DFB-Pokal FCH im DFB-Pokal gegen Jeddeloh II: Fröhliches Toreschießen in Oldenburg

Oldenburg / Nadine Rau 20.08.2018
Der 1. FC Heidenheim wurde seiner Favoritenrolle gegen den SSV Jeddeloh II gerecht und zieht nach dem 5:2-Sieg in die zweite Runde ein. Kolja Pusch traf bei seinem Pflichtspieldebüt gleich zweimal.

Der DFB-Pokal hält immer wieder Favoritenstürze bereit, das musste Pokalsieger Eintracht Frankfurt beim SSV Ulm schmerzlich erfahren. Auch der SSV Jeddeloh II hoffte auf eine Sensation, doch der 1. FC Heidenheim tat dem Außenseiter diesen Gefallen nicht: Die Mannschaft ließ im Oldenburger Marschwegstadion nichts anbrennen und trat mit einem 5:2-Sieg den Heimweg aus dem Norden an.

In den ersten paar Minuten sah es nach einem so deutlichen Ergebnis noch gar nicht aus. Die Heidenheimer traten nicht besonders dominant auf und fanden nicht gleich Räume gegen den Regionalligisten.

Auf dem Platz standen im Vergleich zum ersten Auswärtsspiel der Saison gegen Kiel am vergangenen Wochenende vier neue Spieler in der Startelf: Robert Strauß, Robert Andrich, Kolja Pusch und Maurice Multhaup kamen für Marnon Busch, Niklas Dorsch, Nikola Dovedan und Kevin Lankford zum Einsatz. Während Andrich schon zweimal in dieser Saison eingewechselt wurde, war es für die anderen drei das Pflichtspieldebüt der laufenden Saison. FCH-Trainer Frank Schmidt ließ damit seiner Ansage, dass sich noch Spieler für umkämpfte Positionen bewähren dürfen, Taten folgen.

Neue Spieler dürfen ran

Und damit hat er zumindest in einer Hinsicht ein glückliches Händchen bewiesen: Kolja Pusch traf gleich zweimal, wodurch er noch vor der Pause für klare Verhältnisse sorgte. Aber immer der Reihe nach.

Auf gegnerischer Seite versuchte es Jeddeloh von Beginn an mit schnellem Umschaltspiel. Doch die Gastgeber agierten meist zu fehlerhaft, Heidenheim hielt recht schnell das Zepter in der Hand. Bis zur 23. Minute dauerte es, ehe Heidenheim auch die Früchte dafür erntete: Sebastian Griesbeck erzielte nach einem schönen Angriff und Vorlage von Robert Glatzel aus rund elf Metern und halbrechter Position Tor Nummer eins. Im Gegenzug hatte Jeddeloh nur wenige Minuten später tatsächlich die Chance zum Ausgleich, Peer-Bent Wegener kam aus kurzer Distanz zum Kopfball. Aber der angeschlagene FCH-Keeper Kevin Müller klärte auf der Linie. Das war Schreck genug für den Zweitligisten, der in Form von Kolja Pusch mit einem Doppelschlag innerhalb von sieben Minuten prompt reagierte. Eigentlich hätte das 2:0 auch auf Glatzels Konto gehen können, Pusch hatte ihm im Sechzehner schön zugespielt. Der Stürmer passte aber noch einmal zurück – und so war es Pusch, der aus acht Metern traf. Sein zweiter Treffer gelang ohne viel Theater, Pusch beförderte den Ball aus 20 Metern ins rechte untere Eck.

Mit einem Polster in die Pause

Die frühzeitige Führung war Schmidts erklärtes Ziel – mit dem komfortablen Polster war das mehr als erreicht. Jeddelohs junger Trainer Key Riebau indes ermutigte sein Team an der Seite weiter, „ist egal, weitermachen“, war zu hören.

Und die Mannschaft aus dem 1300 Einwohner zählenden Dorf machte weiter, auch als Heidenheim das 4:0 längst nachgelegt hatte. Diesmal war es wirklich Glatzel, der nach Feicks Flanke am langen Pfosten goldrichtig stand und nur noch einnicken musste. Doch die Schluss-Viertelstunde wurde mit einem Elfmeter für die Hausherren eingeleitet, nachdem Feick seinen Gegenspieler Istefo beim Versuch, den Ball zu klären, getroffen hatte.

Björn Lindemann, der sogar mal in der Thai-League gespielt hat, nutzte seine Chance zum Ehrentreffer und heizte damit die Stimmung im Stadion noch einmal an. Und die viereinhalbtausend Zuschauer wurden noch lauter, als Jeddeloh auch noch ein zweites Tor erzielte: Über die linke Seite gelang es den Niedersachsen, den Ball bis in den Strafraum zu Thorsten Tönnies zu bringen, der problemlos verwandelte. Zwei Tore in zehn Minuten sind im Fußball keine Seltenheit, doch Heidenheim riss das Ruder wieder an sich und verschönerte das Ergebnis zu seinen Gunsten noch in der Nachspielzeit zum 5:2. Kevin Lankford, der ebenso wie Patrick Schmidt und Tim Skarke eingewechselt worden war, machte nach einem Konter den Deckel endgültig zu.

Auf wen der FCH in Runde zwei treffen wird, ist noch offen – ausgelost wird nächsten Sonntag.

FCH: Müller – Strauß, Mainka, Theuerkauf, Feick – Griesbeck (62. Schmidt), Andrich – Multhaup, Pusch, Schnatterer (56. Skarke) – Glatzel (70. Lankford)

Tore: 0:1 Griesbeck (23.), 0:2 Pusch (32.), 0:3 Pusch (39.), 0:4 Glatzel (56.), 1:4 Lindemann (76.), 2:4 Tönnies (79.), 2:5 Lankford (92.)

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