Heidenheim FCH gegen Verona: hinten kompakt – vorne flexibel

Neuzugang Niklas Dorsch (hier im Testspiel gegen Nersingen) hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck und dürfte auch gegen Hellas Verona die Chance bekommen, sich im zentralen Mittelfeld zu präsentieren.
Neuzugang Niklas Dorsch (hier im Testspiel gegen Nersingen) hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck und dürfte auch gegen Hellas Verona die Chance bekommen, sich im zentralen Mittelfeld zu präsentieren. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 28.07.2018
Gegen Hellas Verona geht es für Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim am Samstag (18.30 Uhr) darum, die zuletzt gezeigte Stabilität im Defensivverhalten zu bestätigen. Im Angriff spitzt sich unterdessen der Konkurrenzkampf nochmals zu.

Seit fünfeinhalb Wochen befindet sich der FCH in der Vorbereitung auf seine fünfte Zweitliga-Saison, absolvierte in dieser Zeit zwei Trainingslager in Österreich und acht Freundschaftsspiele. Bilanz der Tests: sechs Siege, acht Unentschieden, 69:2 Tore.

Auch wenn diese Zahlen letztlich ein Muster ohne Wert sind und die Hälfte der bisherigen Sparringpartner Bezirks- oder Kreisliga-Klubs waren – eine Zahl ist für Heidenheims Trainer Frank Schmidt sicher nicht ganz bedeutungslos: die zwei Gegentore.

Lediglich den Sportfreunden Fleinheim im allerersten Testspiel (Führungstreffer nach dreieinhalb Minuten, am Ende stand's 16:1 für den FCH) und dem österreichischen Bundesligisten SCR Altach gestatteten die Heidenheimer einen erfolgreicher Anschluss. Vor allem wichtig: Im letzten Trainingslager in Aigen endeten alle drei Tests gegen durchaus ansprechende Gegnerschaft (Linz, Wallern und der russische Erstligist aus der WM-Stadt Samara) zu Null.

Ziel: erneut keine Gegentor

Das ist nicht nur Balsam auf die Wunden der in der Vorsaison vielkritisierten Heidenheimer Defensiv-Seele (nur Duisburg kam mit 56 Gegentoren auf dieselbe schlechte Ausbeute). Es ist auch ein Fingerzeig, dass die intensive Arbeit an dieser Schwachstelle erste Früchte zu tragen scheint. Am Samstag (18.30 Uhr, Voith-Arena) gegen den renommierten italienischen Erstliga-Absteiger Hellas Verona soll der FCH den Positiv-Trend bestätigen.

Trainer Frank Schmidt bewertete die jüngsten Testspiel-Ergebnisse aus dem oberösterreichischen Trainingslager als positiv, vor allem auch, weil man berücksichtigen müsse, dass seinen Schützlingen die starke Belastung harter Trainingsarbeit in den Knochen steckte.

„Die Frische hat zuletzt natürlich gefehlt, aber die Mannschaft hat sich erfolgreich gequält“, sagte der Trainer. Auch gegen die Italiener sei es eines der Ziele, ohne Gegentor zu bleiben.

Sicherheit und Stabilität zu verstärken, die in der Vorbereitung erarbeiteten taktischen Inhalte zu bestätigen: Vor allem aus diesen Motiven heraus sei die heutige Saison-Generalprobe um den zum sechsten Mal zu gewinnenden Max-Liebhaber-Pokal ein „wichtiger Test“, betonte Schmidt. Der Trainer will mit Saisonbeginn einer möglichst konstanten Formation in der Abwehr-Viererkette das Vertrauen schenken. Wer also am Samstag im Defensivbereich in der Startelf steht, hat gute Chancen, auch die Zweitliga-Auftaktpartie gegen Arminia Bielefeld in acht Tagen (5. August) bestreiten zu dürfen.

Feick und Beermann fehlen

Allerdings wird Schmidt heute auch im Abwehrbereich noch testen müssen. Mit Linksverteidiger Arne Feick (leichter Muskelfaserriss) und Timo Beermann, der aufgrund anhaltender Leistenprobleme nicht einmal das jüngste Trainingslager mitmachen konnte, fallen zwei mutmaßliche Stammkräfte definitiv aus. Norman Theuerkauf käme für beide vakante Positionen in Frage, auch Oliver Steurer hat sich schon als Innen- und Außenverteidiger präsentiert.

Während Schmidt im defensiven Bereich wohl schon eine Standard-Aufstellung für die neue Saison im Kopf hat, scheint der interne Konkurrenzkampf bei den offensiven Positionen noch voll im Gange. „Allein für die beiden Außenpositionen gibt es sechs Kandidaten“, sagt Schmidt. Wenn man berücksichtigt, dass eine der offensiven Außenbahnen durch Kapitän Marc Schnatterer schon fest vergeben ist, wird deutlich, wie sehr sich das Rennen hier bis zum letzten Moment zuspitzt.

Gerne weniger Verletzungen

Insgesamt zeigte sich Schmidt mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung zufrieden – zumindest in taktischer Hinsicht und was Wille und Leidenschaft seiner Schützlinge betrifft, gebe es nichts auszusetzen. Was sich der Trainer „anders gewünscht“ hätte, ist die Zahl der Verletzungen über die vergangenen fünfeinhalb Wochen.

Patrick Schmidt konnte bisher nur individuell trainieren, Timo Beermann verpasste ebenfalls einige Zeit der Vorbereitung mit der Mannschaft, Robert Andrich ist aktuell noch verletzt, Maxi Thiel, Vitus Eicher, Kolja Pusch und Tim Skarke hatten ebenfalls Ausfallzeiten oder Trainingsrückstände.

Kader wird vorgestellt

20 Minuten vor Anpfiff präsentiert der FCH am Samstag seinen Kader für die neue Saison und stellt die Neuzugänge vor. Zudem wird Marc Schnatterer für sein zehnjähriges Jubiläum beim FCH geehrt.

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