2. Liga Nikola Dovedans Ziel: eine zweistellige Torausbeute

Kongeniale Partner des Heidenheimer Kreativspiels: Nikola Dovedan (links) profitiert nach eigener Aussage viel vom Flachpassspiel des Neuzugangs Niklas Dorsch (rechts).
Kongeniale Partner des Heidenheimer Kreativspiels: Nikola Dovedan (links) profitiert nach eigener Aussage viel vom Flachpassspiel des Neuzugangs Niklas Dorsch (rechts). © Foto: Eibner
Heidenheim / Von Thomas Grüninger 07.11.2018
Der 24-jährige FCH-Regisseur sprüht vor Spielfreude – und will irgendwann in der Bundesliga landen. Das Angebot von Rapid Wien entsprach aber nicht seinen Vorstellungen.

Vor einem Jahr standen die Zweitliga-Fußballer des 1.FC Heidenheim nach zwölf Spieltagen mit elf Punkten auf Platz16. Jetzt rangieren sie zum gleichen Saison-Zeitpunkt mit 19 Zählern auf Rang sechs.

Gründe für diese positive Entwicklung gibt es sicherlich mehrere – ganz allgemeine (erfolgreicher Saisonstart, stabilere Abwehr) ebenso wie persönliche. Zu letztgenannten gehört fraglos die starke Verfassung, in der sich Nikola Dovedan seit Wochen präsentiert. Der 24-jährige Österreicher glänzt bisher als kreative Schaltstation im offensiven Mittelfeld, erzielte in der Liga drei Tore, bereitete vier vor und gehört zu den Topspielern der zweithöchsten Spielklasse (das Fachmagazin „Kicker“ beispielsweise führt ihn im Ranking auf Platz vier mit einem Notendurchschnitt von 2,92).

Zur aktuellen Situation des FCH und zu eigenen Ambitionen nimmt Dovedan im folgenden Interview Stellung.

Warum läuft's in dieser Saison bislang so viel besser als vorige Spielzeit?

Für mich war auch wichtig, dass ein Spieler wie Niklas Dorsch gekommen ist. Dorschi kann mit dem Ball viel anfangen, will ihn flach spielen. Das kommt meiner Spielweise sehr entgegen.

Gibt's noch andere Gründe?

Unser Start war einfach viel besser. Da lässt es sich natürlich leichter spielen.

Wirkt sich das auch auf die Stimmung im Training aus – wenn man mal die Situationen von 2017 und 2018 miteinander vergleicht?

Nein, das ist gleich. Wir arbeiten heute so hoch konzentriert wie damals. Im übrigen hatten wir 2017 nie Bedenken, wir könnten den Klassenerhalt nicht schaffen.

Voriges Jahr sind Sie plötzlich explodiert, hatten fünf Treffer und einen Assist in den letzten sechs Spielen. Was gab den Ausschlag für diesen späten Leistungsschub?

Es ist schwierig, da einen Grund zu nennen. Vorher haben andere getroffen, irgendwann war dann halt mein Zeitpunkt. Das kann man ja in dieser Saison auch bei „Bobby“ Glatzel so beobachten.

Was haben Sie sich denn persönlich für 2018/19 zum Ziel gesetzt?

Eine zweistellige Torausbeute.

Wenn es so weiterläuft wie bisher, werden vermutlich auch in dieser Saison die höherklassigen Angebote nicht ausbleiben. Nach der jüngsten Spielzeit wollte sie Rapid Wien holen. Wieso hat's nicht geklappt?

Ich habe ja noch einen Vertrag in Heidenheim bis 2021. Was die Verhandlungen von Rapid und dem FCH betrifft, kann ich nichts dazu sagen. Für mich selbst entsprach das Angebot aus Wien nicht nicht meinen Vorstellungen.

Finanziell oder sportlich?

