Eigentlich hätten die Kämpen der TSG Balingen am Freitagabend allen Grund gehabt, sich zu ärgern: Den FC Homburg beherrschten sie fast 90 Minuten, hatten gut eine Stunde geführt und etliche Großchancen versemmelt.

40. Punkt im 32. Spiel

Doch am Ende sprang für die Elf von Ralf Volkwein wieder mal nur ein Punkt heraus. Wie so oft zuletzt: bei diesem Spielverlauf eigentlich zu wenig. Dennoch bejubelten die Balinger das vierte Remis in den vergangenen sieben sieglosen Spielen wie einen „Dreier“ – mit Bierdusche, Gesängen und Wasen-Besuch am Samstag. Der Grund: Dieser 40. Zähler im 32. Viertliga-Spiel der Vereinsgeschichte reicht dem Aufsteiger zum Klassenerhalt.

Mit einem erstklassigen Angriff hatten die Schwaben das anfängliche Abtasten für beendet erklärt: Nils Schuon fand Sascha Eisele im Rücken der Homburger Abwehr, dessen Hereingabe verpassten Hannes Scherer und Patrick Lauble (5. Minute). Letzterer entschied sich vier Minuten später anstatt eines satten Schusses für einen Schlenzer, zu harmlos.

1200 Zuschauer sahen auch weiterhin: einen FCH, der sich das Leder hin- und herschob und eine TSG, die aus ihren kurzen Ballbesitzzeiten erstaunlich viel Gefahr entwickelte. Und in der 24. Minute Fair-Play walten ließ: Denn erst kam Lauble im Strafraum zu Fall, dann trottete Schuon trotz Schlag auf den Fuß weiter – und brachte sich so selbst um einen möglichen „Elfer“.

Stefan Vogler macht das 1:0

Nennen wir es Fußball-Karma, was dann passierte: Freistoßflanke Schuon und am langen Pfosten köpfte Stefan Vogler tadellos ein – zum verdienten 1:0 in der 26. Minute. Und plötzlich waren auch die Fans da: „Mit aller Gewalt – Klassenerhalt“, riefen die von der Tribüne. Die Anfeuerungen wirkten, Manuel Pflumms Pfund aus locker 30 Metern streichelte noch das Tornetz (30.).

Gil verfehlt FCH-Tor knapp

Erneut zeigte Lauble einen Schlenzer in Robben-Manier, den FCH-Keeper Mark Redl parierte (34.). Die Doppel-Riesenchance zum zweiten Treffer vergaben in der 44. Minute Lukas Foelsch, der den aus dem Tor geeilten Redl anschoss, und Vogler, der den Nachschuss aus 16 Metern über den leeren Kasten drosch. Pablo Gil verfehlte kurz vor der Pause noch knapp den Pfosten (45.). Die Balinger glänzten offensiv und grätschten und kämpften defensiv. Sie schlampten jedoch im Abschluss und so ging’s mit 1:0 in die Kabine.

Redl reagiert glänzend

Mit einem indirekten Schuon-Freistoß, der wegen eines irregulären Rückpasses im Strafraum ausgeführt wurde, begann die zweite Hälfte; wieder war Redl rasch am Boden (53.). Eine klasse Flugparade zeigte der FCH-Keeper, als Vogler aus nächster Nähe an eine Ecke gekommen war (55.).

Homburg gleich aus

Julian Hauser konnte sich all das entspannt aus der Ferne anschauen, er musste auch nach einer Stunde noch keinen Homburger Ball parieren. In der 62. Minute gab’s für Balingens Torhüter derweil nichts zu halten: Marco Gaiser tanzte 18 Meter vor Hauser zwei Abwehrspieler aus – und versenkte den Ball trocken unten rechts zum glücklichen 1:1 im Tor.

Balingen verteidigt das Remis

Der Rückschlag raubte den Kreisstädtern zusätzliche Kräfte. „Kämpfen, Balingen, kämpfen“, schallte es von den Rängen. Und sie kämpften, und verteidigten ihren verdienten Punkt auch bei einer Homburger Doppelchance in der Nachspielzeit (90.+2) mit allem, was sie hatten, um schließlich ihr Vereinslied vom „Fußball an der Eyach“ anstimmen zu können. Der bleibt, auch in der kommenden Saison, viertklassig.

TSG Balingen: Hauser; Eisele, Schmitz, Manuel Pflumm, Gil, Scherer (90.+1 Fecker), Schuon, Pettenkofer, Foelsch, Vogler (90. Seemann), Lauble (83. Schoch).

Tore: 1:0 Vogler (26.), 1:1 Gaiser (62.).

Schiedsrichter: Philipp Reitermayer (Karlsruhe).

Zuschauer: 1200.