Die TSG Balingen hat wie beim jüngsten 3:1 in Ulm wieder einmal auswärts überrascht. Die TSG machte es am Samstag geschickt, verteidigte ordentlich, setzte ihre Konter. „Wir wollten Aalen nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte TSG-Trainer Ralf Volkwein. Das gelang.

Die Balinger nutzten vor allem aus, dass der VfR zweimal in den Schlafmodus verfiel, sich einmal davon sogar nahezu einen Kollektivschlaf genehmigte. Beim 1:0 für die Gäste fand die Defensive selbst im Strafraum keinen Zugriff, der Balinger Lukas Foelsch passte zu Denis Epstein – und den Ex-Profi mit all seiner Erfahrung sollte man sicherlich nicht frei zu Abschluss kommen lassen (32. Minute).

VfR-Trainer Roland Seitz reagiert

Die TSG nutzte ihre zweite Chance, nachdem Enrico Huss schon einen Kopfball an den Pfosten gesetzt hatte (20.). Der VfR verbuchte kurz vor dem 0:1 seine beste Szene der schwachen ersten Hälfte, als Kevin Hoffmann nach seinem Solo an TSG-Torwart Julian Hauser scheiterte (30.). VfR-Trainer Roland Seitz ergriff nach dem Pausenrückstand erste Maßnahmen – und tauschte die schwachen Nico Lucas und Niko Dobros aus. Michael Senger und Daniel Bux kamen.

Aalen erzielt das 1:1

Mit ihnen kam auch etwas Schwung, die Balinger überstanden zunächst eine kurze Aalener Durckphase. Für das 1:1 in der guten VfR-Zeit sorgte Tim Grupp (51.). Schon der ziemlich gefährliche Freistoß von Kevin Hoffmann hätte drin sein könnten, Hauser lenkte den Ball gerade noch zur Seite, wo allerdings Gino Windmüller stand, quer legte und Grupp frei eindrosch. Drei Minuten später kratzte TSG-Innenvertediger Matthias Schmitz einen Schuss von Burak Gencal von der Torlinie.

Der Ex-Drittligist fand weiterhin keine Lösungen, die Balinger Defensive räumte so einiges weg. „Wir haben viele lange Bälle gespielt, es ging viel um zweite Bälle“, sagte Offensivmann Senger. Dass lange Bälle aber manchmal helfen, zeigte Balingen – unter freundlicher, schläfriger Mithilfe der VfR-Defensive.

Tobias Dierberger stand ein Viertelstunde auf dem Platz und avancierte zum Siegtorschützen. Linksverteidiger Kaan Akkaya führte einen Freistoß hinter der Mittellinie schnell aus, fast ganz Aalen schaute zu, Dierberger stand frei, nahm den Ball an und netzte ein (73.). Auch für den Ex-Tübinger war es eine Premiere. Noch nie zuvor hatte der 23-Jährige in der vierten Liga getroffen.

Ralf Volkwein hebt Mentalität hervor

„Das zweite Tor war sehr unglücklich, das erste auch“, fasste Senger noch einmal zusammen. Das 2:1 hätte auch früher fallen können, doch Foelsch – wieder freistehend – scheiterte im Eins-gegen-Eins-Duell mit VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt (64.). „Ich bin stolz auf meine Jungs“, freute sich Volkwein. Sein Aalener Kollege konnte freilich nicht stolz sein, für ihn war das Spiel „bitter“.

Während Volkwein das Zweikampfverhalten, die Laufbereitschaft und die Mentalität hervorhob, konnte Seitz kein Lob verteilen. Das machte ein anderer: Epstein, der in der 32. Minute sein erstes Regionalliga-Tor für die TSG erzielte. „Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung.“ Der Stürmer wusste gleichwohl, dass der Sieg auch möglich war, da die Aalener bei beiden Gegentoren pennten. „Das hat uns in die Karten gespielt“, sagte Epstein.