Heidenheim Neue Runde, alte Probleme beim 1. FC Heidenheim

Trotz einem Treffer von Marc Schnatterer reicht es auf dem Schlossberg nicht für einen Sieg.
Trotz einem Treffer von Marc Schnatterer reicht es auf dem Schlossberg nicht für einen Sieg. © Foto: Joachim Bozler
Heidenheim / Thomas Jentscher 05.08.2018
Der 1. FC Heidenheim gibt beim Saisonauftakt gegen Bielefeld die Führung gleich wieder her und muss sich in der Hitzeschlacht mit einem 1:1 begnügen.

Einiges soll beim 1. FC Heidenheim in der Spielzeit 2018/19 anders laufen, ein bekanntes Problem hat sich am Sonntag aber bereits unschön zurückgemeldet: Die kurzzeitige Konfusion nach eigenem Treffer. So hatte zum Saisonstart die 1:0-Führung durch Marc Schnatterer nicht einmal eine Minute Bestand, noch vor der Pause gelang den Gästen aus Bielefeld der Ausgleich – und beim 1:1 blieb es auch bis zum Schlusspfiff.

FCH-Trainer Frank Schmidt setzte genau auf die gleiche Formation wie beim letzten Testspiel gegen Hellas Verona, also mit den – weitgehend sicher agierenden – Routiniers Mathias Wittek und Norman Theuerkauf in der Innenverteidigung.

Bei weiterhin drückender Hitze begann das Spiel mit guten Aktionen der Bielefelder, die früh attackierten, immer wieder die Passwege zu stellten und mit sehr hoch stehenden Verteidigern auf Abseits spielten. Außer ein paar Halbchancen war aber nichts für die Arminia zu verzeichnen.

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Trotz des gengerischen Pressings versuchten die Heidenheimer, mit spielerischen Mitteln das Feld zu überbrücken. Meist war Niklas Dorsch, der einzige Neuzugang in der Startelf, der Ausgangspunkt. Im Laufe des Spiels baute aber auch der von Bayern München II gekommene „Sechser“ etwas ab.

Die ersten Chancen boten sich Marc Schnatterer nach Pass von Marnon Busch und Robert Glatzel nach Vorarbeit von Tim Skarke. Den Schuss des weiterhin nicht sehr durchschlagskräftigen, aber zumindest viel arbeitenden FCH-Stürmers lenkte Bielefelds Keeper zur Ecke.

Sehenswert war noch Schnatterer direkter Freistoß fast von der linken Eckfahne in der 35. Minute, dann verlor das Spiel an Tempo. Bis kurz vor der Pause: Als die Abseitsfalle der Gäste nicht funktionierte, schickte Glatzel mit seinem Pass Nikola Dovedan auf die Reise, der behielt die Übersicht und bediente den mitgelaufenen Schnatterer, welcher ins leere Tor einschoss.

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Nur eine gute Minute fehlte den Heidenheimern, die Führung in die Pause zu bringen, dann hätte man – gerade bei diesen schwierigen Bedingungen – alle Trümpfe in der Hand gehabt. Doch das war eine Minute zu viel: Fast vom Anspiel weg startete Bielefeld einen Angriff, zwei Heidenheimer gingen nicht zum Ball, daraus resultierte eine Chance für Joan Simun Edmundsson.

Seinen Schuss konnte FCH-Torwart Kevin Müller noch glänzend parieren, aber der Ball blieb im Spiel und die Heidenheimer schafften es nicht, sich zu sortieren. Bei der anschließenden Flanke musste Außenverteidiger Oliver Steurer ins Kopfballduell, verlor dieses und so stand Edmundsson am zweiten Pfosten ganz frei und donnerte den Ball unter die Latte. Es war übrigens der erste Treffer eines Spielers von den Färöer-Inseln im deutschen Profifußball.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war Bielefeld wieder das „giftigere“ Team, der starke Müller lenkte Manuel Prietls Schuss in der 49. Minute gerade noch so an den Pfosten. Mitte der zweiten Hälfte bekamen die Heidenheimer das Spiel dann in den Griff, hatten nun deutlich mehr Ballbesitz, aber bei den wenigen Möglichkeiten – wie Skarkes Schlenzer in der 68. Minute – fehlte die letzte Präzision.

Zusehends fielen allen Spielern die Schritte schwerer und schwerer, daran änderten auch die beiden Trinkpausen vor und nach dem Seitenwechsel nichts. Die Wechsel brachten ebenfalls keinen wirklich frischen Schwung mehr, am Ende blieb es beim - durchaus auch leistungsgerechten - 1:1-Unentschieden.

Erstmals seit dem Aufstieg in die 2. Liga feierten die Heidenheimer also keinen Sieg im ersten Heimspiel – was das 1:1 gegen die Arminia wert ist, werden die nächsten Wochen zeigen.

FCH-Kapitän: in Kiel nicht chancenlos

Es hat zwar am Ende nicht zum angepeilten Sieg gereicht, FCH-Kapitän Marc Schnatterer sah beim 1:1 gegen Bielefeld aber dennoch einiges, auf das sich aufbauen lässt. „Das einzige, was man uns vorhalten kann, ist der postwendende Ausgleichstreffer. Der Rest war nicht so verkehrt, vieles war schon richtig gut.“

Natürlich seien nach 60 Minuten „die Wege weit und die Beine schwer“ geworden. „Aber wir haben uns gequält. Das war wichtig. So kommen wir in unseren Rhythmus hinein“, lautete das Fazit des Mannes, dem wieder mal das erste FCH-Saisontor gelang. „Ich finde, das Tor war sehr gut herausgespielt“, sagte Schnatterer und sprach von einem Produkt der Übersicht und des Teamgeists: „Das ist unsere Mentalität.“ Auch am kommenden Sonntag bei Holstein Kiel werde es notwendig sein, ans Limit zu gehen: „Dann sind wir sicher nicht chancenlos.“

Die Kieler gehören zu den Teams, die Heidenheim 2017/18 alle sechs Punkte abknöpften. Schnatterer stellt sich auf einen Gegner ein, der nach dem überraschenden 3:0-Sieg beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV „natürlich Bock hat, mit sechs Punkten in die Saison zu starten.“

Die Noten der Spieler

Kevin Müller Note 2,0

Marnon Busch Note 3,0

Mathias Wittek Note 3,0

Norman Theuerkauf Note 2,5

Oliver Steurer Note 4,0

Sebastian Griesbeck Note 3,5

Niklas Dorsch Note 3,0

Marc Schnatterer Note 2,5

Nikola Dovedan Note 3,5

Tim Skarke Note 3,5

Robert Glatzel Note 3,5

Hier gibt’s den Liveticker zum Nachlesen: www.fupa.net/spielberichte

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