Heidenheim / Edgar Deibert Am Donnerstag, 21. März, stimmen die Klubs über die Einführung eines Video-Assistenten ab der kommenden Saison ab. Heidenheim ist skeptischer als noch vor einigen Wochen.

Videobeweis und kein Ende. Bereits in der zweiten Bundesliga-Saison können Video-Assistenten bei strittigen Szenen eingreifen. Dafür hat die Deutsche Fußballliga (DFL) vier Fälle definiert: Torerzielung (Foul, Handspiel, Abseits), Strafstoß (nicht oder falsch geahndete Vergehen), Rote Karte (nicht oder falsch geahndete Vergehen) und Verwechslung eines Spielers (bei roter, gelb-roter und gelber Karte).

In der laufenden Spielzeit wurde der Video-Assistent offiziell eingeführt, es gibt dabei 28, die zentral in Köln im so genannten Video-Assist-Center (VAC) arbeiten. Parallel können bis zu sechs Spiele von je einem Video-Assistenten verfolgt werden.

In der 2. Liga kam der Videobeweis zwar noch nicht zum Einsatz, allerdings laufen bereits in der aktuellen Saison „Offline-Tests“, wie die DFL schon angekündigt hatte. Über eine offizielle Einführung im deutschen Unterhaus für die kommende Spielzeit sollen die 18 Vereine am Donnerstag, 21. März, abstimmen.

Die meisten Vereine wohl dafür

Der „Kicker“ berichtet, dass die Chancen für eine Einführung gut seien, und bezieht sich dabei auf die Managertagung, die am 12. März stattfand. „Wir sind klar dafür, dass der Videobeweis eingeführt wird“, wurde etwa Andreas Rettig, kaufmännischer Geschäftsführer beim FC St. Pauli, vom „Kicker“ zitiert.

Allerdings müssten viele Vereine in die Infrastruktur investieren, den meisten fehlten nämlich nach Informationen des „Kicker“ die für den Einsatz eines Video-Assitenten nötigen Glasfaserkabel. Für eine Nachrüstung müssten die Klubs knapp 180 000 Euro in die Hand nehmen.

Hohe Kosten lassen den FCH aufhorchen

Die meisten seien laut „Kicker“ dazu bereit – der 1. FC Heidenheim allerdings äußert sich noch zurückhaltend: „Angesichts dessen, dass uns in der Zwischenzeit die konkreten Investitionskosten von rund 150 000 bis 200 000 Euro pro Verein bekannt sind, fragen wir uns, ob die Einführung des Videoassistenten diesen erheblichen finanziellen Mehraufwand rechtfertigt“, heißt es in einer Antwort auf eine entsprechende HZ-Anfrage. „Deshalb wird unser Vorstand seine Entscheidung vom Verlauf der Sitzung abhängig machen.“

In einer früheren Einschätzung stand der FCH-Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald der Einführung des Video-Assitenten noch „sehr positiv“ gegenüber, wie er der „DPA“ vor knapp zwei Wochen erklärt hatte.