Trotz Überzahl und guter Chancen nach dem Seitenwechsel verpasste der Aufsteiger im Kraichgau die Ergebniswende und kassierte eine klare Niederlage beim Tabellennachbarn. Völlig unnötig aus Sicht der Balinger Protagonisten.

Denn phasenweise spielte die Volkwein-Elf mit den Sinsheimern in Durchgang zwei Katz und Maus.

Doch anstatt den 0:1-Pausenrückstand egalisieren zu können, fing sich die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein nach dem Wiederbeginn noch zwei weitere unnötige Gegentreffer ein. Bezeichnend: das dritte Gegentor in der 86. Minute.

Da waren die Balinger in einen Konter der Bundesliga-Reserve gelaufen. Die aufgerückten Schwaben liefen schon gar nicht mehr hinterher, zu platt waren sie, zu wenig war den Angreifern der Gäste an diesem Tag gelungen – und zu sinnlos erschien ihnen wohl der letzte Sprint.

Und so überließen die Mitspieler den beiden letzten, in der eigenen Hälfte noch verbliebenen Kreisstädtern die Aufgabe, die fünf Hoffenheimer Angreifer aufzuhalten. Doch die TSG 1899 ließ sich nicht mehr stoppen, Robin Szarka vollende zum 3:0.

Die erste Halbzeit hatte zuvor Hoffenheim gehört, das mit fünf Spielern aus dem Erstliga-Kader in das Mittelfeldduell ging. Die Mannschaft von Trainer Marco Wildersinn dominierte den württembergischen Aufsteiger, der mit dem schnellen Kombinationsspiel von „Hoffe zwo“ zunächst große Probleme hatte.

Schon nach 20 Minuten profitierte Hoffenheim von einem Balinger Patzer, Meris Skendorovic war auf und davon und markierte das 1:0. 120 Sekunden später fast das zweite Tor für die Hausherren, doch Alfons Amade zielte knapp vorbei (22. Minute).

Nach einer halben Stunde narrte Chinedu Ekene erneut die Balinger Defensive, traf dann jedoch nur das Außennetz (30.).

Patrick Lauble, einmal aus spitzem Winkel (32.), dann nach Vorlage von Stefan Vogler (33.) versuchte auf der Gegenseite sein Glück – vergebens. Vor der Pause beherrschten Zweikämpfe das Geschehen. Die Kreisstädter agierten bemüht, aber den meisten ging letztlich das notwendige Tempo ab.

Nach dem Seitenwechsel folgte, was kaum einer mehr erwartet hatte: das Balinger Aufbäumen – und das konnte sich sehen lassen. Lauble passte auf Nils Schuon, der legte auf Vogler ab – da fehlten Zentimeter (46.).

Dann flog Ekene nach einem Ellbogencheck gegen Matthias Schmitz auf Hoffenheimer Seite mit Gelb-rot vom Platz (48.). Nach einem Riesenbock des 1899-Keepers Stefan Drljaca, ansonsten aufseiten der Blauen einer der Besten, kam Vogler an den Ball, sein Schuss wurde aber vor der Linie geblockt (51.). Erneut Lauble traf anschließend das Leder nicht richtig (52.).

Und die Hoffenheimer? Die kamen nach dem Seitenwechsel einmal vors Tor von TSG-Keeper Julian Hauser und Amade netzte zum vorentscheidenden 2:0 ein (54.).

Da half es auch nichts mehr, dass in der letzten halben Stunde Vogler per Kopfball (61.), Lauble im Strafraum und direkt danach Hannes Scherer aus kurzer Distanz (66.) sowie erneut Scherer per Fernschuss (76.) gute bis sehr gute Möglichkeiten vergaben.

Denn auf der Gegenseite konterten die Sinsheimer in Person von Szarka zum 3:0 – der Endstand.

So belegt der Balinger Branchenneuling zum Jahreswechsel Platz zehn. Die Regionalliga Südwest geht nun bis Ende Februar in die Winterpause. Für Volkwein und seine Mannen wartet im neuen Jahr dann zuerst das Heimspiel gegen Mitaufsteiger SC Hessen Dreieich.

TSG Balingen: Hauser; Eisele, Gil (61. Huss), Schreyeck (75. Schoch), Lauble, Vogler, Schuon, Pettenkofer, Fecker, Schmitz, Kurth (65. Scherer).

Tore: 1:0 Skendorovic (20.), 2:0 Amade (54.), 3:0 Szarka (86.).

Gelb-rote Karte: Ekene (48./H.).

Schiedsrichter: David Scheuermann (Alzey-Worms).

Zuschauer: 150.

„Was fehlte, war das Tor“


„Wir hätten in der ersten Halbzeit schon das zweite Tor nachlegen müssen, dann wäre Ruhe reingekommen“, sagte Marco Wildersinn, der Trainer der U 23 der TSG 1899 Hoffenheim, nach dem 3:0-Heimsieg der Sinsheimer gegen die TSG Balingen. So habe seine Elf dem Aufsteiger, besonders nach der gelb-roten Karte gegen einen Kraichgauer, zu lange die Chance gelassen, nochmals zurückzukommen. „Die Balinger haben gezeigt, dass sie gefährlich sind. Das zweite Tor war wichtig, das war die Vorentscheidung“, so Wildersinn, der sich etwas über die Spielweise des Viertliga-Neulings ärgerte, über dessen harte Gangart und die vielen versteckten Fouls, die die Württemberger begangen hätten. Ralph Conzelmann, der Abteilungsvize der Balinger TSG, bemerkte, dass die Hoffenheimer in der ersten Halbzeit ein enormes Tempo angeschlagen haben, welches den Gästen zunächst zugesetzt habe. Umso markanter sei es gewesen, wie die Truppe von Balingens Coach Ralf Volkwein nach der Pause zurückgekommen sei. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns eigentlich sehr gut präsentiert. Was fehlte, war das Tor“, so Conzelmann.