Heidenheim Der Kader des 1. FC Heidenheim steht vorerst fest

Ronny Philp (hier im Heimspiel gegen Kaiserslautern) sah offenbar beim 1. FC Heidenheim keine Zukunft mehr. Er wechselt ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages zum Regionalligisten Schweinfurt.
Ronny Philp (hier im Heimspiel gegen Kaiserslautern) sah offenbar beim 1. FC Heidenheim keine Zukunft mehr. Er wechselt ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages zum Regionalligisten Schweinfurt. © Foto: Eibner
Heidenheim / Thomas Grüninger 18.06.2018
Der gestern vollzogene Wechsel von Ronny Philp zum Regionalligisten FC Schweinfurt markiert aus Sicht Holger Sanwalds vorerst das Ende der Kaderplanung für die Zweitliga-Saison 2018/19.

Wenige Tage nach Bekanntgabe des Wechsels von Dave Gnaase zum Drittligisten Würzburger Kickers steht seit gestern ein weiterer Abgang beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim fest: Abwehrspieler Ronny Philp schließt sich mit sofortiger Wirkung dem Bayern-Regionalligisten FC Schweinfurt an.

Sowohl Gnaase als auch Philp hatten seit längerem den Wunsch geäußert, trotz ihres laufenden Vertrages den FCH verlassen zu dürfen. Philp (29 Jahre), dessen Kontrakt noch bis 2019 lief, kam in der vergangenen Saison auf fünf Zweitliga-Spiele, Gnaase (21) blieb gänzlich ohne Einsatz. Entsprechend wünschten sich beide Akteure einen Tapetenwechsel, um wieder Spielpraxis sammeln zu können.

„Wir haben beiden gesagt, dass wir ihrem Wunsch entsprechen, wenn sie einen neuen Verein finden“, sagte Holger Sanwald. Zu weiteren Vertragsdetails – beispielsweise ob die Transfers ablösefrei abgewickelt wurden – wollte der FCH-Vorstandsvorsitzende keine Ausführungen machen.

Dovedan-Transfer vom Tisch

Mit Philps Weggang sieht Sanwald unterdessen die Kaderplanung für 2018/19 vorerst abgeschlossen. Auch Nikola Dovedan, einige Wochen lang von Rapid Wien umworben, wird morgen auf dem Schlossberg zurückerwartet, wenn sich die Mannschaft nach der Sommerpause erstmals wieder trifft. Die Österreicher hatten zwar ernsthaftes Interesse, ihren Landsmann aus dem bis 2021 laufenden Vertrag beim 1. FC Heidenheim herauszukaufen, lagen mit ihrem Angebot nach Sanwalds Aussagen aber weit hinter dem, was sich der FCH vorstellte.

„Niko ist für uns wichtiger Spieler, er hat in der Schlussphase der vergangenen Saison wesentlich dazu beigetragen, dass uns der Klassenerhalt gelang. Es war klar, dass wir ihn nicht für kleines Geld hergeben“, sagte Sanwald. Wie die in Österreich erscheinende „Kronenzeitung“ berichtete, soll eine Ablöseforderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro im Raum gestanden sein. Lose Anfragen anderer Vereine, die es in Richtung Dovedan ebenfalls gegeben habe, hätten sich nicht zu ernsthaften Offerten weiterentwickelt, so Sanwald.

Nach jetzigem Stand geht der Vorstandsvorsitzende deshalb davon aus, dass die Kaderplanung für 2018/19 für die Heidenheimer abgeschlossen ist. „Wir haben die Spieler verpflichten können, die wir haben wollten. Es ist, im Rahmen unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten, alles nach Wunsch verlaufen“, sieht Sanwald den FCH für die kommende Saison – die fünfte hintereinander in der 2. Liga – gut aufgestellt.

Es geht zwar einiges an Erfahrung verloren – Torjäger John Verhoek wechselt zum MSV Duisburg, die Verträge der Defensivkräfte Kevin Kraus (1. FC Kaiserslautern) und Marcel Titsch-Rivero (Ziel unbekannt) wurden nicht verlängert –, doch dies will der FCH wie bisher mit jungen, hungrigen Spielern vor allem aus der Regionalliga und aus der eigenen Jugend kompensieren. „Wir sind momentan immer noch ein Verkaufsverein und kein Kaufverein“, umschreibt Sanwald die Situation. Mit anderen Worten: Der FCH investiert nicht in „fertige“ Spieler, setzt stattdessen auf Talente, denen der Sprung in die 2. Liga zuzutrauen ist. Damit habe man bislang auch die besten Erfahrungen gemacht, bleibt Sanwald diesem Weg treu.

Patrick Schmidt (1. FC Saarbrücken), Patrick Mainka (Borussia Dortmund II), Niklas Dorsch (Bayern München II) und Robert Andrich (SV Wehen Wiesbaden) heißen die vier externen Neuzuverpflichtungen. Zu ihnen gesellen sich mit Gökalp Kilic, Kevin Sessa und Tobias Reithmeir Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die einen Profivertrag erhielten, wobei Kilic und Sessa auch weiterhin bei den A-Junioren in der Bundesliga eingesetzt werden können.

Dieser Kader (27 Mann stark) erhalte jetzt die Chance, sich zu bewähren. Gewinne man während der Vorbereitung oder in den ersten Saisonspielen den Eindruck, dass in der Personalplanung noch etwas korrigiert werden müsse, habe man noch Zeit, bis zum Ende der Transferperiode am 31. August reagieren zu können.

Im Augenblick geht Sanwald davon aber nicht aus – es sei denn, es entwickle sich aus der Situation heraus plötzlich noch die Notwendigkeit. Beispielsweise, wenn noch ein Spieler vom 1. FC Heidenheim abgeworben wird oder das Verletzungspech noch unerwartet zuschlägt.

Morgen endet die Sommerpause – Den Zweitliga-Spielplan gibt's am 29. Juni

Die Sommerpause der FCH-Fußballer geht am morgigen Mittwoch zu Ende. Trainiert wird allerdings noch nicht. Wie üblich stehen an den ersten beiden Tagen Leistungsdiagnostik und sportärztliche Untersuchungen an.

Am Samstag startet die Mannschaft dann ins erste von zwei Sommer-Trainingslagern. Lauf- und Konditionstraining sowie Teambildungsmaßnahmen stehen in Geinberg (Oberösterreich) sechs Tage lang im Vordergrund.

Das erste öffentliche Training ist am Samstag, 30. Juni, in Heidenheim geplant (10 Uhr). Am selben Tag bestreitet der FCH auch sein erstes Testspiel bei den Sportfreunden Fleinheim. Anpfiff wird um 17 Uhr sein.

Aufgrund der WM erstreckt sich die Zweitliga-Vorbereitung in diesem Jahr auf sechseinhalb Wochen. Der erste Spieltag ist für das Wochenende vom 3. bis 5. August geplant. Der Spielplan soll am 29. Juni veröffentlicht werden.

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