Beides. Was den sportlichen Stellenwert der ersten österreichischen Liga anbelangt, muss man beispielsweise sehen, dass ein Louis Schaub von Rapid zum Bundesliga-Absteiger Köln gewechselt ist. Das sagt ja was aus. Man kommt in Österreich momentan nicht an Red Bull vorbei.

Wäre die Aussicht, vielleicht als Spieler von Rapid Wien mal österreichischer Nationalspieler zu werden, für Sie kein Anreiz gewesen?

Diesen Weg würde ich mir lieber über die deutsche Bundesliga ebnen.

Sie betonten schon mehrfach, dass die Bundesliga Ihr Ziel ist. Können Sie sich vorstellen, überhaupt bis zum Vertragsende 2021 in Heidenheim zu bleiben?

Auf jeden Fall. Ich fühle mich hier sehr wohl, komme gut mit dem Trainer und meinen Mitspielern zurecht. Das sind beste Voraussetzungen, um hier noch viel bewegen zu können.

Am Samstag spielt der 1.FC Heidenheim in St.Pauli. Es trifft der Zweite der aktuellen Tabelle auf den Sechsten...

...das ist ein Spitzenspiel des 13.Spieltags. Sicherlich eine total offene Partie.

Ist den Spielern des FCH bewusst, dass sie nur drei Punkte hinter St.Pauli stehen, im Falle eines Sieges also möglicherweise unter den ersten drei stehen?

Ja, aber es spielt keine große Rolle. Wir freuen uns grundsätzlich auf jedes Spiel, insbesondere aber auch auf St.Pauli, wo 30000 Fans für Stimmung sorgen. Im letzten Jahr haben wir dort durch ein Tor in letzter Minute unglücklich mit 0:1 verloren.

Kann man die Situation des FC St. Pauli mit der des FCH vergleichen? Beide Teams spielten letztes Jahr lange gegen den Klassenerhalt, jetzt läuft es plötzlich in die positive Richtung.

Ja, da gibt es Parallelen. Das zeigt eben auch, wie ausgeglichen die Liga ist und welche Rolle der Kopf spielt. Am vergangenen Sonntag standen gegen Aue mit Patrick Mainka und Niklas Dorsch nur zwei Spieler in unserer Startelf, die neu waren. Der Rest war letztes Jahr auch schon dabei. Wenn man einen positiven Lauf hat, kann man leichter in ein Spiel gehen, dann ist man viel lockerer. Aber man muss da immer aufpassen: Es kann auch schnell wieder in die andere Richtung laufen.

Wer sind Ihre Titelfavoriten in diesem Jahr?

An erster Stelle ganz klar Köln - trotz der Niederlage gegen den HSV. Wenn die Tormaschine Simon Terodde wieder in Gang kommt, sind die Kölner nicht zu halten. Der HSV wirkt im System des neuen Trainers stabiler. Also, die Beiden werden am Ende wohl vorne stehen. Dahinter gibt's eine Überraschung...

Mit 15 in die Fußball-Akademie: Profikarriere deutete sich schon früh an

ußballprofi ist für Nikola Dovedan „ein Traumjob“. Man könne sich in einem Megaspiel Woche für Woche neu beweisen und verdiene sein Geld mit dem, was einem Spaß macht, erklärt er.

Spätestens als er mit 15 Jahren in die Salzburger Fußball-Akademie wechselte, rückte die Erfüllung des Traums von der Profikarriere ganz nahe.

Der in Tulln an der Donau geborene Sohn serbischer Eltern, die einst wegen des Balkankriegs nach Österreich geflohen waren, hatte zuvor bei Austria Wien gespielt.

2017 kam er vom österreichischen Klub SCR Altrach zum FCH und agiert seitdem in Heidenheim „als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff.“ Seine Rolle auf dem Rasen beschrieb er auch einmal als „Freigeist“. Das heiße aber keineswegs, dass er etwa von Defensivarbeiten entbunden sei: „Aber ich muss beispielsweise nicht nur im Zentrum stehen, sondern kann je nach Situation variieren.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel