Heidenheim FCH gegen Fürth: Ein Finale mit vielen offenen Fragen

Meldet sich Marc Schnatterergegen die SpVgg Greuther Fürth zurück? Trainer Frank Schmidt hofft, dass er wieder auf den zuletzt zweimal fehlenden Leistungsträger zurückgreifen kann. Gewissheit gibt's aber wohl erst am Sonntag.
Meldet sich Marc Schnatterergegen die SpVgg Greuther Fürth zurück? Trainer Frank Schmidt hofft, dass er wieder auf den zuletzt zweimal fehlenden Leistungsträger zurückgreifen kann. Gewissheit gibt's aber wohl erst am Sonntag. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 12.05.2018
Feiert Marc Schnatterer am Sonntag (15.30 Uhr) im Zweitliga-Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth sein Comeback für den 1. FC Heidenheim? Wird die Arena erstmals in dieser Saison ausverkauft sein? Steht am Ende der Klassenerhalt oder geht's in die Relegation? Das Saisonfinale wirft viele Fragen auf.

Eine Achterbahn-Saison mit extremen Höhen und Tiefen soll am Sonntag (15.30 Uhr) für den 1. FC Heidenheim gegen die SpVgg Greuther Fürth mit der Sicherung des Klassenerhalte ein erfolgreiches Ende finden. So jedenfalls schwebt es Trainer Frank Schmidt und seinen Schützlingen vor. Die Terminplaner hätten es dramatischer kaum hinbringen können: Am 34. und letzten Spieltag treffen mit Heidenheim und Fürth zwei Mannschaften aufeinander, die noch um den Klassenerhalt kämpfen – in der Voith-Arena gibt's also morgen ein richtiges Finale.

Ausgangssituation: Der FCH (Platz 16, 41 Punkte) hat die besseren Karten und wäre mit einem Unentschieden definitiv gesichert. Fürth (17., 39 Punkte) braucht einen Sieg, um sich nicht auf fremde Hilfe verlassen zu müssen. Heidenheim könnte unter gewissen Voraussetzungen auch bei einer Niederlage noch oben bleiben, Fürth im Falle eines Punktgewinns möglicherweise auch.

Statistik: Auch hier spricht vieles für den FCH. Heidenheim hat die viertbeste Heimbilanz der Liga (neun Siege in 16 Spielen), Fürth ist auswärtsschwächster Zweitligist (nur ein Sieg in 16 Spielen).

Aktuelle Verfassung: Der FCH verlor zuletzt in Kaiserslautern (0:1), nachdem er zuvor aus drei Spielen sieben Punkte geholt hatte. Fürth hat seit dem 1. April (2:1 gegen Union Berlin) nicht mehr gewonnen, holte aus den letzten sechs Spielen nur drei Punkte. Vorbereitung: Während Fürth ein Kurz-Trainingslager bezog (Ort wurde geheimgehalten), ist beim FCH alles „ganz normal verlaufen, wie jede Woche“, sagt Trainer Frank Schmidt: „Es gibt bei uns keinen Aktivismus.“

Welche Rolle spielt die Psyche? Bedenken, die 0:1-Niederlage in Kaiserslautern könnte das Selbstbewusstsein seiner Schützlinge angekratzt haben, hat Schmidt nicht: „Wenn man es sachlich analysiert, haben wir ein ordentlich bis gutes Auswärtsspiel bestritten. Es fehlte diesmal die Effektivität, aber solche Tage gibt es.“ Folgerung: „Die Köpfe waren schnell wieder oben. Wir sind selbstbewusst genug, um unser Heimspiel gegen Fürth zu gewinnen.“

Wie sieht's personell aus? Bei Marc Schnatterer und Mathias Wittek (beide Muskelfaserriss) ließ es Schmidt offen, ob sie einsatzfähig sind. „Wir wollen die zwei Tage bis zum Spiel noch abwarten“, sagte der Trainer gestern.

Wie wichtig wäre Schnatterers Comeback? Der Kapitän (8 Tore, 14 Torvorlagen) ist nicht nur aufgrund seiner spielerischen Qualitäten, sondern auch als Leitfigur für die Mannschaft enorm wichtig – „gerade in solchen Spielen, in denen es um viel geht“, bekräftigt Schmidt. Andererseits: Seine Mannschaft habe gegen Sandhausen gezeigt, dass sie auch ohne ihn gewinnen kann und habe ohne „Schnatti“ auch in Kaiserslautern eine ordentliche Leistung geboten.

Wie erwartet der Trainer den Gegner? Fürth muss auf Sieg spielen und kündigte auch an, Vollgas zu geben (siehe Extrabericht). Schmidt reagiert auf die forsche Ankündigung seines Kollegen aus Franken mit einer Mischung aus Gelassenheit und Ironie: „Ich habe noch keine Mannschaft erlebt, die gesagt hat, sie wolle in Heidenheim verlieren. Das ist doch jede Woche das Gleiche.“ Im übrigen richte man sich nicht so sehr am Gegner aus. „Wir haben unseren eigenen Plan.“

Über 13.000 Zuschauer erwartet

Wie wichtig ist das Publikum? Der FCH rechnet mit über 13 000 Besuchern und geht von einer Saison-Rekordkulisse aus, möglicherweise wird das Spiel ausverkauft sein. Bis gestern waren nur noch Stehplatzkarten im Familienblock und auf der Osttribüne erhältlich. Schmidt hofft auf einen „richtigen Hexenkessel“ mit „positiver Emotionalität“. Das Publikum soll ein „starker zwölfter Mann“ sein.

Weiß der Trainer während des Spiels über andere Spielstände Bescheid? Ständige Information über die Entwicklungen bei den Spielen der mitgefährdeten Konkurrenz könnte aus taktischen Gründen durchaus wichtig sein, doch einen „Mann im Ohr“ hat Schmidt nicht. Man werde über das Publikum sicher mitbekommen, wie es anderswo gerade steht, meinte er. Im Fokus stehe allerdings das eigene Spiel, schließlich habe man die Möglichkeit, „den Deckel draufzumachen“ ohne auf andere Spiele schauen zu müssen. Schmidt: „Die Ergebnisse der restlichen Spiele interessieren mich erst nach dem Schlusspfiff.“

Feier nur bei Klassenerhalt

Wird nach dem Spiel gefeiert? Schafft der FCH den Klassenerhalt, ist eine Feier vor dem Stadion vorgesehen. Wenn nicht, soll sie gegebenenfalls nach dem zweiten Relegationsspiel stattfinden. Gegner in den Relegationsspielen ist für den Drittletzten der 2. Liga der bereits als Dritter der 3. Liga feststehende Karlsruher SC. Termine: Freitag, 18. Mai (in Karlsruhe) und Dienstag, 22. Mai (beim Zweitliga-Drittletzten).

Was ist dran am Gerücht, Austria Wien habe Interesse an Schmidt? „Wie immer kein Thema“, sagt Schmidt genervt: „Für uns gibt's wichtigere Dinge.“