Der Karlsruher SC hat eine Insolvenz vorerst abgewendet. Unmittelbar vor einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend verkündete der hoch verschuldete Fußball-Zweitligist eine Verringerung seines Schuldenstandes um rund 20 Millionen Euro. Damit kann der Tabellenvorletzte am Samstag (13.00 Uhr/Sky) im so gut wie leeren Wildparkstadion etwas entspannter gegen den SV Darmstadt 98 antreten.

Finanzspritze und Vereinbarungen mit den Gläubigern

Dieser Schritt glückte dank entsprechender Vergleichs- und Abgeltungsvereinbarungen mit den Hauptgläubigern Michael Kölmel und Günter Pilarsky sowie einer sechs Millionen Euro hohen Finanzspritze regionaler Investoren, wie es in der Mitteilung heißt. Damit wurde der Schuldenstand laut KSC-Angaben von über 30 auf rund zehn Millionen Euro reduziert.
„Unser großer Dank gilt unseren Hauptgläubigern und dem „Bündnis KSC“ sowie allen Beteiligten in den Gremien des KSC und den beteiligten Beratern“, sagte Geschäftsführer Michael Becker. Mit dem ersten erfolgreichen Teil der Sanierung des Traditionsclubs könne man nun positiver in die Zukunft schauen.

Auf Forderungen in Millionenhöhe verzichtet

Kölmel und Pilarsky hatten zuvor auf Forderungen in Millionenhöhe verzichtet, beide erhalten im Gegenzug KSC-Aktien. Das „Bündnis KSC“, ein Zusammenschluss neun regionaler Unternehmen und Unternehmer, zeichnet im Rahmen einer Kapitalerhöhung Aktien im Wert von sechs Millionen Euro.
Der KSC hat bislang keine Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen Präsidenten Ingo Wellenreuther. „Uns ist bislang kein Kandidat bekannt“, sagte Vize-Präsident Holger Siegmund-Schultze auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußball-Zweitligisten. Zunächst werde der Wahlausschuss des Vereins das weitere Vorgehen bestimmen. Weitere Informationen dazu gebe es nächste Woche. Eine Neuwahl werde auf jeden Fall vor der Mitgliederversammlung im Herbst stattfinden. Zwischenzeitlich waren 2263 Mitglieder bei der Online-Versammlung zugeschaltet.