Heidenheim OP statt schnelles Comeback: Leipertz-Transfer zum FCH nochmals vertagt

Erste Übungen mit Ball auf schneefreiem Kunstrasen: Seit Sonntag läuft beim FCH die Wintervorbereitung.
Erste Übungen mit Ball auf schneefreiem Kunstrasen: Seit Sonntag läuft beim FCH die Wintervorbereitung. © Foto: Fotos: Markus Brandhuber
Heidenheim / Von Thomas Grüninger 07.01.2019
Am Rande des Trainingsauftakts am Sonntag war beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim die geplante Verpflichtung des Offensivspielers Robert Leipertz aus Ingolstadt das beherrschende Thema.

Ergiebige Schneefälle ausgerechnet zum Trainingsauftakt nach der zweiwöchigen Winterpause konnten dem 1.  FC Heidenheim am Sonntag keinen Strich durch die Planung machen. Platzpfleger hatten die weiße Pracht vom Kunstrasen-Areal geräumt, und so konnte Trainer Frank Schmidt seine Schützlinge wie vorgesehen im Freien zur ersten Übungseinheit im neuen Jahr begrüßen.

Vom 27-köpfigen Zweitliga-Kader fehlte nur der grippekranke Kevin Lankford. Am Rande stand allerdings einer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, der noch gar nicht zum FCH gehört, aber gute Chancen hat, auf den Schlossberg zurückzukehren: Robert Leipertz. Seit Tagen ist der Transfer des Offensivspielers ein Thema, nachdem sein jetziger Verein FC Ingolstadt den 25-Jährigen vorzeitig freigestellt hatte.

Sehnenriss am Gesäßmuskel

Die Verhandlungen schienen bereits vor dem Abschluss zu stehen, doch jetzt hat sich plötzlich noch eine neue Situation ergeben: Die Verletzung, die sich Leipertz im letzten Spiel der Ingolstädter gegen Regensburg zugezogen hatte, entpuppte sich als schwerwiegender als zunächst angenommen. Eine Kernspin-Untersuchung am Donnerstag in Heidenheim ergab, dass sich Leipertz einen Sehnenriss am Gesäßmuskel zuzog, der operativ behoben werden soll. Schon am Montag wird sich „Leipi“ bei einem Spezialisten in München unters Messer legen.

Wie lange der einstige Heidenheimer, der zwischen 2014 und 2016 für den FCH 18 Tore in 65 Ligaspielen erzielt hatte, ausfallen wird, ist unklar. Gut möglich, dass der Angreifer nach OP und anschließender Reha erst zur neuen Saison wieder zu hundert Prozent zur Verfügung steht.

Gespräche nach der OP

Aufgrund der neuen Sachlage, so Holger Sanwald am Sonntag, werde man mit dem FC Ingolstadt, an den Leipertz vertraglich eigentlich noch bis 2020 gebunden wäre, neu verhandeln müssen. „Wir warten jetzt den OP-Verlauf ab und steigen dann wieder in die Gespräche ein“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Einen positiven Verlauf der Operation vorausgesetzt, sei man nach wie vor an einer Verpflichtung interessiert – auch dann, wenn Leipertz vielleicht erst im kommenden Sommer wieder voll zur Verfügung stünde.

Was die Frage möglicher Abgänge zur Winterpause anbelangt, könnte sich in den kommenden Tagen ebenfalls Neues ergeben. Kolja Pusch und Oliver Steurer, der gestern seinen 24. Geburtstag feierte, würden gerne über eine Ausleihe zu einem anderen Verein mehr Spielpraxis sammeln. Die Gespräche seien inzwischen „ordentlich fortgeschritten“, sagte Sanwald. Kommt es zu einer schnellen Einigung, würden Pusch und Steurer am Donnerstag erst gar nicht mehr mitfliegen ins Trainingslager des FCH in Algorfa (Spanien).

Lankford offenbar ohne Interessent

Etwas anders verhält es sich bei Kevin Lankford, der zwar ebenfalls Abwanderungsgedanken äußerte, aber offensichtlich im Augenblick keinen Verein nennen kann, der an einer Verpflichtung oder Ausleihe interessiert ist. Lankfords aktueller Vertrag mit dem FCH läuft noch bis Saisonende.

Ungeachtet der offenen Fragen war Frank Schmidt gestern froh, dass die zuletzt angeschlagenen Spieler über die Winterpause erkennbare Fortschritte im Genesungsprozess erzielten. Kapitän Marc Schnatterer sei nach seinem Faszienriss an der Fußsohle zwar noch nicht bei 100 Prozent, Ziel sei es aber, dass er bis zum Trainingslager in Spanien wieder voll dabei sein kann.

Glatzel wieder voll dabei

Robert Glatzel, der seinen starken Lauf als Torjäger (sieben Treffer in den ersten neun Spielen) durch zwei aufeinanderfolgende Muskelfaserrisse jäh unterbrechen musste, ist offenbar wieder voll belastbar. Auch Timo Beermann (Schulterverletzung) und Maurice Multhaup (Zerrung am Innenband des Knies) sind inzwischen weitgehend beschwerdefrei.

Ins spanische Trainingslager, wo Testspiele gegen den RSC Anderlecht (kommender Sonntag) und Xamax Neuchatel (17. Januar) geplant sind, sollen mit Jonas Brändle sowie Torhüter und U-19-Nationalspieler Diant Ramaj auch wieder zwei Akteure aus dem eigenen Nachwuchs mitreisen. Ein dritter könnte nachrücken, sollten Pusch und Steurer die Reise auf die iberische Halbinsel nicht mehr mitmachen.

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