Balingen Spielverlegung bereitet TSG finanzielle Einbußen

Offiziell ist die Partie zwischen der TSG Balingen und dem 1. FC Saarbrücken ein Heimspiel für den Aufsteiger aus der Kreisstadt. Allerdings müssen die Balinger den Meister aus Sicherheitsgründen in Reutlingen empfangen.
Offiziell ist die Partie zwischen der TSG Balingen und dem 1. FC Saarbrücken ein Heimspiel für den Aufsteiger aus der Kreisstadt. Allerdings müssen die Balinger den Meister aus Sicherheitsgründen in Reutlingen empfangen. © Foto: Eibner
Balingen / Marcel Schlegel 29.08.2018
„Safety first“ – so lautet die Devise für das Spiel am Sonntag (14 Uhr) zwischen der TSG Balingen und dem 1. FC Saarbrücken, das wegen Sicherheitsbedenken ins Stadion an der Kreuzeiche nach Reutlingen verlegt werden musste.

Mit der Verlegung entspricht der Viertliga-Neuling der verbindlichen Empfehlung der örtlichen Behörden, die die Partie aufgrund der 400 bis 600 erwarteten Gästefans als „Hochsicherheitsspiel“ eingestuft hatten.

Nach zahlreichen Rücksprachen mit der Stadt Balingen und der Polizei sei man zum Entschluss gekommen, dass die Bizerba-Arena, solange sie die Sicherheitsauflagen des für die Südwest-Staffel der Regionalliga zuständigen Verbandes nicht erfüllt, in ihrem jetzigen baulichen Zustand nicht für ein Heimspiel gegen einen solchen Gegner geeignet sei. Das gaben Geschäftsführer Fabian Fecker und Alexander Bothner – der Sicherheitsbeauftragte der TSG – auf der Pressekonferenz in Reutlingen am Dienstag bekannt.

Zu diesen Auflagen gehören unter anderem ein separater Gästeeingang, eine eigene Verpflegungs- und Toiletteninfrastruktur für die auswärtigen Fans und vor allem auch ein Zaun, der die Anhänger des FCS vom Spielfeld trennt. Letzteren hätten die Balinger in der Bizerba-Arena auch nicht mit einer flexiblen Einmal-Lösung hinbekommen, so Fecker. „Es gab sicherlich schon vergleichbare Ansetzungen, die von anderen Vereinen trotzdem in der eigenen Spielstätte und dann mit mobilen Sicherheitslösungen durchgeführt wurden. Aber wir sind der Meinung, dass wir dem Urteil der Sicherheitsbehörden vertrauen sollten und die Verlegung daher voll und ganz akzeptieren“, sagte der Geschäftsführer, der zunächst versucht hatte, die Begegnung des sechsten Spieltags in der Kreisstadt zu halten, um finanzielle Einbußen im fünfstelligen Bereich – eine genaue Summe ließen die Verantwortlichen nicht raus – zu verhindern, die für Stadionmiete, Stadionreinigung, Catering und dergleichen mehr nach Reutlingen überwiesen werden müssen.

Die zweitligaerprobte Spielstätte an der Kreuzeiche war schon vor Saisonbeginn von der TSG als offizieller Ausweichspielort beim Fußballverband und bei den Behörden gemeldet worden.

Der Grund für die polizeiliche Einstufung als Hochsicherheitsspiel: die Anzahl der erwarteten Gästefans sowie potenziell gewaltbereite Ultras, erklärte Bothner, der nach Rücksprache mit den Saarbrücker Verantwortlichen von rund 50 sogenannten Fans der „Kategorie C“, also eben solchen Hooligans, ausgeht, die nach Reutlingen mitfahren werden. „Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir eine Trennung der Fanlager hinbekommen und dies wäre im Balinger Stadion, so wie es jetzt dasteht, in letzter Form nicht möglich“, so Fecker.

Am Spieltag stehen nun rund 6200 der gut 15.000 Plätze im Kreuzeichestadion zur Verfügung. Sprich: Am Sonntag erhalten die Anhänger des Meisters einen eigenen Gästeblock mit getrenntem Eingang. Die Heimfans werden auf der Haupttribüne untergebracht, die übrigen Blöcke bleiben geschlossen. Neben der Polizei werde die TSG mit 15 bis 20 eigenen, ebenso vielen Reutlinger Ordnern und einer externen Sicherheitsfirma, die ebenfalls mit einem 15-Mann-Aufgebot im Einsatz ist, für die Sicherheit in Reutlingen sorgen, so Bothner.

Tatsächlich wolle man den Aufwand so gering wie möglich halten – auch um die finanziellen Einbußen im überschaubaren Rahmen zu halten, sagte Fecker. „Wir sind dem SSV und der Stadt Reutlingen sehr dankbar, dass wir hier spielen dürfen.“ Dennoch schmerze es natürlich, ein Heimspiel gegen den Meister nicht in Balingen austragen zu können, so der Geschäftsführer.

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