Heidenheim FCH will die „Zebras“ im Zaum halten

Gelungener Abschied von den Fans? Die FCH-Fußballer wollen heute im letzten Heimspiel des Jahres nochmals jubeln.
Gelungener Abschied von den Fans? Die FCH-Fußballer wollen heute im letzten Heimspiel des Jahres nochmals jubeln. © Foto: Langer/Eibner
Heidenheim / Thomas Jentscher 07.12.2018
Zum letzten Heimspiel des Jahres erwartet der 1. FC Heidenheim am Samstag (13 Uhr) den MSV Duisburg und steht vor einer Aufgabe, die viel schwieriger ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Die Heidenheimer Fußballer verabschieden sich mit der Partie gegen Duisburg (danach stehen noch die Spiele in Ingolstadt und Bielefeld an) für dieses Jahr von ihren Fans und möchten dies natürlich standesgemäß mit einem „Dreier“ tun – doch die Gäste, die aufgrund ihrer gestreiften Trikots gerne „Zebras“ genannt werden, sind alles andere als leichte Beute.

Wenn der Tabellensiebte zu Hause gegen den 15. spielt, der nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat und gerade zu Hause eine 0:4-Klatsche kassierte, scheinen die Vorzeichen klar zu sein. Doch ob ein Sieg gegen diesen Gegner Pflicht ist, sollte man Frank Schmidt aber erst gar nicht fragen. „Pflicht? In der 2. Liga? In der 2. Liga ist jedes Spiel eng“, erklärt der FCH-Trainer mit Nachdruck. „Es ist Pflicht, alles dafür zu tun, dass wir zu Hause wieder erfolgreich sind“, sagt Schmidt und rechnet mit einer schweren Aufgabe.

Ein genauerer Blick auf die bisherige Saison relativiert auch vieles. Duisburg startete zwar mit vier Niederlagen und 0:7 Toren, hat sich nach dem Trainerwechsel aber stabilisiert. Der langjährige Braunschweiger Coach Torsten Lieberknecht verhalf dem Meidericher Spielverein zu deutlich mehr Stabilität, da war das 0:4 gegen Kiel eine absolute Ausnahmen – so wie Heidenheims 1:5 gegen Paderborn.

Starke Auswärtsbilanz des MSV

Zuvor hatte Duisburg in vier Pflichtspielen keinen Gegentreffer kassiert und sich aus den Abstiegsrängen gekämpft. Und dies gelang vor allem durch die Qualitäten auf fremden Plätzen. Auswärts hat das schlechteste Heimteam der Liga nur zwei Spiele verloren, zuletzt am 24. August. Dafür gelangen Siege bei Bundesligaabsteiger 1. FC Köln sowie gleich zweimal (Liga und DFB-Pokal) in Bielefeld.

So warnt auch Schmidt: „Wichtig ist gegen Duisburg, dass man Geduld mitbringt, nicht zu offensiv steht. Ich denke es wird, auch aufgrund des Wetters, ein sehr kampfbetontes Spiel, da muss man Zweikämpfe gewinnen, handlungsschneller sein als der Gegner.“ Gleichzeitig müsse man im Ballbesitz Druck ausüben, sich Chancen erarbeiten. „Aber wie gesagt müssen wir immer eine gute Absicherung bei möglichen Ballverlusten haben.“

Die Duisburger treten sehr unterschiedlich auf

Dies gelang zuletzt gut, beim 2:1 in Sandhausen war Schmidt vor allem mit dem Defensivverhalten, aber natürlich auch der Effektivität zufrieden. Schmidt weiß, dass Lieberknecht sein Team sehr variabel einstellt, mal agieren die Duisburger mit einer sehr kompakten Defensive, mal attackieren sie den Gegner schon früh. Deshalb liege der Fokus auf dem eigenen Spiel. „Wir wissen, wir müssen Zweikämpfe gewinnen, wir dürfen nicht nebenher laufen, wie das gegen Paderborn nach dem 1:3 der Fall war.“

Was bei Duisburg trotz des Trainerwechsels blieb, ist das Offensivprobleme. Mit 13 Toren hat die Mannschaft den schwächsten Angriff der Liga. Daran konnte auch der Ex-FCHler John Verhoek nichts ändern. Anfangs noch weniger berücksichtigt und verletzt, spielt der im Sommer etwas überraschend in den Ruhrpott abgewanderte Niederländer inzwischen meist von Anfang an, blieb in elf Einsätzen aber noch ohne Torerfolg.

Dorsch und Glatzel fehlen

Beim FCH wird wohl Innenverteidiger Timo Beermann zurück kehren. Er musste nach einem Zusammenprall im Training gegen Sandhausen kurzfristig passen, trainierte diese Woche aber wieder mit der Mannschaft. Norman Theuerkauf könnte damit wieder auf der linken Abwehrseite spielen. Dort bot aber Arne Feick in Sandhausen eine gute Leistung, Somit rückt Allrounder Theuerkauf vielleicht ins zentrale Mittelfeld vor und ersetzt Niklas Dorsch, der nach seiner fünften gelben Karte aussetzen muss.

Neben Dorsch fehlt nur Stürmer Robert Glatzel – eine erfreuliche Situation zum Ende eines anstrengenden Jahres hin. Schmidt sieht auch keine Erschöpfungszustände. „Wenn man darüber nachdenkt, dass man müde sein könnte, dann ist man müde“, sagt der Trainer und ist überzeugt, dass seine Mannschaft bis nach dem Spiel in Bielefeld bereit sein wird, alles zu investieren. Schließlich gibt es vor der kurzen Winterpause noch neun Punkte zu verteilen.

Letzte Saison war eine schwierige

Ob bei Glatzel nach seinen aufeinander folgenden Muskelfaserrissen in diesem Jahr noch ein Einsatz möglich ist, wollte Schmidt nicht beantworten. Dafür hatte er fürs letzte Heimspiel noch eine Botschaft an die Fans: „Wir haben mal ein anderes Kalenderjahr gehabt, die letzte Saison war eine schwierige. Ich möchte mich – auch im Namen der Mannschaft – bedanken für die Solidarität, insbesondere im Finale der vergangenen Saison. Dafür gebührt jedem einzelnen Fan, jedem Zuschauer Dank und das schönste wäre, wenn wir das Kalenderjahr dann auch mit einem Sieg im letzten Heimspiel abschließen könnten.“

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