Kiel FCH bringt sich in Kiel selbst um den möglichen Sieg

Geballte Faust: Neuzugang Niklas Dorsch lenkte klug das Spiel des 1. FC Heidenheim, der sich bei Holstein Kiel dennoch mit einem Unentschieden begnügen musste.
Geballte Faust: Neuzugang Niklas Dorsch lenkte klug das Spiel des 1. FC Heidenheim, der sich bei Holstein Kiel dennoch mit einem Unentschieden begnügen musste. © Foto: Eibner
Kiel / Thomas Grüninger 12.08.2018
Fast eine Halbzeit lang agierte Heidenheim beim 1:1 in Überzahl, nutzte aber die hochkarätigen Chancen vor allem in der Schlussphase nicht.

Holger Sanwald war nicht unzufrieden. Der Vorstandsvorsitzende des FCH sieht seine Mannschaft nach zwei 1:1-Unentschieden zum Saisonauftakt auf einem guten Weg: „Ich finde, das war ein guter Auftritt. Nur das i-Tüpfelchen hat gefehlt.“

Mit Letztgenanntem meinte Sanwald die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Allein in der Schlussphase vergaben die eingewechselten Maxi Thiel und Patrick Schmidt insgesamt dreimal aus aussichtsreicher Position gegen eine Mannschaft, die nach einer gelb-roten Karte für Abwehrspieler Johannes van den Bergh (46.) fast eine Halbzeit lang mit zehn Mann auskommen musste. In einer Szene hatte der FCH allerdings auch Pech, als Patrick Schmidts Kopfball an der Latte landete (90.).

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Trotz dieser Mankos: Im Abwehrbereich standen die Heidenheimer bei den offensivfreudigen Kielern weitgehend sicher, auch wenn am Ende, wie schon gegen Bielefeld, eine Führung verspielt wurde. „Wir waren in beiden Auftaktspielen dem Sieg näher als der Gegner. Und wenn wir uns weiter so stabil präsentieren, werden wir eine gute Saison spielen“, prophezeite Sanwald: „Das baut mich auf. Natürlich fehlt vorne noch der Punch, aber daran werden wir arbeiten.“

Schnell zum Erfolg

Tief und sicher stehen, bei Balleroberung aber möglichst schnell die Kieler Offensivreihen überspielen: Das taktische Konzept des FCH war schnell ersichtlich – und führte nach einer Viertelstunde auch prompt zum Erfolg. Einen flachen Ball von Dominik Schmidt grätschte Rückkehrer Arne Feick erfolgreich ab, Nikola Dovedan gab Gas und passte im richtigen Moment zu Robert Glatzel, der konsequent abschloss. Immerhin überstand der FCH danach fünf Minuten ohne Gegentor, musste aber schließlich doch wieder zulassen, dass der Gegner schnell ins Spiel zurückfand.

war wirkte die Abwehr in diesem Moment etwas unsortiert, doch begünstigten auch unglückliche Aktionen den Kieler Ausgleich. So fälschte Marc Schnatterer die Flanke von Jannik Dehm noch mit dem Rücken ab, der anschließende Pass von Janni Serra auf den südkoreanischen Nationalspieler Jae Sung Lee wirkte auch eher zufällig. Gegen dessen trockenen Abschluss hatte FCH-Torhüter Kevin Müller gleichwohl keine Abwehrchance.

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Gleich darauf reagierte der Heidenheimer Schlussmann gegen einen Schuss von Jonas Meffert nach missglücktem Befreiungsschlag von Marnon Busch allerdings glänzend. Der FCH überstand in der Folge die brenzligsten Minuten der Partie, fand aber noch vor der Pause zur alten Sicherheit zurück.

Nach Seitenwechsel sahen die 9040 Zuschauer im teilweise baufälligen Holstein-Stadion ein ganz anderes Spiel. Zunächst vertändelte van den Bergh den Ball. Dovedan hätte der Nutznießer sein müssen, versuchte es mit einem Schuss aus aussichtsreicher Position und übersah den noch besser postierten Glatzel. Nur Sekunden später war dann für den bereits verwarnten van den Bergh nach einem weiteren Foul vorzeitig Feierabend (gelb-rote Karte).

Stürmer Schmidt vergibt

Die zehn Kieler überließen nun den Ball weitgehend den Heidenheimern. Trainer Frank Schmidt sah die Chance zum erhofften Auswärtssieg, brachte neue Offensivkräfte. Der klug als Aufbauspieler agierende Niklas Dorsch und erneut Nikola Dovedan vergaben weitere Möglichkeiten. Die hochkarätigsten Chancen aber ließ Patrick Schmidt in den Schlussminuten aus. Erst machte er freistehend vor dem gegnerischen Tor einen Schlenker zuviel und gab so Schlussmann Kenneth Kronholm die Chance zum Eingreifen. Dann köpfte er eine Flanke von Marnon Busch an die Latte.

Keine Frage: Da war mehr drin für die Heidenheimer. Erfreulich unterm Strich bleibt eine solide Defensivleistung trotz erneut umfunktionierter Viererkette. Auch Debütant Patrick Mainka fand sich als zuverlässiger und kopfballstarker Zweikämpfer vielversprechend im Abwehrzentrum ein. Ohnehin scheinen die Neuzugänge auf einem guten Weg: Neben Mainka und Dorsch ließen auch die eingewechselten Robert Andrich und Patrick Schmidt erkennen, dass sie zu den erhofften Heidenheimer Verstärkungen werden können.

Die Noten

Kevin Müller Note 2,5

Marnon Busch Note 3,0

Patrick Mainka Note 3,0

Norman Theuerkauf Note 3,0

Arne Feick Note 3,0

Sebastian Griesbeck Note 3,5

Niklas Dorsch Note 2,0

Marc Schnatterer Note 2,5

Nikola Dovedan Note 3,5

Kevin Lankford Note 4,0

Robert Glatzel Note 3,5

Maximilian Thiel Note 3,5

Patrick Schmidt Note 4,0

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