Kommentar Polizeieinsatz nach FCH-Spiel: „Zu viel des Guten“

Sandra Gallbronner.
Sandra Gallbronner. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Sandra Gallbronner 02.02.2019
War der Polizeieinsatz nach dem FCH-Spiel gegen Kiel verhältnismäßig? Die Meinung der Polizei und vieler Fußballfans geht hierbei auseinander. Ein Kommentar von Sandra Gallbronner.

Aufgewühlt und verärgert sind aktuell zahlreiche Fans des FCH. Sie wollten am Mittwoch eigentlich nur einen schönen Abend im Heidenheimer Fußballstadion verbringen. Doch für einen Teil der Fans endete der Ausflug nicht wie gewohnt. Vor der Osttribüne wartete bereits vor dem Schlusspfiff eine Reihe an Polizeibeamten. Ihr Ziel: Verdächtige der aktiven Fanszene, denen Straftaten bei vergangenen Spielen vorgeworfen werden, abzufangen.

Ja, es ist gut und richtig, dass die Polizei konsequent durchgreift und Straftäter verfolgt. Das ist ihre Aufgabe und damit sorgt sie für mehr Sicherheit. Wenn die Präsenz der Polizei nur ein paar Fans davor abschreckt, in Stadien mit Feuer zu spielen, zu randalieren oder gar handgreiflich zu werden, hat sie bereits einen Zweck erfüllt. Zudem dürfen Straftaten, und sei es nur das Zünden eines kleinen Bengalos, nicht verharmlost werden. Und wie sonst sollten die Beamten an die Verdächtigen kommen, wenn nicht rund um ein Spiel des FCH?

Zu großer Aufwand

Doch was die Polizei am Mittwoch aufgefahren hat, war nun doch zu viel des Guten. War ein solch enormer Aufwand wirklich nötig? War es notwendig, zahlreiche Einsatzkräfte in voller Montur erscheinen zu lassen, sogar mit Pferden und Hunden aufzuwarten, sodass viele Menschen – darunter auch Kinder – verängstigt wurden?

Einem vorbeugendem Charakter eines Einsatzes entspricht das eher nicht. Vielmehr wird sich so manch ein Mitglied der aktiven Fanszene nun als Schwerverbrecher abgestempelt fühlen und sich erst recht schwer damit tun, Polizeibeamten Respekt zu zollen.

Die Polizei als Freund und Helfer? Daran glauben unter den Fußballfans nun sicherlich weniger Menschen. Das Vertrauen in die Beamten ist geschwunden. Anstatt ihr Vorgehen zu rechtfertigen, müssten die Polizei überlegen, wie sie es zurück bekommen kann.

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