Oberliga TSG: Pause für „General Leichtfuß“

Sechs Spiele in Folge hat die TSG Balingen bereits nicht mehr verloren. Heute Abend wartet in Nöttingen nun eine schwere Aufgabe. In bislang 14 Spielen gegen den FCN holten die Eyachstädter nur vier Siege.
Sechs Spiele in Folge hat die TSG Balingen bereits nicht mehr verloren. Heute Abend wartet in Nöttingen nun eine schwere Aufgabe. In bislang 14 Spielen gegen den FCN holten die Eyachstädter nur vier Siege. © Foto: Mochkon
Marcel Schlegel 29.09.2017

Die jüngsten Ergebnisse zeigen: Es kriselt beim FC Nöttingen. Kommt dies der TSG Balingen vor dem Topspiel (Beginn: heute, Freitag, 18 Uhr; Busabfahrt 15 Uhr) in der Oberliga Baden-Württemberg beim Remchinger Titelaspiranten gelegen oder nicht?

Man könne es drehen und wenden wie man wolle – und käme jedes Mal auf eine andere Interpretation, antwortet Balingens Trainer Ralf Volkwein, um dann festzustellen: „Ich kümmere mich daher nicht besonders um die Ausgangssituation.“

Diese aber hat es in sich: Denn ausgerechnet jetzt, als der Titelaspirant und vormalige Südwest-Regionalligist (19 Punkte/8 Spiele) nach sechs Siegen zum Start in der letzten Wochen seine weiße Weste mit einem Unentschieden (0:0 gegen Oberachern) sowie der ersten Niederlage (0:4 gegen Freiberg) beschmutzte und ferner die Tabellenführung an den Bahlinger SC (19/8) verlor, reist die Volkwein-Elf nach Nöttingen. Im Panoramastadion steigt zudem das Duell des gastgebenden Oberliga-Zweiten gegen den Tabellendritten aus Balingen (17/8), dem zwei Punkte auf Nöttingen fehlen. Sprich: das Spitzenspiel. Für beide Mannschaft, auch für die TSG also, ist die Tabellenspitze drin, welche nunmehr von Bahlingen besetzt wird. Der BSC trifft am Samstag auf den Tabellenvierten Neckarsulm, der 16 Punkte gesammelt hat.

Welche Nöttinger warten heute also auf die Kreisstädter: der berühmte wankende, aber deshalb umso gefährlichere Boxer oder doch der vom Thron gehobene vormalige Primus, dem die Leichtigkeit vom Saisonbeginn abhanden gekommen zu sein scheint? Weder noch, meint Volkwein: „Jeder weiß um die Qualität der Nöttinger. Sie werden zeigen, was sie können und werden sich garantiert nicht noch einmal so präsentieren wie zuletzt. Ich bin mir sicher: Sie werden eine Reaktion zeigen.“ Zumal auf die Truppe von FCN-Coach Dubravko Kolinger im Anschluss das Verbandspokal-Viertelfinale gegen den Karlsruher SC wartet (4. Oktober). „Darauf freuen sie sich in Nöttingen“, weiß Volkwein. „Da will jeder von Beginn an spielen. Entsprechend ist das Duell mit uns für Nöttingen die Generalprobe, in der sich jeder Spieler für einen Startplatz anbieten will.“

Auch der TSG-Trainer erwartet von seinen Jungs eine Reaktion, obschon die Eyachstädter seit sechs Spielen ungeschlagen sind und davon fünf Mal als Sieger vom Platz gingen. Vor Wochenfrist feierte die TSG einen auf dem Papier ungefährdeten 3:0-Sieg gegen den SV Göppingen. Trotzdem hat Volkwein nicht alles gefallen, was seine Fußballer im Heimspiel gegen den württembergischen Kontrahenten zeigten. „Es war kein schlechtes Spiel, das muss man sagen. Wir waren vor dem Tor zum Beispiel sehr kaltschnäuzig“, sagt Volkwein, „aber wir hatten auch schwache Phasen mit vielen Abspielfehlern, solche, in denen uns die Kompaktheit fehlte und in denen wir allgemein fahrlässig agierten.“ Kurzum: Um beim Titelaspiranten Nöttingen zu bestehen, müsse „General Leichtfuß“, wie das Volkwein nennt, heute Abend auf die Auswechselbank gesetzt werden.

Klar ist: Die TSG Balingen will ihre Serie fortsetzen und „nach Möglichkeit in Nöttingen punkten“, so Volkwein, der ein enges Spiel erwartet. „Das waren die Duelle mit dem FCN immer. Und nie waren wir chancenlos. Sicher auch heute nicht.“

Während die TSG Balingen in Nöttingen um die Tabellenführung spielt, wird es heute Abend noch für zwei weitere Teams der Oberliga ernst. Ebenfalls um 19 Uhr stehen sich der FSV Bissingen und die TSG Backnang gegenüber. Bissingen ist aktuell Siebter, könnte mit einem Sieg heute Abend den Anschluss ans vordere Tabellendrittel wahren. Für Backnang geht nach zwei Niederlagen in Folge und Rang zehn der Blick aktuell eher nach unten.