Heidenheim Warum Frank Schmidt in Heidenheim bleibt

Frank Schmidt und der 1. FC Heidenheim bleiben noch länger verbunden – wenn's gut geht bis 2023.
Frank Schmidt und der 1. FC Heidenheim bleiben noch länger verbunden – wenn's gut geht bis 2023. © Foto: Eibner/Harry Langer
Heidenheim / Thomas Jentscher 09.10.2018
Cheftrainer Frank Schmidt verlängert seinen eigentlich noch zwei Jahre laufenden Vertrag bei den Heidenheimer Fußballern vorzeitig und bleibt nun bis 2023 – allerdings nur in der zweiten oder ersten Liga.

Der 1. FC Heidenheim hat den Vertrag mit Cheftrainer Frank Schmidt bis 2023 verlängert. Der bisher laufende Kontrakt des 44-jährigen wäre am 30. Juni 2020 ausgelaufen. Das neue Arbeitspapier des aktuell dienstältesten Trainers im deutschen Profifußball ist dabei ausschließlich für die ersten beiden Ligen gültig.

Erste Gespräche schon im Sommer

Erste Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit zwischen Coach und Verein gab es bereits in der Sommerpause, nun wurde die Sache konkret. Schmidt war es dabei wichtig, mit der Verkündung bis zur Länderspielpause zu warten, um vor den zuletzt anstehenden Partien keine Ablenkung zu riskieren.

Auch der gelungene Start in diese Spielzeit passt natürlich zur Vertragsverlängerung. „Wir sind im Soll, und man hat gesehen, dass Leistung und Potenzial sogar für noch mehr Punkte hätten reichen können“, sagt Schmidt, der sich für die nächsten Jahre ein klares Ziel gesetzt hat. „Es läuft immer noch unter dem Titel Etablieren. Jahr für Jahr die 2. Liga zu halten, ist für uns ein riesiger Erfolg.“

Auch ein Dank für das Vertrauen

Seine Verlängerung sieht Schmidt, der in der Vergangenheit auch schon lukrative von anderen Klubs hatte, als klares Bekenntnis zum FCH. „Auch nach über elf Jahren als Cheftrainer bereitet mir meine Arbeit unheimlich viel Spaß und Freude. Der Weg, den wir in Heidenheim gemeinsam aus dem Amateurbereich bis in die 2. Bundesliga gegangen sind, ist etwas ganz Besonderes im Profigeschäft.“

Dabei stellt er besonders das Vertrauen heraus, das ihm der Vorstand und Aufsichtsrat in der schwierigen vergangene Saison stets ausgesprochen hatten. „Da haben wir nicht nur miteinander, der Verein hat auch für mich gesprochen.“

Der Volker Finke von Heidenheim

Schmidt räumt auch ein, dass ein bisschen Romantik mit dabei ist. „Als ich mal gesagt habe, dass ich mir vorstellen könnte, der Volker Finke von Heidenheim zu werden, war das noch weit weg. Jetzt habe ich schon weit mehr als die Hälfte von diesem Weg hinter mir.“

Ob er Rekordmann unter den Trainern wird, ist ihm aber nicht wichtig, über allem steht der sportliche Erfolg, der Wunsch dass „der FCH fester Bestandteil der 2. Liga bleibt“. Deshalb legt Schmidt Wert darauf, nur für die oberen beiden Ligen zu unterzeichnen. „Ich wollte kein Auffangnetz, wenn ein Abstieg passieren würde, müsste auch ein Neuanfang her.“

Sanwald: Gibt keinen Besseren

Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald erklärt: „Dieses langfristige Bekenntnis verdeutlicht, wofür Frank Schmidt steht: Für Identifikation mit Heidenheim und unserer Region. Es gibt deshalb keinen geeigneteren Trainer für unseren FCH als Frank Schmidt.“

Für Sanwald ist die Vertragsverlängerung enorm wichtig, um Planungssicherheit für die nächsten Jahre zu haben. Eine Abnutzung bei so langer Amtszeit befürchtet er nicht. „Wenn es immer die gleich Mannschaft wäre, könnte man dies vielleicht annehmen, aber es sind ja immer wieder neue Spieler im Kader. Außerdem ist Frank Schmidt ein Typ, der immer neue Reizpunkte setzen, sich immer weiter entwickeln will“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

„Heute ist ein guter Tag für alle Menschen, denen der FCH am Herzen liegt“, kommentiert Klaus Mayer die Vertragsverlängerung. „Frank Schmidt ist der Erfolgsfaktor für unsere fantastische sportliche Entwicklung als noch junger Verein im deutschen Profifußball. Wir freuen uns außerordentlich, dass er unser Angebot angenommen hat“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Frank Schmidt: Die Stationen einer Karriere

Das Fußballspielen begann der gebürtige Heidenheimer Frank Schmidt als Kind beim SC Giengen, spielte ab 1989 in der Jugend der TSG Giengen, wechselte aber schon als 15-Jähriger zum SSV Ulm, später zum 1. FC Nürnberg.

Als Aktiver war er für Nürnberg, Vestenbergsgreuth, Greuther Fürth, den Wiener Sport-Club, First Vienna, Alemannia Aachen, den SV Waldhof Mannheim und von 2003 bis 2007 für den Heidenheimer Sportbund am Ball.

Seine Trainerlaufbahn begann am 17. September 2007, zunächst übergangsweise als Nachfolger des entlassenen Dieter Märkle. Vergangenes Jahr feierte der geprüfte Fußballlehrer sein „Zehnjähriges“ beim 1. FC Heidenheim und ist seither der aktuell dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball. Mit dem neuen Vertrag würde Schmidt am Ende auf 16 Trainer-Jahre beim FCH kommen – das wäre dann auch der Allzeit-Rekord im deutschen Fußball. tj

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