Den missglückten Auftakt schnellstmöglich vergessen machen – das wollte gestern sowohl Winterlingen als auch Gruol. Allerdings mussten vor allem die Hausherren gleich auf mehrere Stammkräfte verzichten.

Mäßiger Auftakt

In der Anfangsphase sahen die wenigen Zuschauer in Winterlingen eine Partie auf Augenhöhe, allerdings auf einem mäßigen Niveau. Zwar hatte FCW-Stürmer Raffael Keinath bereits nach 60 Sekunden eine gute Abschlussgelegenheit, doch der Spielertrainer schob das Leder aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei.

In der Folge spielte sich die Partie fast ausschließlich zwischen den beiden Strafräumen ab, gefährliche Situationen blieben Mangelware. Insbesondere die Gastgeber hatten nämlich große Probleme im Aufbauspiel. Einfachstes Pressing der Gäste genügte meist, um den Ball schnell zurückzuerobern.

Doch auch Gruol machte zu wenig aus den sich ergebenden Umschaltsituationen und kam lediglich aus der Distanz zu harmlosen Abschlüssen.

Ungenutzte Chancen

In der 21. Minute hatte der Aufsteiger die nächste gute Chance: Zeljko Draskovic spielte einen Doppelpass mit Keinath, welcher seinen Mitspieler mustergültig in den „Sechszehner“ schickte. Der Führungstreffer war zum Greifen nah – doch Draskovic vergab.

Zwar hatten die Winterlinger danach etwas mehr vom Spiel, waren aber nicht wirklich zwingend – und so blieb das Duell zunächst torlos.

Führung vor der Pause

Gegen Ende der ersten Hälfte kamen die Gäste wieder auf und wurden letztlich auch belohnt. Nach einem Ballverlust am gegnerischen Strafraum setzten die Grouler umgehend nach, Spielertrainer Denis Gonszcz eroberte das Spielgerät wieder zurück, der Ball landete bei Niklas Stemmer und der Ex-Geislinger flankte in die Mitte, wo FCW-Keeper Markus Schwellinger nicht entschlossen genug herauskam. Dadurch hatte Axel Pfister am langen Pfosten leichtes Spiel – und besorgte das 1:0 für die Gäste (42. Minute).

FCW gleicht aus

Nach dem Seitenwechsel drängte Gruol auf das zweite Tor. So traf Lukas Müller per schnell ausgeführtem Freistoß aus 20 Metern nur die Latte (52.). Kurz darauf antwortete Winterlingen wie aus dem Nichts: Ein Standard aus dem linken Halbfeld, getreten von Melik Erdogan, fand Keinath am Elfmeterpunkt, welcher die Kugel platziert rechts unten im Tor unterbrachte (58.).

Doch die Gäste gingen beinahe im direkten Gegenzug wieder in Führung. Erneut nach einer Hereingabe von links stand Christoph Haizmann in der Mitte völlig frei und netzte zum 2:1 ein (60.).

Kräfte schwinden

Die Hausherren versuchten nun zwar noch, den Kampf anzunehmen, doch langsam schwanden die Kräfte. Ein schöner Gruoler Spielzug sorgte für die Entscheidung: Gonszcz bediente Haizmann im Strafraum, dieser legte uneigennützig quer auf Felix Dormeyer, welcher den Ball nur noch über die Linie drücken musste (75.).

Mit dem Treffer zum 3:1 war auch die Gegenwehr der Gastgeber gebrochen. Spielertrainer Gonszcz (79.) und Stemmer (85.) erhöhten noch auf 1:5.

Kompliment vom Trainer

„Wir haben uns zu viele einfache Fehler erlaubt“, analysierte FCW-Coach Keinath die zweite Saisonniederlage, „wir haben uns zu wenig in Richtung des Balles bewegt. Der Gegner hat es hinten raus dann auch einfach konsequent zu Ende gespielt – da hatten wir nichts mehr entgegenzusetzen.“

Sein Gegenüber war dagegen äußerst angetan vom Auftritt seiner Mannschaft. „Zu Beginn sind wir zwar etwas schwer ins Spiel gekommen“, räumte Gonszcz ein, „doch nach 25 Minuten haben wir das Spiel dann mehr und mehr kontrolliert. In der zweiten Halbzeit war es dann eindeutig. Da hatte Winterlingen kaum mehr Ballbesitz. Wir haben eine neue, junge Truppe beisammen. Daher muss ich den Jungs ein Riesen-Kompliment aussprechen.“

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Die Ergebnisse im Überblick


FC Winterlingen: Schwellinger; Roppel, Schick, Rückauf, Patrick Draskovic, Zeljko Draskovic, Abazi (71. Tugrul Erdogan), Keinath, Link (50. Melik Erdogan), Bach, Özer.

SV Gruol: Fischer; Laub, Pfister, Schmid (84. Adibelli), Haizmann, Göttler (61. Dormeyer), Siebert, Gihr, Stemmer, Müller, Gonszcz (87. Fritz).

Tore: 0:1 Pister (42.), 1:1 Keinath (58.), 1:2 Haizmann (60.), 1:3 Dormeyer (75.), 1:4 Gonszcz (79.), 1:5 Stemmer (85.).

Schiedsrichter: Sandro Nasti (Esslingen).

Zuschauer: 60.