Heidenheim FCH auf St. Pauli: Schlechte Erinnerungen ans Vorjahr

Am Samstag trifft der FCH auf den FC St. Pauli.
Am Samstag trifft der FCH auf den FC St. Pauli. © Foto: Joachim Bozler
Heidenheim / Thomas Grüninger 09.11.2018
Auf St. Pauli steigt am Samstag (13 Uhr) eigentlich ein Spitzenspiel, aber FCH-Trainer Frank Schmidt will sich nicht von rosigen Perspektiven verleiten lassen und greift zu Metaphern aus der Tierwelt.

Eichhörnchen-Taktik: Unter diesem Aspekt fasste der Heidenheimer Trainer gestern den bisherigen Saisonverlauf für seine Mannschaft zusammen. Wie die Tiere im Wald jetzt ihre Vorratskammern füllen und sich Speck anfressen, um über den Winter zu kommen, so habe der FCH in der 2. Liga an den ersten zwölf Spieltagen fleißig Punkte gesammelt.

Wozu dient der Vorrat? Für Schmidt ist die Antwort klar: „Für mich geht's immer noch um den Klassenerhalt.“ Dass man nach sechs ungeschlagenen Pflichtspielen hintereinander nur zwei Zähler von Platz drei und nur fünf von der Tabellenspitze entfernt ist, fällt für ihn nicht so sehr ins Gewicht, wie die zehn Zähler Vorsprung vor dem Abstiegs-Relegationsplatz.

„Komfortable Situation“

„Wir kommen aus einem schweren, komplizierten Jahr“, hat er die Erfahrungen der vergangenen Saison noch vor Augen. Im Gegensatz zu 2017/18 sei es es diesmal gelungen, in der Startphase fleißig Punkte zu sammeln und sich in eine „komfortable Situation zu bringen“, an deren Ende der komfortable Klassenerhalt stehen soll. Das „einzig wahre Saisonziel“ des FCH sei es, „in diesem Jahr eine sorgenfreie Saison zu spielen.“

Man habe nicht unbedingt erwartet, zum jetzigen Zeitpunkt mit 19 Punkten auf Platz sechs zu stehen, räumte der Trainer ein. Doch das alles sei nur ein temporärer Aspekt, ein Beleg, wie schnell sich Dinge verändern können. Vor einem halben Jahr standen sich der FCH und St. Pauli noch als Gegner gegenüber, die im Abstiegskampf jeden Punkt benötigten. Jetzt sei man in kurzer Zeit „vom Problemkind zur Mannschaft der Stunde“ umbenannt worden.

„Wir könnten jetzt in Zufriedenheit und Schulterklopferei verfallen. Aber das tun wir nicht. Wir wissen: Die nächste große Herausforderung steht vor der Tür“, sagt Schmidt unmissverständlich.

Der FCH trifft am Samsatg (13 Uhr) im Hamburger Vergnügungsviertel nicht nur auf eine schwer auszurechnende Gastgeber-Mannschaft, die sich laut Schmidt vor allem dadurch auszeichnet, „dass sie jederzeit reagieren kann, sehr variabel spielt.“ Auch die Atmosphäre auf dem Heiliggeistfeld sei etwas ganz Besonderes, jedes Jahr aufs Neue eine „großartige und außergewöhnliche Erfahrung“, so der Heidenheimer Trainer.

Mit einer Einschränkung: Im Vorjahr verteidigten die Heidenheimer wacker ein 0:0 bis in die Nachspielzeit hinein. Dann gelang den Hamburgern nach einer Ecke mit der letzten Aktion noch der Siegtreffer.

„Dieser Lärmpegel in dieser Sekunde, das war der Wahnsinn“, erinnert sich Schmidt. Solche Negativerfahrungen gelte es am Samsatg zu vermeiden. Statt sich von der unglaublichen Stimmung negativ beeinflussen zu lassen, wolle man „die Atmosphäre aufsaugen und sie in Energie und Emotionen umwandeln.“

Auch Schmidts Kollege Markus Kauczinski weiß den Höhenflug seiner Mannschaft richtig einzuschätzen. „Nach einem Spieltag können wir auch wieder Fünfter sein“, äußerte er sich zur Tabellensituation. Doch er sagt auch: „Ich versuche den Gedanken zu wecken, dass es schön ist da oben, dass es Spaß macht.“ Vielleicht verderben dem St.-Pauli-Trainer ja am Samstagnachmittag ein paar Punkte sammelnde Eichhörnchen aus Heidenheim die Samstagslaune . . .

Glatzel und Lankford sind wieder fit, nur Strauß fällt weiter aus

Deutlich gebessert hat sich die Situation an der Heidenheimer Personalfront vor dem heutigen Spiel beim FC St. Pauli: Robert Glatzel und Kevin Lankford trainieren seit Mittwoch wieder vollumfänglich mit.

Als einziger Akteur steht jetzt noch Robert Strauß auf der Heidenheimer Ausfallliste. Der Rechtsverteidiger kämpft seit längerem mit Wadenproblemen, soll aber nächste Woche auch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Ob Veränderungen in der Startelf gegenüber dem jüngsten Auftritt am vergangenen Sonntag gegen Aue (1:0) zu erwarten sind, ließ Frank Schmidt gestern offen. Allenfalls „punktuelle Umstellungen“ deutete der Trainer an.

Robert Glatzel, mit sieben Saisontoren erfolgreichster FCH-Spieler, habe ihm in einem Gespräch signalisiert, „er wäre soweit“, sagte Schmidt: „Jetzt muss ich diesen Eindruck auch selbst noch gewinnen.“

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