Heidenheim FCH muss gegen die stärkste Abwehr der Liga ran

Kommt Arne Feick wieder zurück in die Abwehr?
Kommt Arne Feick wieder zurück in die Abwehr? © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 05.10.2018
Ein schwerer Gang steht dem Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim am Sonntag bevor. Ab 13.30 Uhr geht’s gegen den Tabellenzweiten Union Berlin.

Ein bisschen vergleicht der Heidenheimer Trainer die Ausgangssituation mit jener vor dem Gastspiel beim Hamburger SV. Wie damals begebe man sich als „klarer Außenseiter“ auf die Reise – und fahre dennoch hin, um etwas mitzunehmen.

Statistisch gesehen freilich spricht am Sonntag (13.30 Uhr) vieles für die Berliner Union: Saisonübergreifend ist der derzeit hartnäckigste Köln-Verfolger seit zehn Spielen ohne Niederlage und neben Bundesligist Borussia Dortmund der einzige deutsche Profiklub, der noch ungeschlagen ist. Sechs Gegentreffer erst mussten die Kicker aus Köpenick hinnehmen – weniger als jeder andere Zweitligist (FCH: 11). Dabei haben die „Eisernen“ auf der anderen Seite nicht mehr Tore erzielt als ihr morgiger Gast (jeweils 13).

„Da sieht man einfach, wie wichtig es ist, hinten gut zu stehen“, sagt Frank Schmidt. Für den Heidenheimer Trainer ist die Parole fürs Wochenende daher klar: „Die Frage nach dem Erfolg für uns ist die Frage, wie wir in Berlin verteidigen.“ Es müsse einfach gelingen, „den Laden hinten in den Griff zu bekommen“.

Zuletzt zweimal etwas geholt

Schaffe es seine Mannschaft, an der Alten Försterei im Stadtteil Köpenick „zu Null zu spielen oder auch mal mit einem Gegentor auszukommen“, dann könnte bei Union etwas zu holen sein. „Wir wissen, dass wir auch in Berlin gewinnen können“, gibt sich Schmidt diesbezüglich selbstbewusst und verweist auf die vergangenen beiden Spieljahre, in denen man jeweils ungeschoren davonkam (1:1 und 1:0-Sieg).

Zuversicht können die Heidenheimer auch aus dem jüngsten 3:2-Sieg gegen Bochum schöpfen, bei dem es erstmals in dieser Saison gelang, einen Rückstand (1:2) noch in einen Sieg zu verwandeln. Auch Schmidt hofft, dass die erfolgreiche Aufholjagd vom vergangenen Samstag „Kräfte freisetzt und besondere Emotionen hervorruft“, um im Stadion an der Wuhlheide zumindest nicht leer auszugehen.

Auswärts nachlegen

„Wichtig ist, dass wir nun auch auswärts nach zwei unnötigen Niederlagen in Regensburg und beim HSV so unseren Mann stehen, dass wir was mitbringen“, sagt Schmidt. Den Berlinern, die am vergangenen Montag mit einem 2:1-Erfolg in Ingolstadt ihren guten Lauf untermauerten, begegnet er dabei mit viel Respekt, spricht von einem „tollen Kader“, von „sinnvollen und qualitativ sehr guten Verstärkungen“ und von einem „richtig guten Trainer mit viel Erfahrung.“

Seit der Eidgenosse Urs Fischer die Kommandos im Berliner Osten gibt, wissen die im Vorjahr noch um den Klassenerhalt bangenden Unioner nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt. Eine Ruhe, wie sie der Schweizer Kollege ausstrahle, würde er sich manchmal auch für sich wünschen, meinte Schmidt gestern schmunzelnd.

Hohes aggressives Pressing zeichne die gegnerische Mannschaft aus, die meist mit einem kompakten Dreier-Mittelfeld agiere (Prömel, Schmiedebach, Kroos) und neben Mittelstürmer Andersson auch noch durch zwei starke Außen (Gogia, Hartel) die Offensive bereichere. Vor allem hätten es die Berliner bisher verstanden, ihre Treffer zum richtigen Zeitpunkt zu erzielen, also sehr effektiv zu arbeiten.

Kehrt Feick ins Team zurück?

Vielleicht sorgt ja die mögliche Rückkehr von Linksverteidiger Arne Feick für zusätzliche Stabilität im Heidenheimer Defensivverbund. Feick nahm nach wochenlanger Verletzungspause (doppelter Bänderriss im Sprunggelenk) diese Woche erstmals wieder am Mannschaftstraining teil. „Mal sehen, ob es schon zum Einsatz reicht“, gab sich Schmidt bezüglich eines Einsatzes des Routiniers noch bedeckt.

Definitiv verzichten muss er weiterhin auf Oliver Steurer, der aufgrund einer Bänderverletzung im Sprunggelenk noch individuell trainiert. Auch Nachwuchshoffnung Kevin Sessa steht nicht zur Verfügung. Er musste in dieser Woche krankheitsbedingt das Bett hüten.

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