Trillfingen / Anna Wittmershaus  Uhr
Das kommt mehr als überraschend: Der TSV Trillfingen geht mit einem neuen Kommandogeber in die erste Landesliga-Saison der Vereinsgeschichte.

Man habe intensive Gespräche mit Helber geführt und sich im beidseitigen Einvernehmen „auf eine vorzeitige Vertragsauflösung verständigt“, heißt es auf der Homepage des TSV Trillfingen. „Aufgrund von familiären und privaten Gründen wurde schnell klar, dass unser bisheriger Cheftrainer Markus Helber, den Weg nicht mit in die Landesliga gehen wird“, ist dort zu lesen.

Noch vor einer Woche hatte Helber in einem Gespräch mit unserer Zeitung erzählt, er plane gerade die Vorbereitung auf die neue Saison.„Wir wünschen unserem bisherigen Trainer für die Zukunft alles Gute, sowohl im privaten, als auch im sportlichen Bereich. Die gemeinsam gefeierten Erfolge werden beide Seiten immer gerne an die gemeinsame Zeit zurückblicken lassen“, schreibt der TSV, der Helber den ersten Aufstieg in die Landesliga in der Vereinsgeschichte zu verdanken hat.

Entscheidung für die Familie

Die Erklärung des TSV Trillfingen spiegle nicht die komplette Wahrheit wider, findet Helber. „Es gab einen Punkt, über den wir uns nicht einig werden konnten“, erklärt der 41-Jährige. Daher habe er sich dafür entschieden, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen und das Traineramt beim TSV abzugeben. „Meine Familie musste bisher immer viel zurückstecken, ich hatte aber stets die volle Rückendeckung von dieser. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Helber.„Die Reise geht für Trillfingen jetzt in die Landesliga, ich habe das als Spieler und Trainer schon gemacht und weiß, dass das eine ganz andere Hausnummer ist als die Bezirksliga“, sagt Helber, der zuletzt 2014 als Kommandogeber mit dem SV Stetten/Haigerloch in die Landesliga aufstieg.

In dieser Spielklasse reiche es nicht aus, nur zweimal in der Woche zu trainieren. Außerdem müsse man das Training sorgfältig vorbereiten und sich über die Gegner ausführlich informieren. „Hinzu kommt, dass die Auswärtsfahrten weit sind, da geht ein ganzer Tag drauf“, meint der 41-Jährige.

Über diese Punkte habe er mit dem Verein gesprochen und man hätte alle ausräumen können - bis auf einen. „Unter diesem Gesichtspunkt ist mir die Familie dann wichtiger als die Landesliga“, erklärt der zweifache Familienvater. In welcher Angelegenheit sich die beiden Parteien nicht einig werden konnten, wollte Helber nicht preisgeben.

Stimmung wie beim Leichenschmaus

„Es tut mir für die Jungs leid und ich wünsche dem Verein und den Spielern alles Gute für das Abenteuer Landesliga“, so Helber, der zugibt, dass es ihn schon schmerzt, die Mannschaft nun zu verlassen. „Vor Kurzem hatten wir in Trillfingen noch ein Volksfest, jetzt ist die Stimmung eher wie bei einem Leichenschmaus“, beschreibt der 41-Jährige seine Gefühlslage.

Er danke dem Verein, dass dieser ihm und Norman Vogt (ehemalige Co-Trainer des TSV Trillfingen, Anm. d. Red.) vor drei Jahren das Vertrauen geschenkt habe, sagt Helber, der neben dem Aufstieg in die Landesliga mit dem TSV in dieser Runde auch den Bezirkspokal gewonnen hat. Auf ihn warte nun ein neuer Lebensabschnitt. „Seit ich 18 bin, stand ich als Spieler und später als Trainer auf dem Fußballplatz“, so Helber. „Wir werden sehen, ob mir was fehlen wird oder nicht.“

Interne Lösung

Auf Verbandsebene soll Dennis Söll nun mit Trillfingen den Klassenerhalt schaffen. Der 28-Jährige war in der Landesliga bereits Spielertrainer bei der U23 der TSG Balingen. Vor der nun zurückliegenden Runde wechselte Söll von Balingen zu seinem Heimatverein.

„Unser neuer Cheftrainer kennt sowohl die Mannschaft als auch die Vereinsstrukturen und mit ihm geht der Verein den eingeschlagenen Weg konstant weiter“, so der TSV. „Der Verein ist von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Trainer und Mannschaft überzeugt.“ Söll soll bei seiner Trainertätigkeit von Rico Müller unterstützt werden.

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