2. Liga Die FCH-Krise spitzt sich nach 1:2-Niederlage gegen Ingolstadt zu

2. Liga / Thomas Jentscher 03.04.2018
Durch die 1:2-Heimniederlage gegen Ingolstadt und die Siege der Konkurrenz rutschen die Heidenheimer Fußballer auf den Relegationsplatz ab.

Nach dem Heimsieg über den VfL Bochum vor sechs Wochen rangierte der 1. FC Heidenheim auf Rang neun, hatte acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, bei den Verantwortlichen trat etwas Beruhigung ein. Doch das war zu früh: Seither holte der FCH nur zwei Zähler, während die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller munter punktete.

Durch das 1:2 gegen Ingolstadt, die dritte Niederlage in Folge, rutschten die Heidenheimer nun auf Position 16 ab, was Relegationsspiele gegen den Drittliga-Dritten mit sich bringen würde. Gegner wäre dort Wehen Wiesbaden, der seit 21 Spielen unbesiegte Karlsruher SC oder Magdeburg – ein Szenario, mit dem man sich eigentlich nicht beschäftigen möchte.

Unerwartete Stammformation

Im Spiel gegen den Bundesligaabsteiger bot Trainer Frank Schmidt am Samstag eine unerwartete Formation auf. Obwohl wieder alle Spieler fit waren, blieb der junge Kevin Sessa als rechter Verteidiger in der Startelf, raus mussten Marcel Titsch-Rivero, Denis Thomalla, Ibrahim Hajtic und Kevin Kraus. Der sonst eher defensiv eingesetzte Kolja Pusch spielte eine Art hängende Spitze. Besonders überraschend: Kraus und Robert Strauß waren nicht einmal im Kader. Bei Strauß wirke noch eine Krankheit nach, was den Innenverteidiger betrifft, war für Schmidt ein Aussetzen angesagt: „Bei Kevin Kraus ist es so, dass er zuletzt keine gute Form gehabt hat und ich ihm da eine Pause geben wollte.“

Zumindest in der ersten Hälfte funktionierte die Defensivarbeit noch ganz gut, das Spiel nach vorn kam aber schwer auf Touren. John Verhoek als einzige Spitze präsentierte sich nach seinem angekündigten Wechsel zum MSV Duisburg zwar sichtlich stark engagiert, hing aber weitgehend in der Luft. Und wieder zeigte sich, dass der FCH ohne die Vorlagen von Marc Schnatterer – dem am Samstag sowohl aus dem Spiel als auch bei ruhenden Bällen nicht viel gelang – ganz schlechte Karten hat.

Große Chance zur Führung durch Wittek

„Die erste Halbzeit war für mich klar ausgeglichen, beide Mannschaften hatten je zwei gute Möglichkeiten. Wir waren immer nah dran, haben Ingolstadt keinen Raum gegeben“, analysierte Schmidt. Dann habe man sogar die große Chance zur Führung gehabt, als Mathias Wittek frei zum Kopfball kam. Aber als in der Folge die Ingolstädter Offensive kurzzeitig aufdrehte, geriet die Heidenheimer Abwehr sofort ins Schwimmen. „Dann ist es leider so, dass wir uns eine Auszeit genommen haben“, beklagt der FCH-Coach. Eine dicke Chance der Gäste reichte nicht als Weckruf, kurz darauf fiel das 0:1.

Auch danach fanden die Heidenheimer nicht zu ihrer Ordnung zurück. Schmidt: „Was uns dann das Genick bricht, ist, dass wir so schnell – und vor allem so einfach - das 0:2 bekommen.“ Ein weiter Abschlag, ein verlorenes Kopfballduell und schon hatte Robert Leipertz freie Bahn. Der Ex-FCHler ließ sich da nicht zweimal bitten.

Der körperlich unterlegene Sessa war an beiden Gegentreffern beteiligt, bekam nach einer couragierten Leistung in der ersten Hälfte zusehends Probleme. An dem 17-Jährigen darf man die Niederlage ganz sicher nicht festmachen; ob es die richtige Phase ist, um Nachwuchsspieler an die 2. Liga heranzuführen, bleibt aber auch fraglich.

0:2 als Nackenschlag

Zwar muss man dem FCH nach dem 0:2-Nackenschlag eine gute Moral attestieren und nach dem Anschlusstreffer durch Maximilian Thiel keimte auch kurz Hoffnung auf, aber eigentlich gab es in den letzten 14 Minuten (einschließlich Nachspielzeit) keine Chance mehr zu verbuchen. „Ingolstadt hat das gut und clever verteidigt“, sagte Schmidt und sprach von einer verdienten Niederlage.

Der Verdruss beim FCH setzte sich tags darauf fort, als die Ergebnisse der Konkurrenz feststanden: Aue gewann überraschend in Regensburg, Fürth zu Hause gegen Union Berlin. Damit rutschte der FCH auf den Relegationsplatz ab, auch Darmstadt und das von vielen schon abgeschriebene Kaiserslautern auf den direkten Abstiegsplätzen sind nicht mehr weit entfernt.

Trend spricht nicht für den FCH

Schaut man die Ergebnisse der Heidenheimer und ihrer direkten Konkurrenten in den vergangenen Wochen an, dann spricht der Trend nicht gerade für den FCH. Schmidt ficht dies natürlich nicht an: „Wir hatten am Anfang eine schlechte Phase, dann hatten wir einen guten Trend, jetzt wieder einen schlechteren – der Trend muss stimmen nach dem 34. Spieltag. Da müssen wir über dem Strich stehen und da glauben wir zu 100 Prozent dran.“

Jetzt warten allerdings in Nürnberg und dann zu Hause gegen Düsseldorf zwei Aufstiegsanwärter auf den FCH. Auf der anderen Seite sahen die Heidenheimer in der Hinrunde gerade gegen diese Gegner gut aus. „Wir haben ein Spiel in Nürnberg, das logischerweise nicht einfach ist, aber das gilt auch für den Gegner, für den auch viel auf dem Spiel steht“, so Schmidt.

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