Heidenheim 1. FC Heidenheim will gegen Aue nachlegen

Kann Marc Schnatterer auch am Sonntag jubeln? Im letzten Heimspiel des FCH gegen Aue stand es am Ende 2:1 für die Heidenheimer.
Kann Marc Schnatterer auch am Sonntag jubeln? Im letzten Heimspiel des FCH gegen Aue stand es am Ende 2:1 für die Heidenheimer. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Jentscher 04.11.2018
Der 1. FC Heidenheim hat am Sonntag (Beginn 13.30 Uhr) Erzgebirge Aue zu Gast und möchte die Erfolgsserie ausbauen – die Gäste erfreuen sich aber derzeit ebenfalls an einem guten Lauf.

Nach dem Pokaltriumph am Dienstag sind die Heidenheimer Fußballer wieder in der 2. Liga gefordert: Am Sonntag (13.30 Uhr) ist Erzgebirge Aue zu Gast in der Voith-Arena. Es ist das Duell zweier Teams, die zuletzt richtig gut drauf waren. Der FCH ist inklusive Pokal seit fünf Spielen ungeschlagen (drei Siege, zwei Unentschieden), die Sachsen überzeugten mit sieben Punkten aus drei Spielen ebenfalls.

Mit einem Sieg könnten die Auer sogar vorbeiziehen und so erwartet nicht nur FCH-Trainer Frank Schmidt ein spannendes und attraktives Spiel. Wie über einen guten Wein, durfte sich Schmidt auch über einen „goldenen Oktober“ freuen, in dem seine Mannschaft ohne Niederlage blieb.

„Die Ergebnisse und auch die Leistungen waren sehr ansprechend“, sagt der Heidenheimer Coach, warnt aber gleichzeitig: „Das ist keine Garantie, dass du automatisch weiter punktest. Das Ziel ist es, uns in der Liga festzubeißen, den Abstand nach unten zu vergrößern.“

Dass dies gegen Aue nicht einfach wird, ist dabei keine Frage. Der dreimalige DDR-Meister, der vergangene Saison erst in der Relegation den Klassenerhalt sicherte, hat sich nach schwachem Start gefangen und mittlerweile von der Abstiegszone abgesetzt. Trainer Daniel Meyer setzt auch ein eher ungewöhnliches 3-4-1-2-System. „Da muss man sich auch erst einmal drauf einstellen“, erklärt Schmidt und spricht von einem Gegner, der im Zentrum stark besetzt ist, trotzdem auch immer wieder über die Flügel Druck macht.

Mit Pascal Testroet und Sören Betram verfügt Aue über gefährliche Angreifer, der aserbeidschanische Nationalspieler Dimitrij Nazarov kommt sogar oft erst von der Bank. „Mit Jan Hochscheidt haben sie zudem eine Art Freigeist im Team, der überall auf dem Platz zu finden ist“, erklärt Schmidt und weiß, dass am Sonntag eine sehr konzentrierte Defensivleistung seiner Truppe gefordert sein wird.

Wird der FCH bestes Heimteam?

Wenn die drei Punkte in zu Hause bleiben, würde Heidenheim die Führung in der „Heimtabelle“ der 2. Liga übernehmen – ein sicher lohnendes Ziel, das aber nicht zu übertriebenem Risiko verleiten darf. „Wir spielen zu Hause, wir wollen agieren, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins offene Messer laufen“, sagt Schmidt und erinnert daran, dass in den letzten Jahren jedes Spiel gegen Aue extrem umkämpft war.

Pokal spielt keine Rolle mehr

Könnte den Heidenheimern dabei das Pokalspiel vom Dienstag zum Nachteil werden? Gegner Aue war bereits ausgeschieden und hatte unter der Woche frei. Schmidt sieht aber keine Gefahr. „Aus Gründen der Frische müssen wir keine Wechsel vornehmen. Es sind vier Tage dazwischen, da haben wir genügend Zeit, zu regenerieren.“

Sogar ein freier Tag am Donnerstag war drin, der Freitag und Samstag werden zu intensiven taktischen Einstellung auf den Gegner genutzt. „Ich bin überzeugt, dass alle Spieler wieder Energie haben. Nichtsdestotrotz, kann es punktuelle Veränderungen in der Aufstellung geben“, so Schmidt.

Nicht dafür in Frage kommen die weiter verletzten Robert Glatzel (Muskelfaserriss), Robert Strauß (Wadenverletzung) und Kevin Lankford (muskuläre Probleme), dagegen ist Maximilian Thiel wieder im Mannschaftstraining. „Wir müssen schauen, ob er schon eine Alternative ist“, sagt Schmidt.

Kampfansage aus dem Erzgebirge: Aue will „Schnatterer stoppen“

Das Duell ist das zehnte zwischen Heidenheim und Aue in 2. und 3. Liga sowie DFB-Pokal. Auch wenn alle knapp waren, spricht die Gesamtbilanz für den FCH (4 Siege, 4 Unentschieden, 1 Niederlage).

Seit dem ersten Spiel im Jahre 2009 gab es bei Aue sieben Trainer: Rico Schmitt, Tommy Stipic, Pavel Dotchev, Thomas Letsch, Domenico Tedesco, Hannes Drews und aktuell Daniel Meyer. Bei Heidenheim einen: Frank Schmidt.

Immer dabei in all den Jahren waren Marc Schnatterer und Martin Männel. Während der FCH-Kapitän überraschenderweise gegen Aue noch nie traf, kann Männel als Torwart schon einen Treffer vorweisen. Im letzten Spiel der Saison 2014/15 traf er zum 2:2, allerdings reichte dies nicht, um den Abstieg zu verhindern.

Schon zweimal bestritten die Heidenheimer ihr erstes Saisonspiel gegen Aue – einmal sogar doppelt. Zu Beginn der Runde 2017/18 macht ein 15-minütiger Wolkenbruch ein Weiterspielen unmöglich, der Schiedsrichter entschied sich zum Abbruch. Aue reiste neun Tage später wieder an – und verlor 1:2.

Obwohl Schnatterer gegen die Sachsen noch nie traf, zeigen sie besonderen Respekt vor dessen Bilanz (372 Einsätzen, 112 Tore, 110 Assists). Mit Philipp Riese spielt bei Aue ein „Abräumer“, der auch auf ein Jahr im Dress des FCH zurückblicken kann. Er gab dann auch schon die Devise aus, wie Schnatterer zu stoppen sei. „Aber er mag es nicht, wenn er mit einer gewissen Härte konfrontiert wird. Ihm permanent auf den Füßen zu stehen, ist das beste Mittel“, so Rieses Kampfansage.

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