Aigen FCH-Neuzugang Patrick Schmidt will angreifen

Packt auch gerne mit an: FCH-Neuzugang Patrick Schmidt kam vom Regionalligisten 1. FC Saarbrücken.
Packt auch gerne mit an: FCH-Neuzugang Patrick Schmidt kam vom Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. © Foto: Nadia Saini
Aigen / Thomas Grüninger 19.07.2018
In den ersten vier Wochen der Saisonvorbereitung des 1. FC Heidenheim konnte der aus Saarbrücken geholte Torjäger nur individuell trainieren. Damit soll bald Schluss sein.

Im vergangenen Jahr erzielte Patrick Schmidt 20 Tore in 32 Spielen für den Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, in der Saison zuvor waren es sogar 22 gewesen. Zwei Klassen höher will der 24-jährige Rechtsfuß mit dieser Fließband-Produktion in Heidenheim gerne weitermachen, doch eine Verletzung am Außenband des Knies hat ihn erst einmal ausgebremst.

Auch im Trainingslager im oberösterreichischen Aigen im Mühlviertel sieht man den Namensvetter des FCH-Trainers bislang auf dem Spielfeld fast nur abseits der Mannschaft. Individualtraining mit Athletik-Coach Said Lakhal ist seit vier Wochen das tägliche Brot des ambitionierten Saarländers. Reichen die zwei verbleibenden Wochen noch aus, um rechtzeitig zum Saisonstart am 5. August gegen Arminia Bielefeld zur Verfügung zu stehen?

FCH möchte kein Risiko eingehen

„Bevor er voll mit der Mannschaft einsteigt, wollen wir zu 100 Prozent sicher sein, dass kein Risiko mehr besteht“, sagt FCH-Trainer Frank Schmidt. Entsprechend ist nach Abschluss des Trainingslagers in Aigen noch eine eingehende Untersuchung vorgesehen. „Vielleicht wird es in den ersten Saisonspielen so sein, dass er erst einmal über die Bank kommt“, mutmaßt Schmidt über Schmidt.

Wie sieht's der Torjäger selbst? „Momentan bin ich noch im individuellen Aufbautraining. Am Mannschaftstraining konnte ich bisher – abgesehen von kleinen Passformen – leider noch nicht teilnehmen. Ich hoffe aber, das wird sich in den nächsten ein, bis zwei Wochen ändern“, sagt Patrick Schmidt.

In den Relegationsspielen mit Saarbrücken gegen 1860 München habe sein Außenband am rechten Knie etwas abbekommen. Seitdem muss er vor allem Zweikämpfe vermeiden und trainiert deshalb nur individuell. „Ich habe keine Schmerzen mehr, bin konditionell und körperlich auf echt gutem Stand. Aber mit der Sache muss man vorsichtig umgehen, es muss zu 100 Prozent auskuriert sein“, sagt er.

Trotz der optimistischen Töne macht Patrick Schmidt allerdings auch kein Hehl daraus, dass die bisherige Vorbereitungsphase in Heidenheim für ihn alles andere als leicht war. Es sei der „schlimmste Fall eingetreten, der eintreten konnte“. Erstens habe er mit Saarbrücken den Aufstieg verpasst, zweitens musste er beim neuen Verein mit einer Verletzung starten.

Einblicke ins eigene Seelenleben

„Es ist natürlich bitter, wenn man die anderen so trainieren sieht. Man ist ja neu, will sich zeigen und gleich voll mitmischen. Und dann ist man erst einmal ausgebremst. Sehr ärgerlich. Aber Jammern bringt nichts. Man muss das Beste draus machen. Wichtig war, dass ich im konditionellen Bereich alles machen konnte“, gibt der derzeit verhinderte Torjäger Einblicke in sein Seelenleben.

Damit verlief für ihn weder der Neuanfang in Heidenheim noch der Abgang in Saarbrücken so, wie er sich das erhofft hatte. „Der verpasste Drittliga-Aufstieg traf mich sehr schwer. Jeder, der mich kennt, weiß, dass der 1. FC Saarbrücken quasi mein Stammverein ist, hier habe ich schon in früher Jugend gespielt. Wir haben jetzt zweimal um den Aufstieg mitgespielt, einmal wurden wir Dritter, dann Meister mit elf Punkten Vorsprung. Wenn man dann trotzdem nicht aufsteigt, das ist unfassbar.“

Riesenschritt und Riesenchance

Doch die Enttäuschung sei jetzt abgehakt. „Ich schaue nach vorn, auf die neue Aufgabe. Heidenheim ist für mich ein Riesenschritt und eine Riesenchance.“ Die ersten Kontakte zum FCH gab es schon 2016/17. Vergangene Saison wurde die Verbindung wieder aufgenommen. „Für auf mich war es am Ende eine relativ einfache Entscheidung. Es gab zwar auch andere Angebote. Aber die Gespräche, die wir führten, das Bauchgefühl – das hat alles gepasst“, sagt Patrick Schmidt.

Überzeugt hat ihn letztlich die Entwicklung auf dem Schlossberg, die er interessiert mitverfolgte: „Was in Heidenheim in den letzten Jahren geleistet wurde, ist top. Der Arbeitsfleiß, die Mentalität, die Art, wie hier Fußball gespielt wird. Das liegt mir einfach. Diesen Weg wollte ich mitgehen.“

Und zwar erfolgreich mitgehen. Daran lässt der Saarländer trotz aller Anfangsschwierigkeiten keinen Zweifel. „Klar: Ich bin nicht hierhergekommen, um die Spiele von der Tribüne aus anzuschauen. Ich will spielen. Diesen Anspruch muss jeder haben“, sagt er. Auch einer, dem das Außenband im falschen Moment einen Streich spielen wollte.

Patrick Schmidt: Als 15-Jähriger zum VfB Stuttgart

Mit 15 Jahren zog Patrick Schmidt bereits von zu Hause aus, um dem Lockruf des VfB Stuttgart in dessen Jugendinternat zu folgen. In Homburg an der Saar geboren, konnte der inzwischen 24-jährige Stürmer im Aktivenbereich vor allem beim benachbarten 1. FC Saarbrücken auf sich aufmerksam machen.

Über die zweite Mannschaft von Schalke 04 wechselte er 2014 erstmals zum FCS, zu dem er nach kurzem Gastspiel beim FC Homburg 2016 wieder zurückkehrte. Zuletzt verpasste er mit Saarbrücken zweimal den Aufstieg in die Regionalliga. 2017/18 scheiterte er mit seinem Klub in der Relegation am TSV 1860 München.

104 Regionalliga-Spiele bestritt Schmidt insgesamt und erzielte dabei 64 Tore. In der 3. Liga brachte er es auf neun Einsätze und einen Treffer. Er stand zudem einige Male in den Jugend-Auswahlmannschaften des DFB: Für die U 16 kam er zu zwei Länderspielen (zwei Tore), für die U 18 zu sechs und für die U 19 zu einem.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel