1. FC Heidenheim FCH-Traingslager: Was läuft gut und was nicht?

Trainer Frank Schmidt (rechts) arbeitet derzeit mit seiner Mannschaft in Spanien akribisch an der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte, in der so schnell wie möglich die Grundlagen für den Klassenerhalt geschaffen werden sollen.
Trainer Frank Schmidt (rechts) arbeitet derzeit mit seiner Mannschaft in Spanien akribisch an der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte, in der so schnell wie möglich die Grundlagen für den Klassenerhalt geschaffen werden sollen. © Foto: FCH
Algorfa / Thomas Jentscher 13.01.2018
Trainer Frank Schmidt schwört seine Truppe im Trainingslager in Spanien auf die zweite Saisonhälfte ein, freut sich über beste Bedingungen, beklagt aber auch einige Ausfälle.

Seit knapp einer Woche bestreiten die Fußballer des 1. FC Heidenheim ihr Trainingslager im spanischen Algorfa. Wetter, Plätze, Hotel – das passt alles für Trainer Frank Schmidt bei der wichtigen Vorbereitung auf die sicher noch nervenaufreibende Rückrunde. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen.

Beginnen wir mit dem sicherlich angenehmen – wie ist das Wetter bei Ihnen?

Wir hatten bislang gute Bedingungen, stets so 17, 18 Grad, am Donnerstag war es dann erstmals etwas windig. Aber das ist nicht wild, da wir in der Mitte des Trainingslagers ohnehin einen freien Nachmittag eingeplant hatten. Insgesamt sind es Topbedingungen.

2. Wie wichtig ist es denn generell, in dieser Zeit unter guten Bedingungen zu trainieren? Man könnte ja auch sagen: Wer zu Hause bleibt, muss sich nachher nicht wieder an das Wetter auf der Ostalb gewöhnen.

Ein Trainingslager ist einfach wichtig, um die Spieler rund um die Uhr da zu haben und auf die noch ausstehenden 16 Partien einzuschwören. Ich führe auch während der Zeit hier mit allen Akteuren Einzelgespräche, weil es einfach wichtig ist, dass jeder weiß, wie es für ihn persönlich aussieht. Das geht oft bis in die späten Abendstunden. Und ans Wetter werden wir uns schnell gewöhnen, wenn wir wieder zu Hause sind.

Gibt es für die Zeit in Algorfa eigentlich ein besonderes Motto oder wird „ganz normal“ trainiert?

Ein Motto in diesem Sinne gibt es nicht. Aber es geht darum, die Hinrunde, nachdem wir sie in der Winterpause analysiert haben, abzuhaken, und uns auf die kommenden Herausforderungen auszurichten. Die Rückrunde wird es in sich haben und wird für viele Mannschaften eine große Herausforderung darstellen.

Das Trainingslager neigt sich bald schon wieder dem Ende zu – in wieweit haben sich die Erwartungen bisher erfüllt?

Wir konnten am Montag und Dienstag sehr gut trainieren, haben am Aufbauspiel, an der Spielentwicklung, vor allem aber am Defensivverhalten gearbeitet. Das haben wir dann auch im Testspiel (3:1-Sieg gegen Antwerpen) gegen eine Topmannschaft aus Belgien unter Beweis stellen können. In der ersten Halbzeit haben wir verpasst, in Führung zu gehen, und wie das dann so oft ist, wenn man die Chancen nicht verwertet, kam eine Standardsituation, bei der wir geschlafen haben. Das darf uns nicht passieren. Insofern ist das auch wieder gut, im Training und in den Spielen zu sehen, dass man immer auf der Hut sein muss.

In der zweiten Halbzeit haben wir offensiv aufgedreht, waren unheimlich effektiv, hatten in der ein oder anderen Situation aber auch Glück. Wir haben das, was wir kurz und intensiv trainiert haben, schon zu 90 Prozent gut umgesetzt. Aber 90 Prozent reichen nicht, wir müssen nahe an die 100 Prozent kommen.

Von den bisher zwei Zugängen zur Winterpause trat einer die Reise nach Spanien an – lässt sich über den Leistungsstand von Oliver Steurer schon etwas sagen?

Ich denke, er passt sich schnell an, ist ein fußballerisch sehr guter Spieler, der sich jetzt sicherlich an ein anderes Tempo und eine andere Zweikampfintensität gewöhnen muss. Er ist ein intelligenter Spieler und benötigt keine lange Anlaufzeit. Von daher kann er schon früh eine Option für uns sein. Maurice Multhaup hat einen Trainingsrückstand, den er erst einmal aufholen muss. Da hätte es keinen Sinn gemacht, ihn mitzunehmen. Er wird in den nächsten Wochen ein spezielles Aufbauprogramm absolvieren. Dann werden wir sehen, wie schnell er eine Option für uns wird.

Gab es Akteure, die sich nach vorn gedrängt haben?

Denis Thomalla hat sicher die positivste Entwicklung, er findet immer mehr zu alten Stärke zurück. Es ist gut zu wissen, dass wir in der Offensive jetzt viele gute Optionen haben.

Sie mussten allerdings auch personelle Rückschläge verkraften . . .

Wir haben leider mit Mathias Wittek, Marnon Busch, Ronny Philp und Kolja Pusch einige angeschlagene Spieler. Die konnten bis Donnerstag im Prinzip noch nicht mittrainieren. Das ist schon ein Wermutstropfen und ich hoffe, dass sie im zweiten Teil des Trainingslagers doch noch einsteigen können. Zudem war Robert Glatzel krank, ist aber wieder voll dabei, Tim Skarke haben wir geschont, er hat ja schon drei Wochen nach seiner Operation wieder trainiert, und Ibo Hajtic musste eineinhalb Tage wegen Adduktorenproblemen aussetzen.

Außerdem durften die Jugendspieler Kevin Sessa, Florijan Ahmeti und Gökalp Kilic mit ins Trainingslager. Ist das als reine Belohnung für gute Leistung zu sehen?

Definitiv. Wir sind da auch im ständigen Austausch mit dem Nachwuchsleistungszentrum, mit Bernhard Raab, Bastian Heidenfelder und Jens Bauer. Wir haben vorgegeben, was wir positionsspezifisch für das Trainingslager suchen, und die drei kamen auf Empfehlung des Hartmann-Nachwuchsleistungszentrums mit.

Welche Ziele habt ihr euch für die verbleibende Zeit in Spanien noch gesetzt?

Das Defensivverhalten bleibt ein großes Thema. Das haben wir analysiert und da arbeiten wird an den Defiziten, die wir definitiv gehabt haben. Wir müssen auch eine Lösung finden, weil uns Sebastian Griesbeck und Marcel Titsch-Rivero gelbgesperrt zum Wiederbeginn gegen Braunschweig nicht zur Verfügung stehen werden. Deshalb werde ich da noch etwas ausprobieren. Und zum Abschluss kommt das Spiel gegen LASK Linz (Sonntag, 15.30 Uhr), eine Mannschaft, die hohes Pressing spielt, sehr aggressiv spielt. Da werden wir noch mal brutal gefordert sein. Erst dann kann man ein Fazit ziehen, aber bis jetzt bin ich sehr zufrieden.

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