Regionalliga TSG: „Kein gutes Gefühl“ nach Punktgewinn

Intensiv war das württembergische Derby in der Regionalliga Südwest. Bereits am Freitagabend trennten sich die U 21 des VfB Stuttgart und Aufsteiger TSG Balingen unentschieden.  Foto: Eibner
Intensiv war das württembergische Derby in der Regionalliga Südwest. Bereits am Freitagabend trennten sich die U 21 des VfB Stuttgart und Aufsteiger TSG Balingen unentschieden. Foto: Eibner © Foto: Eibner
Balingen / MArcel Schlegel 01.10.2018
Vier Spiele in Folge hat die TSG Balingen nun schon nicht mehr gewonnen, ging aber auch am Freitag wieder einmal nicht gänzlich leer aus. Bei der Stuttgarter U21 holten die Kreisstädter das fünfte Remis der Saison.

Ein Auf und Ab der Gefühle – das war das 2:2 (1:1) der TSG Balingen am Freitagabend bei der U21 des VfB Stuttgart. Nach einem starken Start gab es den überraschenden Rückstand – doch die Eyachstädter kamen zurück.

Mutig, frech und laufstark hatte der Regionalliga-Aufsteiger in der Landeshauptstadt begonnen, in der ersten halben Stunde zwei Riesenchancen zur Führung gehabt. Dennoch gerieten die Eyachstädter aus dem Nichts in Rückstand, ehe Manuel Pflumm das Duell in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs egalisierte. Nach der Pause drückten nun die Gastgeber, gingen erneut in Führung. Ein Eigentor des VfB brachte das 2:2 und die TSG in Aufwind. In der dramatischen und zuweilen hektischen Schlussphase trafen die Balinger noch zweimal Aluminium. Einmal prallte ein Schlenzer von Kaan Akkaya, der die Flanke zum Eigentor zum 2:2 geschlagen hatte, Marke „Wembley“ knapp vor die Latte; dann köpfte Stefan Vogler an den Pfosten. Mancher, der hinter dem Stuttgarter Tor gestanden hatte, hatte den Ball drin gesehen. Auch deswegen meinte Routinier Jörg Schreyeck, dass die TSG unterm Strich einen Sieg verdient gehabt hätte. „Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen“, so der frühere Pfullendorfer, der ergänzte: „Wir haben wirklich alles reingehauen, sind zweimal zurückgekommen und hatten dann noch die Chance auf den Sieg – das spricht für die Mannschaft.“

Ähnlich sah dies Kapitän Manuel Pflumm: „Wenn man doppelt in Rückstand gerät, und das beide Male völlig unnötig, ja billig – und dann zurückkommt, hat man sich den Punkt verdient“, sagte dieser. „Wir müssen einfach in den ersten 25 Minuten zwei Tore machen. Da gibt es keine Ausreden mehr. Die Chancen waren einfach zu gut, um sie ungenutzt zu lassen.“ Was ihn positiv stimme: „Wir wussten immer eine Antwort.“

Ohnehin waren sich die Balinger einig. Die Punkteteilung fühle sich eher nach zwei verlorenen, denn nach einem gewonnenen Zähler an, fand Fabian Kurth. „Schade, dass wir uns nicht belohnt haben – uns klebt das Pech vorne an den Füßen.“ Dennoch: „Wir können erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Allerdings brauchen wir schnell wieder drei Punkte, mit Unentschieden kommen wir nicht weiter.“

„Kein gutes Gefühl“ hatte auch Stefan Vogler nach der Partie. Heißt: Die Enttäuschung überwog der Freude über den guten Auftritt. „Wir hätten einen Sieg verdient gehabt“, fand der Stürmer, den Trainer Ralf Volkwein diesmal einwechselte. Gegen den FK Pirmasens, auf den die Balinger am Samstag (14 Uhr) im Rahmen des zwölften Regionalliga-Spieltags treffen, brauche man mal wieder einen Sieg, so der Ex-Pfullendorfer. „Wir sind daheim eine Macht und ich bin mir sicher, dass wir demnächst auch endlich wieder für den Aufwand belohnt werden.“

Vor dem Kellerduell gegen den Tabellennachbarn aus der Pfalz, der 1:3 gegen Spitzenreiter Waldhof Mannheim verloren hat, ist die TSG in der Regionalliga Südwest weiter abgerutscht, rangiert mit 14 Zählern an 14. Stelle – diese Platzierung könnte am Ende der Saison den Abstieg bedeuten. Diesen Mittwoch muss die Volkwein-Elf jedoch zunächst im WFV-Pokal-achtelfinale ran. Der Gegner und Gastgeber dann: Lokalrivale FC 07 Albstadt. Das Derby im Albstadion beginnt um 15 Uhr.
Aufsteiger nutzt Chancen nicht
Bei der TSG Balingen hadern sie nach dem 2:2 bei der U 21 des VfB Stuttgart mit Schiedsrichter Joshua Herbert. Der hatte zur Mitte der zweiten Hälfte – in Absprache mit seinem Linienrichter – bei einem Schuss von Kaan Akkaya, der von der Latte auf, vor oder hinter die Linie prallte, kein Tor für den Aufsteiger gegeben – für Ralf Volkwein die falsche Entscheidung. „Das hatte was von Wembley“, sagt Balingens Trainer, dem sowohl das Video des Spiels wie auch die Stuttgarter Auswechselspieler, die sich bei der besagten Szene hinterm eigenen Tor warm machten, bescheinigt, dass der Ball drin war. „Das ist bitter, ein Sieg war möglich“, so Volkwein, „und das sogar unabhängig von dieser Szene.“ Das konnte man so sehen: Denn gerade zu Beginn des sehenswerten Spiels, wie auch in einer teils dramatischen Schlussphase, hatten die Kreisstädter einige gute bis sehr gute Torgelegenheiten. „Das ist einfach unser Manko gerade: die Chancenverwertung. Aber das wissen die Jungs selber.“ Diesen attestierte Volkwein erneut einen kampfstarken, vor allem aber laufstarken Auftritt. „Die Mannschaft präsentiert sich wirklich sensationell. Es ist schade, dass wir uns zu selten für unsere guten Leistungen belohnen.“ Der VfB sei spielerisch zwar die bessere Mannschaft gewesen, die TSG habe aber die besseren Chancen gehabt und habe läuferisch und in den Zweikämpfen dominiert. „Dieses Spiel können, sollten oder müssen wir gewinnen“, meint Volkwein.


Lösbare Aufgabe im Heimspiel
Kurzzeitig verschiebt sich der Fokus der TSG Balingen in dieser Woche, am Mittwoch steht das Pokalspiel gegen den Lokalrivalen FC 07 Albstadt im Mittelpunkt. Danach konzentrieren sich die Kreisstädter aber sofort wieder auf den Kampf um den Regionalliga-Klassenerhalt. Am Samstag wartet um 14 Uhr das Heimspiel gegen den FK Pirmasens. Der ist unter der Woche nicht gefordert und will mit einem Sieg in der Bizerba-Arena an der TSG vorbeiziehen.
Mitaufsteiger als Gegenstück
Die TSG Balingen wird in der Regionalliga Südwest zum Remisspezialisten. Das Unentschieden gegen Stuttgarts U 21 war bereits die fünfte Punkteteilung für die Schwaben, kein Team sammelte öfter einen Zähler ein. Jeweils drei Siege und drei Niederlagen setzte es zudem für die TSG. Das Gegenstück zu den Balingern ist der Mitaufsteiger FC Homburg. Der Tabellendritte spielte bislang noch gar nicht unentschieden, holte sieben Siege und verlor viermal.

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