Über Frickenhausen nach Cambrils: Die TSG Balingen bezieht am Samstag ihr einwöchiges Trainingslager in Spanien. Dieses hat sich die Mannschaft im vorigen Sommer beim Erdinger Meister-Cup als Siegerprämie gesichert.

Volkwein klagte zuletzt über die schwierigen Trainingsbedingungen der laufenden Wintervorbereitung, weil der Balinger Kunstrasen erstens nicht mehr der beste, aufgrund des eisigen Wetters zweitens schwer zu bespielen sei und die Regionalliga-Truppe diesen drittens mit der U23 und den eigenen Jugendteams teilen muss.

Nur logisch, dass dem Chefcoach der TSG das anstehende Trainingslager in Katalonien nun wie gelegen kommt, zumal sich der Viertliga-Aufsteiger ein solches finanziell wohl selbst nicht leisten könnte. Mit dabei sein wird auch der am Donnerstag präsentierte Neuzugang Enis Küley. Der 21-jährige Angreifer war zuletzt vereinslos, stellte sein Können zuvor für den SSV Ulm und die Stuttgarter Kickers unter Beweis.

In Cambrils, 120 Kilometer südlich von Barcelona gelegen, warten optimale Trainingsbedingungen mit präparierten Rasenplätzen, einem modernen Hybridplatz und einem Fitnessstudio auf die Württemberger. Anders ausgedrückt: Statt vier abendlichen, frostigen Kunstrasen-Einheiten pro Woche, Schneeschippen und hartem Untergrund heißt es für die TSG nun eine Woche lang Sonne, Meer und zwei- bis dreimal Training täglich.

Volkwein betont, dass den Balingern nicht nur die Hitze, sondern vor allem das Training den Schweiß ins Gesicht treiben werde. „Es stehen zahlreiche Einheiten auf und neben dem Platz auf dem Programm“, sagt der 46-Jährige. Auch werde man den nahe liegenden Sandstrand in erster Linie fürs Krafttraining zu nutzen wissen, so der TSG-Cheftrainer. Sein Team, aktuell Zehnter in der Regionalliga Südwest, bestreitet in Cambrils auch ein Testspiel: Am Sonntag treffen die Schwaben auf den 1. FC Germania Egestorf-Langreder aus der Nähe von Hannover. Der Gegner ist momentan Achter in der Regionalliga Nord.

Die Mannschaft jedenfalls freue sich riesig aufs Trainingslager, sagt deren Kapitän, Manuel Pflumm. „Das wird uns auf jeden Fall weiterbringen“, so der Innenverteidiger. „Wenn man dreimal täglich trainiert, viel zusammen ist – da kann man viel besser an Feinheiten feilen und natürlich stärkt dies nochmals die Kameradschaft.“ Den bisherigen Verlauf der Vorbereitung, welche der Kreisstadtklub vor knapp drei Wochen aufnahm, bezeichnet Pflumm als „positiv“.

Zwischen den beiden Testspielen – der 2:3-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers und dem 2:1-Sieg in Schaffhausen – habe er bereits klare Fortschritte erkennen können, „Ansätze, die mich optimistisch stimmen“, so der TSG-Spielführer. „Natürlich lief noch nicht alles hervorragend, aber das ist normal – und dafür ist die Vorbereitung ja da: dass wir noch Fehler machen dürfen und uns Woche für Woche steigern.“

Zur Balinger Platzproblematik meint Pflumm: „Die Rahmenbedingungen könnten immer besser sein. Aber wir machen das Beste draus und nehmen’s wie’s kommt.“ Und über ein Trainingslager in Spanien könne man schließlich auch nicht klagen. Pragmatisch, typisch Pflumm.