Gegenüber dem 2:2 beim Aufsteiger FC Bayern Alzenau drehte TSG-Trainer Ralf Volkwein im Drittrundenspiel um den württembergischen Verbandspokal kräftig am Personalrad, brachte gegen die Oberschwaben zum Start sieben neue Kräfte.

Ordentlicher Start

Trotz der Rochaden dominierte der Viertligist die Anfangsphase, generierte lange Ballbesitzzeiten – allein zwingend waren die Aktionen im letzten Drittel nicht. Für den ersten Aufreger sorgten dann auch die Gäste. Ein Freistoß von Daniel Seemann aus 20 Metern ging allerdings deutlich drüber (3. Minute).

Auf der Gegenseite hatte Dan Constantinescu aus der Distanz die erste Möglichkeit, suchte den Abschluss aber nicht konsequent genug (6.).

Führung besteht nicht lange

Auch in der Folge präsentierte sich die Rot-Weißen als adäquater Spielpartner für den Kreisstadt-Klub, konterten über den antrittsschnellen Nikolas Deutelmoser zielorientiert. Der TSV ließ sich auch nach dem Rückstand – Seemann hatte nach einem Pettenkofer-Standard aus fünf Metern getroffen (12.) – nicht aus dem Konzept bringen.

Eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit von Fabian Kurth am eigenen Strafraum nutzte Berg konsequent. Präzise flankte Vlad Munteanu zu Nikolas Deutelmoser, welcher in der Box völlig frei per Kopf netzte (13.).

Epstein verwandelt Elfmeter

Balingen wackelte, legte aber erneut vor. Schnell und direkt kombinierte sich die TSG über die linke Seite durch, Cedric Guarino düpierte gleich drei Gegenspieler – sein Zuspiel in die Mitte klärte Raphael Schmid unglücklich mit der Hand (21.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Denis Epstein. Bergs Keeper Jonas Huchler war dran, der Ball des Ex-Profis aber zu präzise.

Die Volkwein-Truppe investierte bei hochsommerlichen Temperaturen nun mehr, wirklich überzeugend war der Auftritt jedoch nicht. Anders Berg, das durch Jannik Wanner (28.) und Constantinescu (33.) noch zweimal gefährlich um Abschluss kam. Zur Pause blieb es bei der schmeichelhaften 2:1-Führung für Balingen.

Enttäuschung nach dem Wiederbeginn

Nach dem Seitenwechsel erwischte Berg den Favoriten kalt. Bei einem langen Ball von Schmid patzte Guarino und Munteanu verwertete aus acht Metern mit einem satten Pfund über den Scheitel von Marcel Binanzer unaufgeregt (46.).

Die TSG fand nicht mehr statt, agierte wenige Tage vor dem richtungsweisenden Gießen-Heimspiel ideenlos. Präsenter in den Zweikämpfen: der Verbandsligist. Dieser drängte auf die Führung. Volkwein reagierte, brachte frisches Personal – vergebens.

Berg lieferte einen klasse Fight, stellte weiter die spielerisch, läuferisch und kämpferisch klar bessere Mannschaft. Doch Dominik Damjanovic und David Brielmayer ließen eine hochkarätige Doppelchance liegen (70.).

Umkämpfte Schlussphase

Es blieb eine enge Kiste – weiter mit Vorteilen für den Außenseiter. Dieser suchte die Entscheidung, hatte durch den eingewechselten Niko Maucher die nächste Möglichkeit (80.).

Strittig: Eine Konz-Attacke im TSG-Strafraum gegen Maucher, welche ohne Konseqenzen blieb (82.). Glück für Berg, dass Tobias Dierberger in 89. Minute nur den Pfosten traf – und es in die Verlängerung ging.

Fritschi sichert den Sieg

Auch in dieser war von einem Klassenunterschied nichts zu sehen – im Gegenteil. Epstein traf nach einem Konter nur das Außennetz, mehr kam von der TSG nicht. Ein Chancenplus hatte Berg, das in der 112. Minute aber K.o. ging: Per Kopfball sorgte Jonas Fritischi für die Entscheidung. Ein schmeichelhafter TSG-Erfolg.

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