Heidenheim FCH gegen Darmstadt: Kommt Beermann zum Einsatz?

Heidenheim / Nadine Rau 31.08.2018
Der FCH spielt am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den SV Darmstadt. Während Arne Feick, Mathias Wittek und Niklas Dorsch laut Trainer Frank Schmidt weiter verletzungsbedingt ausfallen, könnte Timo Beermann nach langer Verletzungspause auf den Platz zurückkehren.

Innenbandanriss, Bauchmuskelprobleme, Adduktorenverletzung: Die Negativserie bei FCH-Spieler Timo Beermann wollte in jüngster Vergangenheit einfach nicht abreißen. Im Juli ging es ohne den Innenverteidiger ins Trainingslager, sein letzter Einsatz war gegen Nürnberg – im April.

Jetzt könnte der 27-Jährige, der von den Fans liebevoll „Eule“ genannt wird, laut Trainer Frank Schmidt endlich wieder so fit sein, dass er für den FCH auflaufen kann. Bereits vergangene Woche erklärte Schmidt, dass Beermann wieder gesund sei. Allerdings hätte er noch Trainingsrückstand aufzuholen.

Weil Schmidt zufolge bei der Heimpartie am Sonntag gegen den SV Darmstadt (13.30 Uhr) aber nach wie vor Mathias Wittek (Außenbandteilruptur am linken Kniegelenk) und obendrein Arne Feick (doppelter Bänderriss am linken Sprunggelenk) in der defensiven Viererkette ausfallen werden, könnte der Trainer seinen Innenverteidiger Beermann gut gebrauchen.

Viele gute Optionen

Zwar habe er mit Oliver Steurer und Robert Strauß für den Posten des linken Außenverteidigers noch zwei Optionen zur Verfügung. Allrounder Norman Theuerkauf könne diesen aber auch übernehmen, wodurch ein Platz in der Innenverteidigung neben Patrick Mainka frei werden würde.

Keine Transfers mehr beim FCH

„Wir haben diese Woche beide Optionen trainiert. Wir müssen gegen Darmstadt ähnlich wie gegen Dresden die zwei überdurchschnittlich schnellen Spieler Marcel Heller und Joevin Jones auf den Außenbahnen in den Griff kriegen“, erklärte Schmidt. Endgültig entscheiden müsse er sich noch.

Verlassen kann er sich zumindest bislang auf Neuzugang Patrick Mainka, der Mathias Wittek ersetzt. „Er hat bisher fast fehlerlos gespielt, war stabil und hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir hinten so sicher stehen. Es gefällt mir, wie unaufgeregt und entschlossen er auftritt“, bewertete der 44-Jährige seinen Spieler.

Weil der „Sechser“ Niklas Dorsch (Entzündung an der Ferse) laut Schmidt am Sonntag noch nicht spielen kann, wird wohl auch Neuzugang Robert Andrich wieder auf dem Platz stehen. „Man merkt ihm jetzt an, dass er im Rhythmus ist“, sagte Schmidt über den 23-Jährigen, der in der Vorbereitung zweimal verletzt war. Bei so vielen überzeugenden Neuzugängen schloss es Pressesprecher Markus Gamm gestern aus, dass sich personell bis abends um 18 Uhr, als sich das Transferfenster geschlossen hat, beim FCH noch etwas tun würde.

Fragezeichen hinter Lankford

Ein Fragezeichen stand gestern noch hinter Kevin Lankford. Er hat unter der Woche wegen einer Blessur am Sprunggelenk nicht mit der Mannschaft trainieren können, Schmidt ging aber davon aus, dass er für die letzten beiden Tage vor der Partie wieder einsteigen könne und somit eine Option gegen die „Lilien“ sein könnte.

Vier Spiele, vier Unentschieden

Diese mussten in der vergangenen Saison wie der FCH bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen, stehen zu Beginn der neuen Saison aber recht gut da: Sechs Punkte aus drei Spielen stehen zu Buche, zweimal haben die Hessen zu Null gespielt.

Wie fällt Schmidts Analyse aus? „Darmstadt ist eine Mannschaft, die ganz vorne mitspielen kann“, lautet seine Meinung. Sie sei defensiv stark und bekäme „extrem wenig Gegentore“, weshalb es auch „immer schwer“ sei, gegen Darmstadt zu gewinnen.

Am Sonntag soll es in der heimischen Voith-Arena endlich soweit sein, nachdem bisher alle Partien in der zweiten Liga zwischen den Hessen und den Heidenheimern unentschieden ausgegangen sind.

Zur Erinnerung: Im Februar hatte es am Böllenfalltor selbst nach einer roten Karte für Darmstadt bereits in der 17. Minute nicht für drei Punkte gereicht, am Ende stand es 1:1. „Wir haben uns zweimal die Butter vom Brot nehmen lassen, das müssen wir anders machen“, hat Schmidt sich vorgenommen. Zweimal hätte man es verpasst, das Spiel für sich zu entscheiden.

Die Situation allerdings ist jetzt eine andere. Von einem guten Saisonstart will man beim FCH zwar nach drei Spieltagen noch nicht sprechen, aber: „Wir haben uns Selbstvertrauen angefuttert und gerade jetzt vor der Pause wäre es schön, wenn wir nachlegen könnten“, so die Hoffnung des Trainers.

Er rechnet mit vielen langen und vielen zweiten Bällen und vielen Duellen in der Luft. Seine Mannschaft hält er dazu an, vor allem die Flügel im Blick zu haben. Alle müssten bereit sein, in den Grenzbereich zu gehen. Apropos Flügel: Der SV Darmstadt hat gestern am letztmöglichen Tag Flügelspieler Selim Gündüz verpflichtet, der zuletzt beim VfL Bochum unter Vertrag stand.

Darmstadts Fabian Holland: „Tagesform entscheidet“

Indes schon sehr lange bei den „Lilien“ und seit dieser Saison Vize-Kapitän ist Linksverteidiger Fabian Holland, der die Begegnungen mit Heidenheim in einem Interview als „Duelle auf Messers Schneide“ beschreibt. Beide Teams würden um jeden Millimeter kämpfen müssen und letztlich entscheide die Tagesform darüber, wer gewinnt. Falls jemand gewinnt.

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