Heidenheim Jeddeloh II: Wo es beim Fußball weder Wurst noch Bier gab

Viel Grün und kleine Orte: Jeddeloh II.
Viel Grün und kleine Orte: Jeddeloh II. © Foto: Googlemaps
Heidenheim / Elena Kretschmer 10.06.2018
Der 1. FC Heidenheim muss in der ersten Runde des DFB-Pokals nach Jedeeloh II in den hohen Norden. Aber: Was ist das für ein Ort?

Wo zum Teufel liegt bitte Jeddeloh II? Das dürften sich am Freitagabend bei der Auslosung des DFB-Pokals so einige gefragt haben. Die Antwort: Etwa 15 Kilometer westlich von Oldenburg, in Niedersachsen.

Es handelt sich um eine sogenannte Moorkolonie mit 1353 Einwohnern. Und weil Jeddeloh II nicht etwa die zweite Fußballmannschaft ist, sondern tatsächlich der Ortsname, sollte erwähnt werden, dass es auch noch ein Jeddeloh I mit 1025 Einwohnern gibt.

So erstaunlich wie die Details zum Ort sind auch die Fakten zum Aufstieg des Dorfklubs SSV Jeddeloh II, gegen den der 1. FC Heidenheim nun ranmuss. Denn der Verein aus der Gemeinde Edewecht im Ammerland hat sich in den vergangenen 15 Jahren von der Kreisklasse bis in die Regionalliga hochgearbeitet.

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Zuletzt lösten die Niedersachsen das Ticket für den DFB-Pokal, als sie das Landespokalhalbfinale gegen Arminia Hannover nach Elfmeterschießen mit 7:6 gewannen.

Ein Fleischfabrikant als Sponsor

Interessant ist auch, dass ein Fleischfabrikant den SSV Jeddeloh II groß gemacht hat. Wie in verschiedenen Medien zu lesen ist, sah sich der gebürtige Jeddeloher Rolf Bley Anfang der 2000er-Jahre mal ein Kreisklasse-Spiel des Vereins an und war alles andere als begeistert, weil weder Bier noch Wurst verkauft wurde. Also beschloss er, Geld in die Hand zu nehmen und holte bald einen erfahrenen Trainer, mit dem der Aufstieg Schritt für Schritt gelang.

Teammanager ist schon seit vielen Jahren Gerhard Meyer, der auch bei der Auslosung in Dortmund am Freitagabend live dabei war. Wie die Nordwest Zeitung (NWZ) berichtet, war die Ernüchterung groß, als feststand, dass die Ammerländer nicht gegen den erhofften Gegner FC Bayern München spielen, sondern gegen den 1. FC Heidenheim.

Heidenheim das zweitschlechteste Los für JeddelohI II

„Nach Sandhausen war Heidenheim schon das zweitschlechteste Los, das möglich war“, lautete Meyers Fazit.

Einer, der sich aber laut NWZ auf die Begegnung freut, ist SSV-Kapitän Kevin Samide: Für ihn wird es ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Teamkollegen aus Osnabrücker Zeiten, Timo Beermann, geben. Gespielt wird aber voraussichtlich nicht in der Heimspielstätte des Vereins, der 53acht-Arena. Da sie weder über eine Tribüne verfügt noch genügend Platz bietet – lediglich für 1500 Menschen –, wird die Partie voraussichtlich im Marschwegstadion in Oldenburg ausgetragen.

Mit dem SSV Jeddeloh II hat der FCH also ein recht exotisches Los gezogen und darf sich zwischen dem 17. und 20. August auf eine 633 Kilometer lange Reise zur ersten DFB-Pokal-Runde in den hohen Norden freuen.

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