Fußball FC Heidenheim: Bleibt der Rückfall in Regensburg ein Ausrutscher?

Ins Netz gegangen: FCH-Torhüter Kevin Müller nach dem 0:1 durch Jann George (Zweiter von links). Der FCH beschwerte sich zu Recht über eine Abseitsstellung.
Ins Netz gegangen: FCH-Torhüter Kevin Müller nach dem 0:1 durch Jann George (Zweiter von links). Der FCH beschwerte sich zu Recht über eine Abseitsstellung. © Foto: Eibner
Fußball / Edgar Deibert 12.02.2018
Der FCH verliert verdient mit 0:2 in Regensburg. Trainer Frank Schmidt lässt dabei ein Abseitstor nicht als Entschuldigung zu und übt Kritik am Auftritt seines Teams.

Abseits war es. Das Tor von Regensburgs Jann George zum 1:0. Auch der Torschütze ließ daran keinen Zweifel. „Ich habe schon gespürt, dass da was sein könnte“, so der Spielmacher der Gastgeber zu der betreffenden Szene, in der er von der Eckfahne kommend den Ball nach einem Querschläger von Timo Beermann im Heidenheimer Tor unterbrachte. Dabei traf George den Ball gar nicht richtig. „Ich habe ihn nicht sauber erwischt. Aber ich denke, dass das ein Vorteil war, weil der Torwart dann nicht wusste, wie der Ball auf ihn zukommt“, so der 25-Jährige.

Abseits also. Ist das aber überhaupt wichtig? Sicher, denn das Tor habe schließlich das Spiel verändert, wie Frank Schmidt erklärte. Dass es dabei aus einer Abseitsposition heraus entstand, sei bitter, so der Heidenheimer Trainer. Auf die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Sören Storks schoss sich Schmidt aber nicht ein. Denn sie war nur einer von vielen Misstönen an diesem Tag auf Heidenheimer Seite. „Wir sind eigentlich von Anfang bis Ende der Musik hinterhergerannt“, zeigte sich der FCH-Coach enttäuscht über den gesamten Auftritt seiner Mannschaft und machte deutlich: „Wir sind heute gut beraten, auf uns selber zu schauen, weil wir kein gutes Spiel gemacht und zu wenig an der richtigen Stelle investiert haben.“

Schmidt sprach folgerichtig von einem absolut verdienten Regensburger Sieg – und hob die Attribute heraus, die er bei seinem Team vermisste. „Regensburg hat schnell gespielt, war sehr leidenschaftlich und laufstark. Damit hatten wir unsere Probleme.“ Zudem habe seine Mannschaft am Ball „sehr oft falsche Entscheidungen getroffen“, so Schmidt weiter.

Dabei begann dieselbe Startelf wie vor einer Woche beim 3:1-Heimsieg gegen St. Pauli. Zwar kehrte Arne Feick nach abgesessener Sperre (fünfte gelbe Karte) in den Kader zurück, allerdings saß der etatmäßige Linksverteidiger nur auf der Bank. Feick war nämlich noch angeschlagen und hätte noch nicht über 90 Minuten spielen können, erklärte Schmidt.

Fehlende Torchancen das Manko

Vor allem im schwachen ersten Durchgang vermisste man auf Heidenheimer Seite den Schwung der vergangenen Wochen, in denen der FCH 21 Punkte aus zehn Spielen holte. „Ich glaube, in der ersten Halbzeit kann man bei uns von keiner einzigen richtigen Torchance sprechen“, bemängelte der Heidenheimer Coach, der in der Pause reagierte und Nikola Dovedan für Maximilian Thiel brachte. „Wir hatten keinen Zugriff aufs Spiel und haben deshalb auch unsere Grundordnung verändert“, so Schmidt.

Flügelspieler Thiel musste also für Zentralspieler Dovedan weichen, was das Heidenheimer Spiel auch belebte. „Mit dem Kollegen hat man so seine Probleme“, räumte Achim Beierlorzer ein. „Er ist sehr wendig und quirlig und hat Freistöße gezogen“, lobte Regensburgs Trainer Dovedans Auftritt. Auch Schmidt schöpfte jetzt neue Hoffnung – kurzzeitig zumindest. „Ich dachte, wir schaffen es wie so oft, ins Spiel reinzukommen und vielleicht das Spiel noch zu drehen. Aber es war ein kurzes Strohfeuer“, bedauerte der FCH-Coach.

Obwohl Heidenheim nun auch zu Torchancen kam (Schnatterer, 52., Titsch-Rivero 53.), hinterließ Regensburg im Offensivspiel den gefälligeren Eindruck, obwohl der Jahn teilweise zu verspielt agierte. Doch mit der Gelb-Roten Karte für Kevin Kraus (erste wegen Meckern, die zweite für ein Foul) war die Vorentscheidung gefallen. „Wir mussten danach Risiko gehen. Da hatte Regensburg viele Konterchancen und hätte das 2:0 früher machen können“, so Schmidt.

Der Auftritt in Regensburg erinnerte in manchen Teilen an die Phase, bevor der FCH seine Erfolgsserie nach dem 5:2-Sieg Ende Oktober im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg, der damals auf Jann George verzichten musste, startete. Dieses Mal stellte sich der Jahn geschickter an und ließ nur wenige Ecken (2) und Freistöße zu. Auch kam der FCH nur auf sieben Torschüsse. Ähnlich schlechte Werte hab es beim 0:3 in Ingolstadt (3 Torschüsse, 2 Ecken), der Partie, die als Tiefpunkt – und zugleich Wendepunkt – der Saison gilt.

Frank Schmidt sprach von einem Ausrutschertag. „Wir müssen nur aufpassen, dass uns das nicht schnell wieder und überhaupt nicht mehr passiert in dieser Saison.“ Am Freitag empfängt der FCH den VfL Bochum (18.30 Uhr).

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