Heidenheim FCH in Dresden: Auswärtsfahrt ins Ungewisse

Ob Niklas Dorsch am Sonntag gegen Dresden spielen kann, ist noch fraglich.
Ob Niklas Dorsch am Sonntag gegen Dresden spielen kann, ist noch fraglich. © Foto: Eibner/Timo Stark
Heidenheim / Nadine Rau 25.08.2018
Bei Dynamo Dresden trifft der 1. FC Heidenheim am Sonntag (13.30 Uhr) auf eine Mannschaft, die gerade erst ihren Trainer verloren hat. Wie sie auftreten wird, ist fraglich – genau wie der Einsatz von Niklas Dorsch.

Von einem Viertligisten aus dem Pokal geschossen, kurz darauf den Trainer Uwe Neuhaus in der noch sehr jungen Saison entlassen: Bei Dynamo Dresden passiert gerade jede Menge. Genau bei dieser Mannschaft ist am Sonntag der 1. FC Heidenheim zu Gast (13.30 Uhr). Was die Spieler im DDV-Stadion erwartet, weiß keiner so genau, auch nicht Trainer Frank Schmidt: „Es ist in der Tat so, dass es für uns momentan schwierig ist, genau einzuschätzen, wie Dresden das Spiel angehen wird. Das ist schon überraschend, dass so schnell ein neuer Trainer-Kollege auf der Bank sitzt.“

Der neue Trainer heißt interimsweise Cristian Fiel, das hat Dynamo Dresden am Donnerstag bekanntgeben. Der ehemalige Spieler des Vereins und derzeitiger U-17-Coach hat am Donnerstag und Freitag mit der Mannschaft trainiert und wird am Sonntag an der Seitenlinie stehen (siehe auch Infokasten unten).

Wie wird Dresden spielen?

In der vergangenen Saison mussten die Dresdner genauso um den Klassenerhalt zittern wie der FCH. In die aktuelle sind sie mit einem Sieg und einer Niederlage nicht allzu schlecht gestartet, werden jetzt aber sicherlich anders auftreten.

Wie genau, darüber kann Schmidt nur spekulieren. „Bisher haben sie immer mit einer 3er- oder 5er-Kette gespielt, haben gegen Bielefeld in der zweiten Hälfte aber auf ihr gewohntes 4-3-3 umgestellt. Wir gehen eher davon aus, dass sie weg von dieser 5er-Kette und zurückgehen zu dem gehen, was sie in den vergangenen Jahren gespielt haben“, mutmaßt er. Die Nebenschauplätze, die sich in Dresden abseits des Platzes abspielen, würden nur am Rande interessieren. „Wir sind gut beraten, auf uns selbst zu schauen.“

„Gut beraten, auf uns selbst zu schauen“

Richtet man den Blick also auf den 1. FC Heidenheim, stehen zwei Unentschieden und zwei Punkte zu Buche – noch nicht besonders viel.

Das scheint der optimistischen Stimmung auf dem Schlossberg aber nicht im Wege zu stehen: „Wir haben uns in allen drei Spielen gesteigert und waren gegen Bielefeld und Kiel näher dran am Sieg als der Gegner“, sieht Schmidt es positiv. Man habe jetzt die Chance, aus dem dritten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen herauszugehen. „Das motiviert unheimlich.“

„Wir haben uns gesteigert“

Viel Motivation kann in Dresden vor einer lautstarken Kulisse und gegen sehr starke und schnelle Einzelspielern nicht schaden. Zur Erinnerung: Im März hat Dresdens Moussa Koné im Alleingang Heidenheims Hoffnung auf Zählbares zerstört. Zweimal ist es dem FCH gelungen, den Rückstand zu egalisieren, kurz vor Schluss zappelte der Ball ein drittes Mal im Tor von Heidenheims Torwart Kevin Müller.

Zumindest, so Schmidt, kenne man die Spieler in der Offensive – Koné, Duljevic, Röser. „Das ist für mich im Schnitt die Mannschaft mit dem höchsten Maximaltempo“, beschreibt der FCH-Coach den Gegner. Fraglich sei, ob Koné über den Flügel oder wie im März übers Zentrum komme. Je weiter man in der Mannschaftsaufstellung nach hinten gehe, desto mehr würden neue Spieler auffallen, so Schmidt. Das zeige sich entsprechend in der Vorbereitung, jeder werde genau analysiert.

Was die Mannschaftsaufstellung des FCH betrifft, muss Schmidt eventuell wie im Pokalspiel auf seinen „Sechser“ Niklas Dorsch verzichten, der noch immer mit einer Entzündung an der Ferse zu kämpfen habe. Ob er spielen kann, entscheide sich kurzfristig. Wenn nicht, sei wie im Pokalspiel Robert Andrich für ihn eingeplant.

Ohne Wittek und Beermann

Schon jetzt sicher ist, dass die beiden Innenverteidiger Mathias Wittek (Außenbandteilruptur am linken Kniegelenk) und Timo Beermann weiter ausfallen. Beermann sei zwar gesund, habe aber noch Trainingsrückstand aufzuholen.

Von den Spielern auf dem Platz will Schmidt morgen „Männerfußball“ sehen. „Wir müssen wie Männer verteidigen“, sagte er. Zwar sei man defensiv schon sehr stabil, aber nach Ballverlusten müsse man viel schneller die Räume schließen, schneller in die Zweikämpfe kommen und auch in jedem Zweikampf zu hundert Prozent dagegenhalten. Vor allem jetzt gegen die Dresdner Mannschaft, die eine Reaktion zeigen wolle und wo die Zuschauer extra angestachelt seien. „Wir müssen mit der Bereitschaft auftreten, wirklich zu dienen“, so Schmidt.

Für Interimstrainer Cristian Fiel ist die Rechnung einfach: „Wir können über Taktik sprechen. Aber wenn du nicht mehr investierst als der Gegner, wirst du dieses Spiel nicht gewinnen“, sagte er in der Pressekonferenz. Im Hinblick auf das Spiel bekomme er Gänsehaut. Sollte seine Mannschaft morgen gewinnen, wäre es der vierte Sieg gegen Heidenheim, für den FCH indes wären es die ersten drei Punkte gegen Dynamo Dresden.

Die Trainerfrage bei Dynamo Dresden

Nach gerade einmal zwei Spieltagen hat Dynamo Dresden entschieden, sich von Trainer Uwe Neuhaus zu trennen. Co-Trainer Peter Nemeth musste das Feld ebenfalls räumen. Der 58-jährige Neuhaus hatte 2015 sein Amt in Dresden angetreten und die Sachsen wieder in die 2. Liga geführt.

Ausschlaggebend für den Rauswurf war das Pokalaus in der ersten Runde nach dem 2:3 beim Regionalligisten SV Rödinghausen.

Für den Übergang übernimmt der Deutsch-Spanier Cristian Fiel. Er hat bis 2015 als aktiver Spieler bei Dynamo gekickt, avancierte dort zum Kapitän und Publikumsliebling. Der 38-Jährige steckt derzeit in der Ausbildung zum Fußballlehrer.

Als Topkandidat für die Nachfolge ist Lukas Kwasniok im Gespräch. Der Fußballlehrer war zuletzt U-19-Coach beim Karlsruher SC, Ende Juli trennten sich aber die Wege von Klub und Kwasniok.

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