DFB-Pokal FCH gegen Leverkusen: Stresstest für die Defensive

Nach dem 3:1-Sieg gegen Bayern München fehlt's den Leverkusener Spielern momentan nicht an Selbstbewusstsein. Hier jubeln Julian Baumgartlinger, Karim Bellarabi und Julian Brandt (von links).
Nach dem 3:1-Sieg gegen Bayern München fehlt's den Leverkusener Spielern momentan nicht an Selbstbewusstsein. Hier jubeln Julian Baumgartlinger, Karim Bellarabi und Julian Brandt (von links). © Foto: Eibner
Heidenheim / Von Thomas Grüninger 04.02.2019
Will der FCH am Dienstag (18.30 Uhr) im DFB-Pokal gegen Bundesligist Bayer Leverkusen seine Außenseiterchance nutzen, darf er sich kaum Fehler erlauben und muss seine eigenen Chancen effektiv nutzen.

Frank Schmidt ist beeindruckt vom Heidenheimer Pokalgegner – nicht etwa nur deshalb, weil Bayer Leverkusen am Samstag den FC Bayern Münchem mit 3:1 bezwang. Dennoch glaubt der FCH-Trainer fest an die Außenseiterchance: „Wir wollen einen absoluten Pokalkampf liefern, wissen aber natürlich, dass schon einiges zusammenkommen muss, um am Ende dann auch erfolgreich zu sein.“

Wie lief es zuletzt?

Beide Mannschaften gewannen ihre Punktspiele am Samstag. Bayer Leverkusen ließ mit einem 3:1-Erfolg (nach 0:1-Rückstand) gegen Rekordmeister Bayern München aufhorchen. „Dieser Sieg wird uns tragen. Selbstbewusstsein ist wichtig für unsere Spielweise“, sagte Bayer-Torhüter Lukas Hradecky.

Frank Schmidt hat derweil nicht so sehr das gegnerische Resultat vom Samstag im Fokus („Das konnten wir ohnehin nicht beeinflussen“), sondern blickt aufs eigene Team: „Durch den Sieg gegen Dresden gehen wir mit einem Erfolgserlebnis in dieses Spiel.“

Worauf muss sich der FCH einstellen?

Laut Schmidt auf eine Mannschaft, „deren Spielweise viel Stress erzeugen wird“. Die hochstehenden Leverkusener würden den Gegner permanent unter Druck setzen und versuchen, ihn zu Fehlern zu zwingen. Konsequenz daraus: „Wir müssen sehr, sehr gut verteidigen, haben bei eigenem Ballbesitz wenig Zeit und dürfen uns in der Nähe des eigenen Tores kaum Fehler erlauben.“

Was zeichnet Leverkusen vor allem aus?

Extreme Laufstärke. Am vergangenen Bundesliga-Spieltag absolvierte Bayer 124,63 Kilometer; nur der SC Freiburg war mit 125,63 Kilometern noch mehr unterwegs. Häufig, so Schmidt, hätten die Leverkusener um die 300 Sprints pro Spiel – auch das ein außergewöhnlich hoher Wert. „Ich hoffe, dass sie nach dem Bayern-Spiel etwas müde sind. Bei uns ist die Müdigkeit definitiv da, aber da müssen wir drüber hinweg“, so der FCH-Trainer.

Was sollte dem FCH Mut machen?

In den drei Leverkusener Spielen unter dem neuen Trainer Peter Bosz, von denen die letzten beiden gewonnen wurden, hatten die Gegner immer ihre Chancen. „Wir werden uns mit Sicherheit auch nicht verstecken, weil das aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt wäre“, sagt Schmidt.

Wie bereitet der Trainer die Mannschaft vor?

Die heutige Pokalpartie ist das dritte Spiel binnen sieben Tagen. Extrem viel Zeit bleibt also nicht. Schmidt hat die Leverkusener beim 0:1 gegen Gladbach vor Ort beobachtet, erläuterte gestern anhand von Videoszenen der Spiele in Wolfsburg und gegen Bayern München die Leverkusener Schwächen und Stärken. Am Montagabend gab es noch ein Abschlusstraining, bei dem es vor allem um taktische Dinge ging. Auch Standards standen im Fokus. „Die sind in jedem Spiel wichtig, darauf setzen wir“, sagt der Trainer.

Wie hat sich der FCH bisher gegen Bundesligisten geschlagen?

Einmal (2011) wurde mit Werder Bremen (2:1) ein Erstligist eliminiert. Auch sonst verkaufte sich der FCH teuer: Elfmeterschießen gegen Mönchengladbach, 0:1 gegen Wolfsburg, 2:3 gegen Hertha BSC. Im Vorjahr ging es gegen den späteren Cup-Gewinner Eintracht Frankfurt in die Verlängerung (1:2). „Mit Videobeweis hätten wir die Eintracht damals ausgeschaltet, nicht wegen einer, sondern wegen drei spielentscheidender Szenen“, erinnert sich Schmidt. Seine Erkenntnis: „Die knappen Ergebnisse zeigen, dass es möglich ist, einen Bundesligisten zu besiegen. Aber man muss über die volle Zeit konzentrationsfähig sein – das wird uns auch gegen Leverkusen abverlangt werden.“

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