Balingen TSG braucht gegen Karlsruhe mehr Präzision

Per Elfmeter schoss Manuel Pflumm die TSG Balingen gegen den SV Sandhausen 2 zur 1:0-Führung. Dies sollte aber der einzige Treffer der Eyachstädter am Mittwoch bleiben.
Per Elfmeter schoss Manuel Pflumm die TSG Balingen gegen den SV Sandhausen 2 zur 1:0-Führung. Dies sollte aber der einzige Treffer der Eyachstädter am Mittwoch bleiben. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcel Schlegel 13.04.2018
Die TSG Balingen tritt am Samstag (15 Uhr) bei der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC an.

Sie waren einsichtig, die Balinger Fußballer. Sie wussten genau, woran es gelegen hat, dass ihnen am Mittwoch nur ein 1:1 gegen Sandhausen 2 gelang: an der Chancenverwertung. Die soll am Samstag gegen den KSC 2 besser werden.

„Wenn du über 90 Minuten gefühlt zehn Großchancen und Pfosten- und Lattentreffer hast, musst du das Spiel einfach gewinnen“, sagte TSG-Spieler Nils Schuon nach dem Remis am Mittwoch. Die Enttäuschung war Balingens Mittelfelddirigenten noch ins Gesicht geschrieben, als er an der Seite seines Teamkollegen Hannes Scherer vom Rasen der Bizerba-Arena trottete.

Der mutmaßte, dass sich die Balinger Elf in der zweiten Halbzeit phasenweise wohl des Sieges zu sicher gewesen sei. Schließlich hatte die TSG das Nachholspiel zu jeder Zeit im Griff und zudem Chancen zuhauf. Doch diese vermeintliche Selbstsicherheit rächte sich, als die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein im zweiten Durchgang „aus dem Nichts“ den Ausgleich kassierte.

Nach dem achten Unentschieden des Oberliga-Tabellenführers bleibt die Erkenntnis, dass sich die TSG spielerisch nicht schlecht präsentierte, besonders im ersten Durchgang dominant gewesen war. „Wir waren einfach zu unpräzise“, so Scherer. „Das wirft uns jetzt aber nicht aus der Bahn. Wir müssen am Samstag einfach noch mehr in die Abschlüsse gehen.“ Dann ist die Volkwein-Elf um 15 Uhr (Busabfahrt um 10.45 Uhr an der Bizerba-Arena) bei der U 23 des Karlsruher SC zu Gast. „Der KSC wird nicht leicht. Leicht wird für uns überhaupt kein Spiel“, so Scherer. „Wer gegen den Tabellenführer spielt, will gewinnen.“

Und je mehr Schuon und Scherer über die zurückliegende Sandhausen-Partie sprachen, desto mehr kam das Selbstbewusstsein zurück. „Positiv stimmt mich, dass wir gegen einen tiefstehenden und teils mauernden Gegner trotzdem zu unseren Torchancen kamen und sowohl durch das Zentrum wie auch über die Außen gute Kombinationen gezeigt haben“, so Schuon. Doch das Verwerten der Möglichkeiten sei eben eine Sache für sich. Trainer Volkwein wollte das 1:1 nicht zu schwarzmalen. Besonders in der ersten Hälfte habe seine Elf überzeugt, solche „gefühlten Niederlagen“ gebe es im Fußball eben.

„Wir dürfen nun nicht so tun, als hätten wir verloren“, sagte Volkwein, der damit auf einige Misstöne von der Tribüne anspielte, die dem Balinger Coach gar nicht schmeckten. „Wir haben unentschieden gespielt und dies, obwohl wir die bessere Mannschaft waren. Das kommt vor.“ Doch schmälere dies die bisher hervorragende Leistung seines Teams in der laufenden Saison keineswegs. „Wir stehen weiterhin an der Spitze und werden in Karlsruhe nun alles geben, um die nächsten drei Punkte zu holen.“

Und tatsächlich ist die TSG mit 55 Zählern nach wie vor mit einem komfortablen Polster von sieben Punkten (bei einer Partie weniger) auf den Verfolger FSV 08 Bissingen ausgestattet. Dennoch warnt Volkwein vor der U 23 des Karlsruher SC, die mit 26 Zählern nach 26 Spielen auf dem 14. Tabellenplatz rangiert – und zum Saisonende abgemeldet wird. „Die Spieler wissen, worum es für sie geht“, sagte Volkwein. „Das ist eine spielerisch hervorragend ausgebildete Mannschaft, die unberechenbar ist. Die müssen sich anbieten, um weiter beim KSC bleiben zu dürfen.“

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