Heidenheim Erkenntnis aus dem FCH-Spiel gegen Verona: die Null steht – zumindest 90 Minuten

Die Schusstechnik ist nach wie vor beeindruckend – dieser Versuch von Marc Schnatterer hätte im Testspiel gegen Verona auch beinahe das 1:0 für die Heidenheimer gebracht.
Die Schusstechnik ist nach wie vor beeindruckend – dieser Versuch von Marc Schnatterer hätte im Testspiel gegen Verona auch beinahe das 1:0 für die Heidenheimer gebracht. © Foto: Langer/Eibner
Heidenheim / Thomas Jentscher 30.07.2018
Der 1. FC Heidenheim zeigt gegen Hellas Verona beim 0:0 in der regulären Spielzeit eine ansprechende Leistung, vom Punkt aus waren aber die Italiener abgezockter.

Seit sechs Jahren bildet der Max-Liebhaber-Pokal den letzten großen Test der Heidenheimer Fußballer vor Beginn der neuen Saison. Dazu hatten sie am Samstag erstmals einen ausländischen Verein zu Gast: Hellas Verona, ein italienischer Zweitligist mit ruhmreicher Vergangenheit. Über 90 Minuten lieferten sich die Teams dabei vor gut 5000 Zuschauern eine ansehnliche Partie, beim 0:0 fehlten nur die Tore. Das Elfmeterschießen ging dann mit 4:2 klar an Verona.

Der 1. FC Heidenheim ging – sicher auch den Verletzungen geschuldet – mit deutlich veränderter Aufstellung in die Begegnung. Von den Neuzugängen durften zunächst zwei ran: Oliver Steurer zeigte, dass er auch als Außenverteidiger eingesetzt werden kann, Niklas Dorsch deutete im zentralen Mittelfeld schon ein wenig Spielmacherqualität an.

FCH setzt spielerische Akzente

Aber auch in der Anlage hat sich beim FCH etwas geändert. Die Mannschaft ließ sich vom teilweise überfallartigen Pressing Veronas, das eine beachtliche und dem Ort angemessen sangesfreudige Fangruppe mitgebracht hatte, nicht beeindrucken, suchte immer wieder die spielerische Lösung.

Das klappte auch immer wieder und es waren überraschende Momente dabei, wenn beispielsweise „Abräumer“ Sebastian Griesbeck plötzlich mal steil geschickt wurde. Nur schafften es die Platzherren nicht, die Angriffe konsequent zu Ende zu spielen. So in der 14. Minute als nach Marc Schnatterers Vorbereitung das Tor offen war, Robert Glatzel aber geblockt wurde und Griesbeck bei seinem Nachschuss einen Verteidiger traf.

Einen starken Eindruck hinterließ auch Marnon Busch, der als rechter Außenverteidiger gut in die Zweikämpfe kam und mit beeindruckenden Sprints immer wieder das Offensivspiel belebte. Er war auch Ausgangspunkt für den vielleicht schönsten Angriff in der 35. Minute, an dessen Ende verfehlte Schnatterer mit seinem Schlenzer ganz knapp das Ziel.

Aber auch Verona hatte Chancen – die beste Samuel Gustafson, der nach einem Doppelpass in der 23. Minute frei vor FCH-Keeper Kevin Müller auftauchte und knapp am langen Eck vorbeischoss.

Zerfahrene zweite Halbzeit

Die zweite Hälfte begann mit einer weiteren Chance für Schnatterer, dann verlor die Partie aber zusehends an Klasse, es gab mehr Fouls und Unterbrechungen. Auch die zahlreichen Wechsel trugen dazu bei, dass die Mannschaften nun ziemlich zielsicher das direkt nach 90 Minuten angesetzte Elfmeterschießen anstrebten.

Hier hatte der FCH jedoch kaum noch potenzielle Schützen auf dem Feld. Nur Jonas Brändle und Gökalp Kilic waren erfolgreich, die Italiener trafen allesamt. Dass Verona so am Ende im Konfettiregen stand, war zu verschmerzen – ein einzelnes Testspiel als Pokal auszuschreiben bleibt ohnehin seltsam.

Wo aber steht der FCH nun eine Woche vor dem Saisonstart (Sonntag, 15.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld? Wie nahe die Startformation vom Samstag der vom kommenden Sonntag kam, wollte Trainer Frank Schmidt nicht sagen.

Vermutlich wird die Viererkette nach der Genesung von Arne Feick und Timo Beermann verändert, auch wenn die Leistung gegen Verona stimmte und der FCH damit (zumindest in der regulären Spielzeit) in vier der fünf ernstzunehmenden Tests ohne Gegentor blieb.

Wer spielt gegen Bielefeld?

Das Mittelfeld hinterließ einen guten Eindruck, im Angriff fehlt neben der „hängenden Spitze“ Nikola Dovedan allerdings ein Vollstrecker. Wer hier die durch den Abgang von John Verhoek entstandene Lücke füllen kann, ist derzeit noch nicht zu sehen.

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