Heidenheim Wie wird die Abwehr des FCHs gegen Kiel aussehen?

Ersetzt in Kiel den verletzten Matthias Wittek: Neuzugang Patrick Mainka.
Ersetzt in Kiel den verletzten Matthias Wittek: Neuzugang Patrick Mainka. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 10.08.2018
Eigentlich wollte Frank Schmidt in der Defensive möglichst wenig ändern, aber Witteks Ausfall zwingt den Trainer des 1. FC Heidenheim erneut zu Umstellungen. In Kiel rückt Neuzugang Mainka in die Innenverteidigung.

Normalerweise lässt sich der Heidenheimer Trainer vor dem Spiel nicht in die Karten schauen, am Freitag aber redete er in personeller Hinsicht erst gar nicht um den heißen Brei herum. Patrick Mainka wird am morgigen Sonntag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel den verletzten Mathias Wittek in der Innenverteidigung ersetzen. In der Vorbereitung habe der Neuzugang vom Regionalligisten Borussia Dortmund II bereits mehrfach im Abwehrzentrum agieren dürfen, weshalb Schmidt diesen Schritt als „logische Konsequenz“ bezeichnete.

Damit ist allerdings das Vorhaben des Trainers, mit einer konstanten Besetzung der Viererkette auch die erforderliche Stabilität ins Defensivspiel zu bringen, vor dem zweiten Spieltag schon mehrfach durchkreuzt worden. Neben Wittek (Außenbandruptur im Knie) fehlt weiterhin Timo Beermann wegen Adduktorenproblemen. Zudem sei noch nicht ganz sicher, ob Stamm-Linksverteidiger Arne Feick an der Ostsee eingesetzt werden kann.

Neun Minuten Zweitliga-Erfahrung

„Da sieht man mal wieder, dass Fußball eben kein Wunschdenken ist“, sagte Schmidt, der dennoch zuversichtlich ist: „Wir haben uns auf solche Situationen eingestellt und können auch darauf reagieren.“ Um FCH-Debütant Mainka mache er sich jedenfalls keine Sorgen. Der 23-Jährige, mit 194 Zentimetern Körperlänge der größte Feldspieler im Kader, hat allerdings bislang nur neun Minuten Zweitliga-Erfahrung sammeln dürfen. 2013 kam der damals 19-Jährige im Trikot von Arminia Bielefeld gegen die SpVgg Greuther Fürth (4:1) in der Schlussphase zum Einsatz.

Stabilität im Abwehrbereich wird sicher auch in Kiel ein wichtiger Erfolgs-Baustein sein. Nach dem schnellen und sehr ärgerlichen Gegentor gegen Bielefeld ging Schmidt jedenfalls nicht gleich zur Tagesordnung über. „Das war nicht in einer Minute abgehandelt. Da sind ein paar Dinge passiert, die nicht passieren dürfen im Zweitliga-Fußball.“ Das Fehlverhalten sei in der Analyse „extrem deutlich angesprochen“ worden.

Kiel agiert sehr offensiv

Ein konzentrierter Auftritt wird morgen auch deshalb vonnöten sein, weil die Kieler bei ihrem 3:0-Überraschungs-Coup in Hamburg „sehr hoch angelaufen“ seien und für diesen Mut auch belohnt wurden. Man dürfe sich im Spielaufbau keine leichten Ballverluste leisten, betonte Schmidt. Andererseits beinhalte die offensiv ausgerichtete Spielweise der Kieler auch die Chance, durch schnelle Konter die freien Räume zu bespielen.

Nachdem die „Störche“ im vergangenen Jahr in der Aufstiegs-Relegation zur Bundesliga gescheitert waren, stand ein personeller Umbruch an. Auch die torgefährlichen Dominick Drexler (Köln) und Marvin Ducksch (Düsseldorf) zogen das Kieler Trikot aus. Doch der 3:0-Auftaktsieg beim Hamburger SV lässt vermuten, dass die Nordlichter auch 2018/19 eine starke Rolle spielen werden.

Star aus Südkorea

Zu beachten ist vor allem Neuzugang Jae-Sung Lee, Südkoreas Fußballer des Jahres 2017 und WM-Teilnehmer in Russland, der schon zum Auftakt überragend agierte. „Wir müssen uns auf einen Gegner einstellen, bei dem es nach dem 3:0 in Hamburg zumindest im Umfeld eine Euphorie gibt. Das ist ganz normal. Kiel will jetzt einen Sechs-Punkte-Start hinlegen“, warnt Frank Schmidt.

Trotz zweier Niederlagen in der vergangenen Saison (3:5 und 1:2) ist der FCH-Coach zuversichtlich, diesmal von der weitesten Saison-Reise (756 Kilometer) nicht mit leeren Händen zurückzukehren. Der FCH wolle sich „als Gegner präsentieren, der ganz klar um drei Punkte spielen will.“

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