schlussphase. Negativer Höhepunkt war die rote Karte für Kusic, der Thomalla an der Mittellinie mit beiden Beinen rüde attackiert hatte. „Wir mussten in der zweiten Halbzeit leidenschaftlich verteidigen. Die Viererkette stand nicht immer gut gestaffelt. Aber Einstellung und Körpersprache haben gestimmt“, resümierte Frank Schmidt, der von einem „nicht unverdienten Arbeitssieg“ sprach. Nach zwei Niederlagen (4:5 im DFB-Pokal bei Bayern München und 0:2 in der Meisterschaft gegen den 1. FC Köln) kehrte der FCH damit wieder in die Erfolgsspur zurück.

Robert Andrich erklärt seinen Gedankengang vor dem Tor des Tages. Zudem äußert sich Denis Thomalla sich zum Platzverweis.