Heidenheim / Thomas Jentscher Nach überstandener Grippewelle kann der 1. FC Heidenheim am Freitagabend (Beginn 18.30 Uhr) wieder weitgehend in Bestbesetzung gegen den Tabellendritten Union Berlin antreten.

Wenn es nach FCH-Trainer Frank Schmidt geht, darf es am Freitagabend in der Voith-Arena ruhig stürmisch zugehen, denn um Union Berlin zu knacken, muss seine Mannschaft ohnehin für mächtig Wirbel sorgen. „Das Wetter gefällt mir momentan. Und es wird sicher ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen werden – von daher passt es vielleicht ganz gut, wenn es ein bisschen stürmisch wird“, meint Schmidt.

Union verlor erst zweimal

Wie schwer es ist, gegen die „Eisernen“ zu gewinnen, zeigt schon ein Blick aufs Zahlenwerk. Erst zwei Niederlagen stehen für Union zu Buche, das mit nur 21 Gegentreffern zudem die beste Abwehr der Liga vorweisen kann. Der Lohn ist derzeit Rang drei und so wird in Berlin-Köpenick längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand vom Aufstieg in die Bundesliga gesprochen.

Auf den Vierten St. Pauli hat die Truppe des Schweizer Trainers Urs Fischer vier Punkte Vorsprung, auf den Tabellenzweiten HSV fehlen drei Zähler. Und da die Zweitligisten bisher in der Relegation meist glücklos waren, streben natürlich alle die ersten beiden Plätze und damit den direkten Aufstieg an.

Die Berliner haben also ein klares Ziel und Schmidt ist klar, was da am Freitag auf den FCH zukommt. „Das ist eine Mannschaft, die genau weiß was sie kann. Sie stehen defensiv sehr gut, warten auf Fehler, können sehr gut Umschalten, sind bei Standards gefährlich. Deshalb wird Union Berlin hier her kommen, um das Spiel zu gewinnen und sehr selbstbewusst auftreten“, prognostiziert der FCH-Coach.

Cleverness statt Glanz

Dass die Berliner bei ihren Siegen oftmals nicht glänzen, zuletzt gegen Schlusslicht Ingolstadt erst durch einen umstrittenen Foulelfmeter auf die Siegerstraße kamen, spielt für Schmidt keine Rolle. „Das ist Cleverness, das gehört eben auch dazu“, sagt Schmidt und betont gleichzeitig: „Wer nach 25 Spieltagen erst zwei Niederlagen hat, braucht sich nicht für seine Spielweise rechtfertigen.“

Trotzdem wollen die Heidenheimer mit aller Macht die dritte Niederlage in Folge verhindern und nach vier Spielen ohne Sieg auch am Freitag möglichst wieder dreifach punkten.

Und nach der großen Personalnot am vergangenen Wochenende in Bochum sind dafür auch die personellen Voraussetzungen wieder vorhanden. Alle sieben Grippekranken haben sich zurückgemeldet, zuletzt auch Maximilian Thiel.

Nur zwei Ausfälle beim FCH

„Aber natürlich sind noch nicht alle bei 100 Prozent, da müssen wir abwarten wie es sich entwickelt“, schränkt Schmidt ein. Definitiv fehlen nur der Langzeitverletzte Robert Leipertz und Robert Andrich, der nach seiner gelb-roten Karte in Bochum ein Spiel Sperre absitzen muss. So werden am Freitagabend auf einem sicher nicht ganz leicht zu bespielenden Rasen wohl Willen und Kampfgeist eine große Rolle spielen.

Regen und Wind sind für die Jahreszeit normal und für die Fußballer nichts ungewohntes. Schmidt: „Es gibt keine schlechten Bedingungen, es gibt nur schlechte Einstellung.“

Die war bei seiner Mannschaft bisher aber meistens gut und dementsprechend zeigt sich der Heidenheimer Trainer auch angesichts von nur zwei Punkten aus den letzten vier Spielen nicht enttäuscht. „Natürlich müsse wir noch Punkte holen, aber die Mannschaft kann für mich die Saison nicht mehr kaputt machen, weil sie bisher hervorragend mitgezogen hat. Dass da auch mal so eine Phase kommt, wo man Spiele verliert, ist normal“, so Schmidt.

Bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist für den FCH, ein Sieg am Freitag vorausgesetzt, noch alles möglich, ernsthaft wurde aber ohnehin nie über einen Aufstieg nachgedacht. Schmidt hat dann auch ausschließlich das nächste Spiel im Blick: „Jetzt freuen wir uns, dass wir wieder fast alle Spieler an Bord haben, dass wir ein Heimspiel haben und die Chance, nach dem Spiel 40 oder mehr Punkte zu haben.“

Bisher gute Bilanz gegen Union

Elf Mal trafen der 1. FC Heidenheim und Union Berlin bisher aufeinander, davon neun Mal in der 2. Liga. Hier gewann der FCH vier Spiele und verlor drei, die letzten beiden Duelle endeten Unentschieden. Außerdem gewann die Schmidt-Truppe ein DFB-Pokal- und ein Freundschaftsspiel gegen die „Eisernen“.

Während beim FCH nach der Grippeweille die meisten Akteure wieder zur Verfügung stehen, haben die Berliner einige Ausfälle. Sebastian Polter erholt sich noch von einer Verletzung am Mittelfuß, der Einsatz von Carlos Mané ist wegen einer Schulterverletzung fraglich. Zudem sahen Grischa Prömel und Nicolai Rapp gegen Ingolstadt jeweils ihre fünfte gelbe Karte, so wird sich Trainer Urs Fischer etwas einfallen lassen müssen, wen er im zentralen Mittelfeld aufbietet.