Heidenheim Analyse: der FCH hat nicht mehr die schwächste Abwehr der 2. Liga

Trost vom Trainer: Der 17-jährige Kevin Sessa bei seiner Auswechslung.
Trost vom Trainer: Der 17-jährige Kevin Sessa bei seiner Auswechslung. © Foto: Joachim Bozler
Heidenheim / Thomas Grüninger 03.04.2018
Fast unbemerkt hat der FCH am Wochenende einen negativen Spitzenwert an Duisburg abgetreten. Die Schießbude der Liga steht nicht mehr in Heidenheim.

Nach dem 1:4 gegen Kaiserslautern hat der MSV Duisburg Platz eins dieser ungeliebten Statistik übernommen. Die Meidericher schraubten ihr Konto an Gegentreffern auf 50 und verwiesen den seit vielen Wochen führenden FCH (49) auf Platz zwei.

Es ist allerdings nur ein schwacher Trost für die Heidenheimer, denn das 1:2 gegen Ingolstadt offenbarte, was sich schon die ganze Saison über wie ein roter Faden durch das Spiel der Schmidt-Truppe zieht. Fast jede Woche ärgern sich die Heidenheimer über Gegentreffer, die zu einfach fallen.

Unzulängliches Defensivverhalten

So war es auch gegen Ingolstadt. „Wir müssen uns fragen, warum wir wieder zwei Tore bekommen. Eins kann man kriegen, das zweite darf nicht passieren“, sagte Innenverteidiger Mathias Wittek. Treffer Nummer zwei deckte das unzulängliche Defensivverhalten schonungslos auf. Ein Abschlag der Ingolstädter, Kevin Sessa verliert das Kopfballduell gegen Sonny Kittel, Robert Leipertz kann davonziehen und abschließen. Über drei Stationen wurde das ganze Spielfeld überbrückt, ohne dass ein Heidenheimer entscheidend störte.

Herausforderung Nürnberg

„Wir haben uns zu naiv angestellt“, sagte Marc Schnatterer. Dem 17-jährigen Sessa machte der Kapitän allerdings die wenigsten Vorwürfe: „Der Junge hat seinen Job gut gemacht und braucht sich jetzt keinen Kopf zu machen.“ Hinterfragen sollten sich stattdessen die Erfahrenen im Team – und da schloss sich auch der FCH-Kapitän nicht aus: „Spieler wie ich müssen sich heute Gedanken machen, warum nicht alles geklappt hat.“

Oftmals hat Schnatterer in der Vergangenheit Spiele noch aus dem Feuer gerissen – am Samstag aber lief auch bei Heidenheims „Lebensversicherung“ nicht viel. Standards gelangen nicht wie gewohnt, entscheidende Impulse blieben aus. Am Samstag bei Aufstiegskandidat 1. FC Nürnberg soll und muss es wieder besser laufen: „Vielleicht brauchen wir jetzt so eine Herausforderung.“

FCH: die Noten

Kevin Müller Note 3

Kein Fehler, aber auch wenig Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.

Kevin Sessa Note 4

Zweikampfstark vor der Pause, bekam dann aber Grenzen aufgezeigt.

Timo Beermann Note 3,5

Hinterließ in der Abwehrkette noch den stabilsten Eindruck.

Mathias Wittek Note 4,5

Einige Unsicherheiten, konnte beim 0:2 Leipertz nicht stören.

Arne Feick Note 4

Hinten weitgehend stabil, nach vorn ohne Impulse.

Norman Theuerkauf Note 4

Solide, half in der Abwehr aus, blieb aber ohne zündende Ideen.

Sebastian Griesbeck Note 3

Eroberte einige Bälle, war durchweg defensiv gebunden.

Maxi Thiel Note 4

Mit Ausnahme seines Treffers ging das meiste schief.

Marc Schnatterer Note 4,5

Zeigte eines seiner schwächsten Spiele in dieser Saison.

Kolja Pusch Note 3,5

Versuchte das Spiel schnell zu machen, tauchte aber immer wieder ab.

John Verhoek Note 3

Sehr engagiert, bereitete das Anschlusstor gut vor.

Kevin Lankford (ab 59.) Note 3

Brachte Schwung ins Offensivspiel, gute Aktion vor dem 1:2.