Heidenheim / Nadine Rau  Uhr
Greenkeeper Thomas Buck kümmert sich in der Voith-Arena um die Pflege des Rasens während der Sommerpause. Einen Preis gibt es dieses Jahr nicht.

Die Saison ist längst vorbei und die FCH-Spieler verweilen noch ein paar wenige Tage im Urlaub, doch die Arbeit oben auf dem Schlossberg in der Voith-Arena, die ging munter weiter. Gleich nach der letzten gespielten Partie des 1. FC Heidenheim machte sich Greenkeeper Thomas Buck nämlich mit seinem Team daran, den Rasen wieder in Form zu bringen. Wie das aussieht?

„Ein bis zwei Zentimeter des Rasens werden abgefräst – je nachdem, wie dick der organische Filz ist, der sich im Laufe der Zeit zwischen den Grashalmen angesetzt hat“, erklärt Buck. Der FCH hat sich vor einigen Jahren für einen Naturrasensportbelag entschieden, der durch künstliche Fasern verstärkt wird.

Ohne die entsprechende Pflege in der Pause würde laut Buck die Qualität des Rasens leiden und die Spieler würden schneller ins Rutschen kommen. Daher haben die Mitarbeiter gemeinsam mit der Firma Rasenwelt aus Neu-Ulm den Rasen erst abgetrocknet, dann gefräst, die Fläche besandet und den Rasen neu besät; dann noch mal besandet und den Rasen belüftet. Rund acht Wochen dauert das alles.

Fünf Mitarbeiter und 60 Stunden

In der Voith-Arena sei die Einsaat seit Ende Mai erledigt, auf dem Profi-Trainingsplatz der FCH-Fußballer seit Mitte Mai, die anderen Rasenflächen seien zum Schluss an die Reihe gekommen. Spielt das Wetter mit, sind Buck zufolge auf einer Rasenfläche rund fünf Mitarbeiter für 60 Stunden für die Rasenpflege beschäftigt. Zu den körperlichen Kräften kommen außerdem jede Menge Maschinen: Striegl, Rasenmäher, ein Traktor mit Besandungswagen, eine Sähmaschine und die Aerifiziermaschine zum Belüften sowie eine Fräse von Rasenwelt.

Buck betont, dass diese aufwendige Pflege jedes Jahr wiederholt werden sollte, um eine vernünftige Rasenqualität zu garantieren. Im vergangenen Jahr zahlte sich diese Arbeit sogar in besonderer Weise aus: Der 1. FC Heidenheim bekam nach einem zweiten Platz im vorletzten Jahr für seinen schönen Rasen den Preis „Pitch of the Year“ der Deutschen Fußball-Liga überreicht. Vorgenommen wird die Bewertung von einer Fachjury aus Mitgliedern der Deutschen Rasengesellschaft. Sie basiert auf den Blöcken Bewertungssystem Sport, Jurybewertung Messdaten und Benotung sowie Eigenprüfung. Beim Bewertungssystem geben nach jedem Spiel Verantwortliche beider Klubs und der Schiedsrichter ihr Urteil über den Zustand des Spielfeldes auf einer Skala zwischen 1 (sehr schlecht) und 5 (exzellent) ab.

Diese Saison schafften es die Halme auf dem Schlossberg nicht unter die besten Drei. Darmstadt als Sieger und dahinter Regensburg und Bielefeld sind die Glücklichen.

„Im Ranking sind wir dieses Jahr auf dem siebten Platz gelandet, obwohl wir sogar mehr Punkte als vergangenes Jahr hatten. Die Qualität ist wohl insgesamt höher geworden“, so Pressesprecher Markus Gamm.

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Wer hat den Rasen schön?

Den Preis „Pitch of the Year“ von der DFL gibt es seit der Spielzeit 2013/14 und wird in der Bundesliga und der 2. Liga vergeben. In der Bundesliga ging dieses Jahr der erste Platz an den VfL Wolfsburg, der zweite Platz an Borussia Dortmund und der dritte Platz an Borussia Mönchengladbach.