Dresden/Heidenheim In Sachsen den Schalter umgelegt

Dresden/Heidenheim / Von Nadine Rau 27.08.2018
Dem 1. FC Heidenheim gelingt gegen Dresden dank Marc Schnatterer, einer starken Defensive und etwas Glück mit dem 3:1 der erste Saisonsieg.

Sie können es ja doch: Für die Spieler des 1. FC Heidenheim war es am Sonntag in Sachsen der erste Sieg der Saison, gleichzeitig der erste Sieg gegen Dynamo Dresden – und obendrein ist es gelungen, nach einem Gegentreffer sofort umzuschalten und ebenfalls ein Tor zu erzielen. Das kannten FCH-Fans bislang eher andersherum. Die Mannschaft von Frank Schmidt rief über 90 Minuten eine gute Leistung ab, trat vor allem defensiv sehr sicher auf, hatte trotz allem aber auch ein bisschen Glück.

Die Dresdner, die nach der Entlassung von Trainer Uwe Neuhaus schwer einzuschätzen waren, dominierten zunächst die Anfangsphase. Schon nach fünf Minuten schickte Baris Atik Stürmer Moussa Koné mit einem Steilpass nach vorne, doch Kevin Müller parierte.

Robert Andrich für Niklas Dorsch

Spätestens jetzt wurden sicher beim ein oder anderen FCH-Fan böse Erinnerungen an das vergangene Spiel in Dresden wach, als Koné gleich dreimal traf. In der gestrigen Partie kam er allerdings nicht über den Flügel, sondern agierte mit Haris Duljevic als Doppelspitze. Heidenheim spielte wie beim Auswärtsspiel gegen Kiel im 4-2-3-1-System, Schmidt musste den an der Ferse verletzten „Sechser“ Niklas Dorsch durch Robert Andrich ersetzen.

Sowohl die Sachsen als auch die Heidenheimer verteidigten gut und traten couragiert auf, den gefährlicheren Zug zum Tor hatten in der ersten halben Stunde aber klar die Hausherren. Bis dahin stand für den FCH nicht mehr als ein harmloser Distanzschuss von Marc Schnatterer zu Buche. Phasenweise hatten die Heidenheimer zwar mehr vom Spiel, brachten aber keine Torgefahr auf den Platz.

Was aus dem Spiel heraus nicht funktionierte, richtete in der 32. Minute eine Standardsituation. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied auf Elfmeter, nachdem Dresdens Ioannis Nikolaou etwas unglücklich mit dem hohen Bein gegen Sebastian Griesbeck vorgegangen war. Marc Schnatterer verwandelte, wenngleich nicht ganz souverän: Eine kurze Schrecksekunde mussten die Fans in Kauf nehmen, als der Ball erst gegen den linken Pfosten knallte. Dann aber landete er im Tor.

Dresden drehte nach dem Rückstand noch mehr auf, war von da an die Mannschaft mit mehr Ballbesitz. Ihr Mut wurde belohnt, als Koné im Strafraum nach einem schönen Freistoß des Ex-Heidenheimers Philip Heise an den Ball kam und traf. Doch die Freude währte nur kurz: Dem Schiedsrichter zufolge soll Koné im Abseits gestanden haben, tatsächlich befand er sich auf gleicher Höhe mit Norman Theuerkauf – eine bittere Fehlentscheidung für Dresden.

Ähnlich bitter war indes für die Heidenheimer, dass Aias Aosman so hart gegen Arne Feick einstieg, dass dieser verletzt vom Platz musste (siehe unten). Das einzig Gute daran: Der Freistoß war für Marc Schnatterer die Chance, aus circa 20 Metern das 2:0 zu erzielen. Der Kapitän hat die Klasse, in solchen Momenten zu liefern, fackelte nicht lange und zirkelte den Ball über über die Mauer halbhoch ins linke Eck. Zweiter Torschuss, zweites Tor – die Heidenheimer waren höchst effizient. Für Feick spielte fortan Oliver Steurer.

In der Halbzeit fand Dynamos Interimstrainer Cristian Fiél die richtigen Worte für seine Mannschaft, die mit Wucht aus der Kabine kam. Sie setzte Heidenheim schwer unter Druck, aber die Gäste standen hinten sicher. Obendrein hatten sie Konterchancen, die beste davon Robert Glatzel. Er lief alleine aufs Tor zu, scheiterte aber an Keeper Markus Schubert.

Es schien sich zu rächen, dass der FCH den Sack nicht zugemacht hat. Denn kurz nach seiner Einwechslung erzielte Dresdens Joker Erich Berko in der 68. Minute den Anschlusstreffer. Wieder war es Heise, der den Angriff mit einer Flanke eingeleitet hatte. Berko spielte zu Koné, der passte zum eingewechselten Stürmer zurück und Heidenheims Innenverteidiger Patrick Mainka, der bis dahin einen glänzenden Job gemacht hat, konnte ihn nicht mehr aufhalten.

„Brutaler Kampf“

„Dann war klar, was kommt, nämlich brutaler Kampf bis zur letzten Sekunde“, sagte FCH-Coach Frank Schmidt später zu dieser Situation.

Und Heidenheim kämpfte: Statt zu zittern stellte Nikola Dovedan nur eine Minute später mit dem 3:1 den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Der für Glatzel eingewechselte Patrick Schmidt bereitete den Treffer vor, er spielte aus dem Zentrum auf Dovedan, der den Ball ins kurze Eck schlug. Bei so viel Erleichterung gab es einen Purzelbaum des Torschützen obendrauf.

Selbst nach diesem Gegenschlag hörten die Dresdner aber nicht auf, zu kämpfen. Unermüdlich rannten sie gegen die Heidenheimer an, die cool blieben und weiter sicher verteidigten. Koné traf nur noch den Pfosten, mehr war für die Sachsen nicht drin. Ihrer Leistung entsprechend hätten sie mehr verdient gehabt, aber am Ende hatte der FCH „das Glück des Tüchtigen“, wie es Frank Schmidt bezeichnete, auf seiner Seite.

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