Heidenheim FCH-Trainer fordert mehr Unterstützung vom Umfeld

Ein Banner mit der Aufforderung „Alle nach Nürnberg“ brachten gestern FCH-Ultras am Schloss Hellenstein an. Die Aufforderung ist ganz im Sinne von Trainer Frank Schmidt, der im Abstiegskampf mehr Zusammenhalt einforderte.
Ein Banner mit der Aufforderung „Alle nach Nürnberg“ brachten gestern FCH-Ultras am Schloss Hellenstein an. Die Aufforderung ist ganz im Sinne von Trainer Frank Schmidt, der im Abstiegskampf mehr Zusammenhalt einforderte. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Thomas Grüninger 06.04.2018
Vor dem Gastspiel des 1. FC Heidenheim in Nürnberg (Samstag, 13 Uhr) appelliert Trainer Frank Schmidt ans Umfeld und fordert einen größeren Zusammenhalt im Abstiegskampf.

Sechs Punktspiele noch haben die Heidenheimer in dieser verzwickten Zweitliga-Saison zu bestreiten – „sechs Endspiele“, wie Abwehrspieler Mathias Wittek nach dem jüngsten 1:2 gegen Ingolstadt verkündete. Seit dem vergangenen Wochenende rangiert der FCH auf dem Relegationsplatz (Position 16), ist also richtig im Abstiegskampf angekommen.

Die schwierige Lage wird auf dem Schlossberg nicht verkannt, Trainer Frank Schmidt richtete gestern allerdings auch einen flammenden Appell ans Umfeld. Tenor: Um die Saison-Schlussetappe mit dem Happy End des Klassenerhalts zu krönen, bedarf es neben entsprechenden Auftritten auf dem Spielfeld auch des Zusammenhalts zwischen dem Team und der interessierten Öffentlichkeit. „Heidenheim muss Farbe bekennen“, forderte Schmidt.

Neue Situation entstand

Es sei eine neue Situation entstanden, beobachtete der FCH-Trainer nach dem zurückliegenden schwarzen Wochenende, an dem fast alle Kellerteams Siege einfuhren und damit die Heidenheimer erstmals unter die Sicherheitslinie der Zweitliga-Tabelle schickten. Dass es so kommen würde, habe er angesichts der Entwicklungen zuvor erwartet, zeigte sich Schmidt nicht überrascht. Nicht gerechnet hat der 44-Jährige wohl aber mit dem Stimmungsumschwung der vergangenen Tage.

Man spüre die neue Situation in der Berichterstattung, an den Fans, an den Beurteilungen – auch daran, dass man jetzt sofort einen Schuldigen suche und davon spreche, der FCH sei jetzt schon abgestiegen, ärgerte sich der Coach.

Zusammenhalt wird vermisst

„Ich glaube, Heidenheim als Ganzes wurde in den letzten Jahren verwöhnt. Wir hatten über ein Jahrzehnt lang nur Erfolge. Jetzt ist passiert, was im Sport immer passieren kann: Dass es eben mal nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat“, sagte Schmidt – und fügte später hinzu: „Jeder spricht vom Zusammenhalt. Aber ich spüre das momentan nicht im Umfeld. Ich habe das Gefühl, die neue Situation überfordert den einen oder anderen in der Wahrnehmung.“

Gemeckere helfe jetzt ebenso wenig weiter, wie in dieser Phase nach Schuldigen zu suchen oder die Mannschaft nicht mehr zu unterstützen. „Jetzt ist Abstiegskampf angesagt, und so muss man sich auch verhalten. Das erwarte ich von allen, die es gut mit uns meinen, die wollen, dass wir auch nächstes Jahr wieder in der 2. Liga spielen“, meinte der Trainer unmissverständlich und ließ dabei jene Emotionalität aufblitzen, die seine Mannschaft zuletzt vermissen lassen habe, aber nun in Nürnberg dringend wieder auf den Platz bringen müsse.

Während Schmidt vom Umfeld Unterstützung erwartet, fordert er von seinen Schützlingen, dass sie auf dem Rasen „an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen“. Das sei die Grundvoraussetzung, um in Nürnberg etwas holen zu können.

Auch Nürnberg muss siegen

Die Situation beim „Club“ ist durchaus mit der vom FCH vergleichbar – wenn auch die Perspektiven ganz andere sind. Wie die Heidenheimer warten auch die Franken seit fünf Spielen auf einen Sieg – steht also im Aufstiegsrennen ähnlich unter Druck wie der FCH im Abstiegskampf.

Beim neunmaligen deutschen Meister hakte es zuletzt vor allem in der Offensive. Der schwedische Torjäger Mikael Ishak (zwölf Saisontreffer) hat nach seinem Innenbandriss im Knie diese Woche wieder trainiert – sein Einsatz heute ist aber fraglich.

Verhoek leicht angeschlagen

Beim FCH hingegen sind wohl alle Mann an Bord. Neuzugang Maurice Multhaup schloss sein Reha-Programm mittlerweile ab und stieg ins Individualtraining ein. „Er macht gute Fortschritte, aber es dauert noch eine Zeit, bis er ins Mannschaftstraining integriert werden kann“, sagte Schmidt. Zwei Tage angeschlagen war John Verhoek. Der Stürmer habe aber inzwischen signalisiert, dass er für Nürnberg zur Verfügung stehe.