2. Liga Polizei rechtfertigt Einsatz nach FCH-Spiel

Die Polizei und Fußball gehören fast schon zusammen. Immer wieder treten Beamte auf dem Schlossberg rund ums Stadion, wie hier in unserem Archivbild am Klinikum, in Erscheinung.
Die Polizei und Fußball gehören fast schon zusammen. Immer wieder treten Beamte auf dem Schlossberg rund ums Stadion, wie hier in unserem Archivbild am Klinikum, in Erscheinung. © Foto: ed
2. Liga / Sandra Gallbronner 02.02.2019
Viele Menschen verurteilen den Einsatz nach dem FCH-Spiel gegen Kiel als unverhältnismäßig. Die Beamten rechtfertigen ihr Vorgehen.

Weiterhin gibt es zahlreiche Reaktionen auf den Polizeieinsatz nach dem Heimspiel des FCH gegen Kiel am Mittwochabend. Viele Menschen äußerten weiterhin ihren Unmut über das Vorgehen der Polizei.

Der Vorwurf: Der Einsatz sei unverhältnismäßig gewesen. So waren neben zahlreichen Polizisten auch eine Pferde- und Hundestaffel vor Ort. Dabei sind nach Angaben von HZ-Lesern auch „normale Fans“ festgehalten worden.

Die Darstellung der Polizei: Die Beamten wollten nach dem Fußballspiel Verdächtige von Straftaten rund um vergangene Spiele abfangen, wobei es sich um Mitglieder der aktiven Fanszene handeln soll. In diesem Zuge wurden die Personalien von 28 Personen aufgenommen. Nach Auskunft der Polizei sollen insgesamt 100 Straftaten, bei denen es sich um Landfriedensbruch, Angriffe und Beleidigungen gegen Polizisten sowie das Zünden von Pyrotechnik handeln soll, vorliegen.

Wolfgang Jürgens, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm, rechtfertigt das Vorgehen: „Der Einsatz war verhältnismäßig, der Personaleinsatz dringend notwendig.“

War der Einsatz von Pferden und Hunden auch nötig? „Natürlich“, sagt Jürgens. Denn die Polizei stütze sich auf die Erfahrung vergangener Einsätze und die habe gezeigt, dass Mitglieder aus der Heidenheimer Fan-Gruppierung nicht vor Gewalt gegenüber Polizeibeamten zurückschrecken würden, so Jürgens weiter, der anfügt: „Wir schicken die Kollegen nicht ins Feuer.“ Vielmehr schöpfe man alle Möglichkeiten aus, um sie zu schützen. „Es ist leicht solche Vorwürfe zu erheben, aber es handelt sich hier um keine einfachen, sondern gravierende Delikte“, betont der Polizeisprecher. Es sei die Aufgabe der Polizei, Straftaten nachzugehen und Gefahren zu verhindern. „Machen wir das nicht, hätte auch dafür keiner Verständnis“, so Jürgens.

War der Einsatz geplant? Der Polizeieinsatz sei zudem nicht willkürlich gewesen, sondern in Abstimmung mit Behörden und Staatsanwaltschaft geplant worden. Der Einsatz habe zudem einen vorbeugenden Charakter, sagt Jürgens. So würden die Mitglieder der Fußball-Gruppierung sehen, dass es Konsequenzen nach sich zieht, wenn sie sich fehl verhalten.

Musste der Einsatz an einem späten Mittwochabend stattfinden? „Das war ein taktisch günstiger Tag“, sagt Jürgens. So müsse man einerseits immer im Blick haben, wann genügend Kräfte zur Verfügung stehen, andererseits seien mit 9000 Fußballfans relativ wenige Menschen im Stadion gewesen.

Zudem habe man niemanden länger als notwendig, festgehalten. „Wir wollten das möglichst schnell abwickeln und möglichst wenige Besucher einschränken“, betont Jürgens.

Was sagt die Polizei zum Vorwurf des FCH? Polizeisprecher Jürgens weist den Vorwurf des FCH zurück, es sei zu erheblichen Verzögerungen beim Verlassen der Voith-Arena gekommen: „Es kam zu unwesentlichen Beeinträchtigungen, es ging nur etwas langsamer voran.“ Nicht Betroffene seien nicht festgehalten worden. Nicht richtig sei zudem, dass der FCH über den Einsatz der Polizei nicht informiert worden gewesen wäre, so Jürgens. Das hatte der Verein am Donnerstag in seiner Stellungnahme bedauert. „Wir haben gemeinsam mit dem FCH wenige Tage vor dem Spiel Gespräche geführt.“ Dabei hätten sie die polizeilich erforderlichen Einsätze angekündigt, lediglich keinen genauen Tag genannt.

Wie geht es weiter? Die Polizeibeamten konnte bei dem Einsatz am Mittwoch zunächst 28 von 80 Verdächtigten ausfindig machen. Somit werden auch künftig Kontrollen vor dem Stadion des 1. FC Heidenheim stattfinden, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jürgens.

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